Klinikkonzern Sana wird Stackit-Kunde
Deutschlands drittgrößter Klinikbetreiber Sana will mit der Schwarz-Gruppe eine autarke Cloud-Infrastruktur aufbauen. Dazu wurde jetzt ein Rahmenvertrag mit Stackit geschlossen. Die Zusammenarbeit liegt nahe – schließlich gibt es schon ein gemeinsames Projekt von Schwarz und Sana.

Der Klinikbetreiber Sana und die Schwarz-Gruppe vertiefen ihre Zusammenarbeit weiter. Deutschlands drittgrößter Klinikkonzern mit 46 Krankenhäusern, 57 Medizinischen Versorgungszentren sowie mehr als 60 Sanitätshäusern und Präventionspraxen wird Kunde von Stackit, dem Cloud-Anbieter von Schwarz Digits. Ziel des nun abgeschlossenen Rahmenvertrags sei der schrittweise Aufbau einer hochsicheren Cloud-Umgebung für den Sana-Konzern und die Reduzierung der Abhängigkeit von globalen Anbietern, heißt es in einer Mitteilung der beiden Unternehmen.
Sana reagiere damit auf veränderte politische, wirtschaftliche und regulatorische Rahmenbedingungen sowie dem Streben nach digitaler Souveränität im europäischen Gesundheitswesen, wird mitgeteilt. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern und den großen Cloud-Konzernen Amazon, Microsoft, Google und Alibaba verringert werden. Mit diesem Anspruch tritt Stackit seit Beginn der Vermarktung im Jahr 2022 an.
Wie Sana den Schritt begründet
Nach einer Erprobungsphase mit ersten Cloud-Dienstleistungen in diesem Jahr sollen die Anwendungen ab 2027 konzernweit auf alle Häuser und Einrichtungen der Sana-Gruppe ausgedehnt werden. „Die geopolitische Lage und neue regulatorische Vorgaben machen deutlich, dass wir unsere digitale Infrastruktur so ausrichten müssen, dass Datenhoheit, Sicherheit und Verfügbarkeit langfristig in unserer Hand bleiben“, sagt Stefanie Kemp, Vorständin der Sana Kliniken AG. Das Unternehmen bündelt ohnehin gerade ehemals dezentral organisierte IT-Einheiten in einer IT-Gesellschaft.
Sana und Schwarz arbeiten schon länger zusammen
Die Zusammenarbeit des Klinikbetreibers mit der Schwarz-Gruppe läuft schon seit längerem: Vor einem Jahr eröffnete Sana das Gesundheitszentrum S-Medical-Center auf dem Neckarsulmer Stiftsberg, dem Sitz des Handelskonzerns. Die Räume in der Konrad-Zuse-Straße sowie die Medizintechnik werden von der Schwarz-Gruppe vermietet. „Wir bieten den Mitarbeitern der Unternehmen der Schwarz-Gruppe umfassende Gesundheitsleistungen an“, sagte zum Start Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Klinikgruppe. Das umfasse auch Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Beratungsleistungen. Schon damals schlossen die beiden Partner auch eine Kooperation im IT-Bereich: Die Sana-Kliniken bekommen seitdem für die Cybersicherheit der IT-Systeme Hilfe von XM Cyber, das zu Schwarz Digits, der IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe, gehört.
Gemeinsames Pilotprojekt in Mosbach
Ein Pilotprojekt startete Sana dann im November zusammen mit Kaufland: In Mosbach eröffnete die erste Telemedizin-Praxis im Vorkassenbereich eines Supermarktes. Dort berät eine medizinische Fachangestellte die Patienten und kümmert sich um Überweisungen in eine nahegelegene Praxis oder Klinik. Die 54 Quadratmeter große Einrichtung, von den Betreibern S1 Medical Room genannt, ist eine Außenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums auf dem Stiftsberg.
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