Schwarz Digits kooperiert mit Rüstungskonzern Hensoldt
Die IT-Sparte der Schwarz-Gruppe verkündet im Umfeld der Münchener Sicherheitskonferenz eine weitere Partnerschaft: Nach dem BSI wird nun auch ein gemeinsames Projekt mit dem Wehrtechnik-Unternehmen Hensoldt aufgesetzt.
Das stete Werben mit dem Schlagwort „digitale Souveränität“ trägt für Schwarz Digits offensichtlich Früchte. Am Freitag erst verkündete die IT-Sparte der Schwarz-Gruppe eine Kooperation mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), tags zuvor war ein Gesundheitsdaten-Projekt mit der Berliner Charité öffentlich geworden – nun folgt der Rüstungskonzern Hensoldt.
Das MDax-Unternehmen und die Neckarsulmer wollen zusammen datengetriebene Fähigkeiten für den vernetzten Einsatzraum vorantreiben, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Ziel sei, souveräne und Cloud-fähige Lösungen für Deutschland sowie mit ihm verbündete Nationen bereitzustellen. Unter dem Stichwort souverän wird dabei verstanden, dass der Zugriff auf die Daten nicht von anderen Nationen oder Unternehmen möglich ist und die Anwender selbst entscheiden, wer die Daten sehen kann.
Schwarz Digits und Hensoldt starten Kooperation: Betriebsfähig auch ohne Internetverbindung
Gerade im Verteidigungssektor bestehe dringender Bedarf an unabhängiger Cloud-Technologie und verlegefähiger IT-Architektur, heißt es weiter. In dem gemeinsamen Projekt komme diese Infrastruktur von der Schwarz-eigenen Cloud Stackit.
Das Besondere: Die Datenverarbeitung ist nicht nur auf stationäre Rechenzentren beschränkt, sondern werde verlängert über dezentrale Knoten bis hin zu mobilen Geräten direkt im Einsatzraum. Die Technik sei ausdrücklich für den Betrieb jenseits des öffentlichen Internets angelegt und soll volle Datensouveränität sowie Handlungsfähigkeit auch bei unterbrochener Internetverbindung sicherstellen.

Sicherheit auch gegen Quantencomputer
Hochsichere Kommunikationseinheiten sollen dabei den Datenaustausch bis zum zweithöchsten Geheimschutzgrad VS-Geheim ermöglichen. Um auch künftigen Bedrohungen zu begegnen, setze Schwarz Digits auf quantenresistente Verschlüsselungsverfahren und umfassende Cybersicherheitslösungen. Quantencomputern wird bislang zugeschrieben, derzeit gängige Verschlüsselungen knacken zu können.
Hensoldt trägt zu dem Projekt eine spezielle Cloud-fähige Software und seine Produktpalette wehrtechnischer Sensortechnik bei. „Die sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit verlangen nach souveränen und vernetzten Lösungen, die Europa aus eigener technologischer Stärke heraus bereitstellen kann“, sagt Oliver Dörre, Konzernchef von Hensoldt. Christian Müller, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, ergänzt: „Wir liefern das digitale Fundament für eine neue Ära der Cybersicherheit. Damit beweisen wir, dass digitale Souveränität die notwendige Geschwindigkeit und Sicherheit bietet, um kritische Systeme zukunftssicher zu betreiben.“
Was 2026 geschehen soll
Für dieses Jahr ist unter anderem ein gemeinsamer Prototyp geplant, der die souveränen Fähigkeiten von Schwarz Digits mit Sensorik, Integrationssoftware und simulationsgestützter Datengenerierung von Hensoldt verbindet. Außerdem soll die Infrastruktur von Schwarz Digits in eine Sensor-Lösung von Hensoldt integriert werden. Sie soll im Juni auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin vorgestellt werden.
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