B-Pro schließt Industrieteile-Sparte – 180 Stellen fallen in Oberderdingen weg
Das Unternehmen der Blanc & Fischer-Gruppe schließt die Fertigung von Edelstahlteilen für die Industrie. Am Stammsitz in Oberderdingen fallen bis 2027 insgesamt 180 Stellen weg. Das sind die Gründe für diesen Schritt.
Bittere Nachricht für die Beschäftigten der Firma B-Pro in Oberderdingen (Kraichgau): Das Unternehmen der Blanc & Fischer-Gruppe beendet die Herstellung von Edelstahlteilen für Industriekunden. Bis 2027 werden dadurch 180 Stellen wegfallen, die eigens für diesen Bereich gegründete Sparte Enoxx wird eingestellt.
Wie das Unternehmen mitteilt, habe der Bereich schon seit Jahren Verluste eingefahren. Vor allem das Geschäft mit der Autoindustrie sei schwierig. Außerdem sei der Maschinenpark veraltet, die nötigen Investitionen seien aber nicht aus dem laufenden Betrieb zu finanzieren. Zuletzt sei versucht worden, die Sparte zu verkaufen – allerdings erfolglos, obwohl man zu großen Zugeständnissen bereit gewesen sei. Der Umsatz von B-Pro war 2024 von 97,6 auf 85,5 Millionen Euro zurückgegangen; jüngere Zahlen liegen noch nicht vor.
Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft bei B-Pro geplant
„Uns ist bewusst, dass die heutige Nachricht bei unseren Mitarbeitern natürlich Sorgen um die eigene Zukunft auslöst“, sagt Konzernchef Frank Gfrörer. „Wir haben bereits Kontakt mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall aufgenommen, um den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten. Im zweiten Quartal werden wir dann auf Grundlage der Produktionsplanung der Kundenprojekte konkret absehen können, wann wie viel Beschäftigung entfällt.“
Was B-Pro künftig noch herstellt
Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben rund 500 Menschen bei B-Pro, davon 180 bei Enoxx in Oberderdingen, wo sie Edelstahlprodukte wie Türgriffe, Kühlergrills, Harnstofftanks und Kochfeldeinfassungen produzieren und vertreiben.
B-Pro werde sich nun ganz auf Catering und Speisenlogistik für Großküchenbetreiber konzentrieren. Trotz derzeit schwacher Marktnachfrage soll dieser Bereich nachhaltig auf Produktivität, wirtschaftliche Stabilität und die sich bietenden Marktchancen ausgerichtet werden. Insbesondere die Automatisierung der Speisenlogistik berge großes Potenzial, heißt es.
Teil einer großen Gruppe
B-Pro hieß zuvor Blanco Professional. Die Sparte wurde 2007 vom Küchenspülenhersteller Blanco abgespalten und hieß anfangs Blanco CS. B-Pro und Blanco bilden zusammen mit dem Elektroteile-Hersteller EGO und den kleineren Tochterfirmen Arpa und Kugel eine Gruppe unter dem Dach der Blanc & Fischer Familienholding. 2024 erwirtschafteten mehr als 7500 Beschäftigte an 52 Standorten in 23 Ländern einen Umsatz von 1,13 Milliarden Euro. Die Gruppe ist vollständig im Besitz der Familien Blanc und Fischer.
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