Baukrise belastet Blanc & Fischer – Hoffnung auf Wärmepumpen-Komponenten
Der Elektroteile- und Küchenspülen-Hersteller Blanc & Fischer aus Oberderdingen litt im vergangenen Jahr unter der Flaute am Bau und den Turbulenzen auf dem Weltmarkt. So blickt die Unternehmensleitung auf das neue Jahr.
Wie der Rückblick, so der Ausblick: verhalten. „Wir befinden uns in unsteten Zeiten“, meint Konzernchef Bernd Eckl. Die Blanc & Fischer Familienholding, zu der unter anderem der Hausgeräteausrüster EGO und der Spülenhersteller Blanco vereint sind, hat zum zweiten Mal in Folge sinkende Umsätze verbucht.
Um 9,2 Prozent ging es 2024 auf 1,13 Milliarden Euro abwärts. Immerhin: Es wurde Gewinn gemacht, wie Eckl betont – genauere Angaben machte er dazu nicht.
Umsatz bei Blanc & Fischer geht weiter zurück: Hauptursache schlechte Baukonjunktur
Vor allem in Europa litt das Familienunternehmen unter schrumpfendem Geschäft. Alle Sparten – neben EGO und Blanco auch der Edelstahlverarbeiter B-Pro und die Tochterunternehmen Arpa und Kugel – meldeten nachlassende Geschäfte. Hauptursache ist nach Angaben der Konzernführung die schlechte Baukonjunktur.
„Unsere Branche leidet unter mangelnder Bautätigkeit“, beschreibt es Karlheinz Hörsting, Chef von EGO. Das Unternehmen stellt Elektroteile vor allem für Herde, Spülmaschinen, Kühlschränke und Waschmaschinen her. „Bei den Herstellern gibt es umfangreiche Überkapazitäten und Fusionen.“ Seit März sei ein großer Teil der Belegschaft am Stammsitz in Kurzarbeit.

Doch Hörsting betont auch: „Unser vielfältiges Produktportfolio ist nach wie vor gefragt.“ EGO erreichte 636,8 Millionen Euro Umsatz – vor einem Jahr waren es noch 699 Millionen Euro. Dabei gab es sogar leichtes Wachstum in Nord- und Südamerika, die Region Asien-Pazifik-Afrika blieb auf Vorjahresniveau. Ein neues Geschäftsfeld sieht der Vorstand in Komponenten für Wärmepumpen.
Blanc & Fischer aus Oberderdingen: Sorgen um die Sparte für Industrieteile
Auch für Blanco hängt vieles von einer Branche ab. „Wir haben als Kernmarkt die Neuküche, also hängen wir am Bau“, sagt Frank Gfrörer, Leiter des Unternehmens. Vergangenes Jahr sank der Umsatz des Herstellers von Küchenspülen und Armaturen von 413 auf 382,9 Millionen Euro, wobei es weltweit kaum Unterschiede gab. Dieses Jahr dürfte kaum anders werden. „Die Märkte entwickeln sich nicht besser, der Markt für Neuküchen bleibt schwach“, erwartet Gfrörer.
Sorgen bereitet die Sparte B-Pro und dort der Bereich Industrie, in dem Edelstahlteile vor allem für Autohersteller und -zulieferer produziert werden. „Wir prüfen alle Optionen“, sagt Gfrörer. „Ein Weiter So geht nicht.“Insgesamt hat die Gruppe vergangenes Jahr aber weiter investiert. In den 65 Millionen Euro finden sich das neue Werk in Mexiko, der begonnene Neubau in Polen, das soeben eröffnete Kundencenter für Blanco in Oberderdingen, Modernisierungen und verbesserte Produktionsabläufe. Die Mitarbeiterzahl sank aber um 257 auf 7656.
Blanc & Fischer: „Oberderdingen bleibt das Herz der Gruppe.“
Wie sich das laufende Jahr entwickelt, hängt nun von vielem ab – vom geradezu unkalkulierbaren Verhalten der US-Regierung, von der neuen Bundesregierung und der Konsumstimmung. Der Konzern hält jedenfalls am Stammsitz fest, bekräftigt Eckl: „Wir fliehen nicht. Oberderdingen bleibt Herz und Maschinenkammer der Gruppe.“
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