Audi-Werk in den USA – ja oder nein? Vorstandschef Döllner meldet sich zu Wort
Baut Audi in den USA ein eigenes Werk oder fertigt die VW-Tochter bei einer anderen Konzernmarke in den Staaten? Aktuell scheint ein Szenario am wahrscheinlichsten.
Der VW-Konzern verzichtet vorläufig darauf, in den USA ein Audi-Werk zu bauen. Jedenfalls solange US-Präsident Donald Trump die Belastung durch Zölle nicht senkt. Das sagte VW-Chef Oliver Blume im Interview mit dem Handelsblatt. „Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar“, so Blume. „Was wir brauchen, sind kurzfristige Kostenentlastungen und langfristig verlässliche Rahmenbedingungen.“ Auch die Heilbronner Stimme hatte zuletzt darüber berichtet, dass die Investition, die mit bis zu vier Milliarden Euro veranschlagt ist, voraussichtlich nicht umgesetzt wird.
Audi-Chef Döllner über USA-Werk: „Entscheidung ist noch nicht gefallen“
Angesichts der jüngsten Medienberichte hat sich Audi-Chef Döllner mit einer internen Nachricht an die Belegschaft gewandt. Sie liegt unserer Zeitung vor. „In den vergangenen Tagen gab es Medienberichte, die vermuten lassen, dass wir bei Audi eine Entscheidung über eine mögliche Produktion in den USA getroffen hätten. Das Vorstandsteam und ich möchten vor diesem Hintergrund betonen, dass es hierzu noch keine Entscheidung gibt“, schreibt der 57-Jährige in der Mitteilung. Gemeinsam prüfe man aktuell verschiedene Optionen, um den US-amerikanischen Markt auch in Zukunft wirtschaftlich und effizient bedienen zu können.

„In unserer Strategie „Mission Vorsprung“ ist Nordamerika neben Europa und China als eine unserer drei Kernregionen fest verankert. Für uns bei Audi sehen wir dort langfristig großes Wachstumspotenzial. Mit einem gezielt auf den Markt zugeschnittenen Portfolio wollen wir unsere Position weiter stärken. Modelle wie der künftige Audi Q9 sind konsequent an den Erwartungen und Bedürfnissen unserer Kunden vor Ort ausgerichtet“, so Döllner.
Audi-Fertigung bei der VW-Tochter Scout als wahrscheinlichste Option
Audi hat von Anfang an verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen für eine Fertigung in den Staaten. Insider berichten allerdings, dass die Option, im VW-Werk in Chattanooga (US-Bundesstaat Tennessee) auch Modelle von Audi zu fertigen, wohl endgültig vom Tisch sei.
Nun bahnt sich eine ganz andere Lösung mit einer wiederbelebten US-Marke an. Nach vier Jahrzehnten Pause kehrt Scout Motors zurück. Die US-Tochter des VW-Konzerns bereitet den Start ihrer ersten Modelle vor: das SUV Traveler und den Pick-up Terra. Bereits in diesem Jahr sollen im neuen Werk in South Carolina erste Vorserienfahrzeuge vom Band laufen. Die Serienproduktion ist für 2027 geplant. Auf der technischen Basis des SUV-Modells könnte es auch eine Audi-Variante geben, die auf einer Linie mit den Scout-Fahrzeugen gefertigt wird.
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