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Audi-Betriebsrat fordert verbindliche Perspektiven für Neckarsulm und Ingolstadt

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Vor dem Hintergrund der öffentlichen Debatte rund um ein mögliches US-Werk von Audi, melden sich nun die beiden Betriebsratsvorsitzenden der deutschen Standorte zu Wort. Hintergrund ist die nach wie vor ungeklärte Werkbelegung.


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Intern wie extern reißen die Diskussionen um ein mögliches Audi-Werk in den USA nicht ab. Angesichts der jüngsten Medienberichte hatte sich Audi-Chef Döllner mit einer internen Nachricht an die Belegschaft gewandt und klargestellt, dass eine Entscheidung bisher nicht getroffen wurde.

Der VW-Konzern verzichte vorläufig darauf, in den USA ein Audi-Werk zu bauen. Jedenfalls solange US-Präsident Donald Trump die Belastung durch Zölle nicht senkt. Das sagte VW-Chef Oliver Blume im Interview mit dem „Handelsblatt“. „Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar“, so Blume. 

Audi-Betriebsratsspitzen mit klaren Forderungen an den Vorstand

Die aufflammende Diskussion um ein mögliches Audi-Werk in den USA ruft unwillkürlich auch die Arbeitnehmervertreter auf den Plan. „Wir nehmen zur Kenntnis, dass der Vorstand erneut Überlegungen zu einem möglichen Produktionsstandort in den USA erläutert hat. Für uns als Betriebsrat ist jedoch nach wie vor klar: Bevor irgendwo auf der Welt neue Werke geplant werden, braucht es eine verbindliche, langfristig belastbare Perspektive für die Beschäftigten an unseren Standorten in Ingolstadt und Neckarsulm“, sagt Jörg Schlagbauer, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Audi AG.

Die Rückmeldungen aus der Belegschaft würden deutlich zeigen, dass viele Kolleginnen und Kollegen sich klare Orientierung wünschen. Deshalb erwarte der Betriebsrat vom Unternehmen eine transparente Standortstrategie, die Investitionen, Belegung und Qualifizierung an den bestehenden Werken klar definiert.

Die Audi-Betriebsratschefs Jörg Schlagbauer (links) und Rainer Schirmer fordern Klarheit über die Zukunft der deutschen Standorte.
Die Audi-Betriebsratschefs Jörg Schlagbauer (links) und Rainer Schirmer fordern Klarheit über die Zukunft der deutschen Standorte.  Foto: Audi

Schirmer: „Zentrale Fragen der Standortsicherung nicht beantwortet“

Auch Rainer Schirmer, Vorsitzender des Betriebsrat bei Audi in Neckarsulm, betont: „Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten jeden Tag hervorragende Arbeit. Sie haben ein Anrecht darauf zu wissen, wohin die Reise geht. Solange zentrale Fragen der Standortsicherung in Deutschland nicht beantwortet sind, ist für uns kein Raum für Entscheidungen über Produktionsausbau im Ausland.“Besonders wichtig sei dem Betriebsrat, dass globale Wettbewerbsfähigkeit nicht gegen Beschäftigungssicherheit ausgespielt wird.

Zum Hintergrund: Nach Informationen der Heilbronner Stimme wurden im vergangenen Jahr in Ingolstadt deutlich unter 300.000 Fahrzeuge gefertigt, in Neckarsulm knapp an die 180.000 Autos. In beiden Fällen sind die Produktionszahlen deutlich weg von der maximalen Kapazität - sie liegt am Audi-Stammsitz in Bayern  bei 450.000 Fahrzeugen jährlich, in der Region (Neckarsulm und Böllinger Höfe in Heilbronn) bei 225.000 Einheiten.

Audi-Standort Neckarsulm: Zusagen für weiteres E-Auto steht noch aus

Nach wie vor offen ist die künftige Belegung der Werke im gesamten VW-Konzern. Darüber wird seit Monaten intensiv gerungen. Dies betrifft insbesondere den Standort Neckarsulm. Dort sorgen zwar die beiden Verbrennermodelle A5 und A6 für eine stabilere Auslastung als in den Vorjahren. Nach wie vor fehlt aber die Zusage für ein volumenstarkes E-Auto, das die Arbeitnehmerseite schon länger fordert. „Im ersten Halbjahr wird alles im gesamten Konzern sortiert. Neckarsulm bekommt definitiv ein weiteres Fahrzeug“, sagt einer aus dem Umfeld des Konzern-Aufsichtsrats.

Audi: Acht Milliarden Euro für die beiden deutschen Standorte

„Neckarsulm bleibt ein wichtiger Zukunftsstandort für uns“, hatte Audi-CEO Gernot Döllner zuletzt immer wieder betont und auf Investitionen in Höhe von acht Milliarden Euro in die deutschen Standorte des Unternehmens verwiesen.

„Wir begrüßen, dass der Vorstand die Bedeutung der deutschen Werke hervorhebt – gleichzeitig müssen Worten jetzt klare und überprüfbare Schritte folgen. Für uns steht fest: Die Zukunft von Audi beginnt hier an unseren Standorten. Erst wenn die Basis stimmt, kann man verantwortungsvoll über neue Optionen nachdenken“, betont Gesamtbetriebsratschef Schlagbauer.  „Wir werden jede Entscheidung daran messen, ob sie Sicherheit, Verlässlichkeit und Zukunftsperspektiven für die Menschen schafft, die täglich Audi zum Erfolg machen. Dafür stehen wir ein.“

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