Audi ordnet Gerüchte um mögliche Sparmaßnahmen ein, gibt aber keine Entwarnung

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Audi steht nicht am Abgrund. Aber die Krisen in China und den USA bleiben. So schnell wird der Erfolg nicht zurückkommen, glaubt unser Autor.


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„Die Party ist vorbei.“ Diesen Satz hat Oliver Blume, Chef des VW-Konzerns, im vergangenen Jahr getätigt. Dieser vielleicht etwas flapsige Satz bringt aber die Lage von Europas größtem Autobauer auf den Punkt. Jahrzehntelang ging es mit Absatz und Gewinn nur nach oben. Nun funktionieren die alten Geschäftsmodelle nur noch zum Teil. Die Schwäche auf den weltgrößten Märkten China und den USA verschwindet nicht über Nacht. Die Frage ist viel eher, ob der Mehrmarkenkonzern insbesondere in China überhaupt jemals wieder auf das alte Niveau zurückkehrt. Dazu noch die Zölle, die das Geschäft in den Staaten verhageln. Selbst Ertragsperlen wie Audi kämpfen hart um den Anschluss an die Spitze und haben Kostendisziplin zur obersten Maxime erklärt.

Audi steht nicht vor dem Abgrund und Neckarsulm nicht vor der Schließung

Audi hat schon viel auf den Weg gebracht, sei es die Absenkung der Kapazitäten in den deutschen Werken oder der Stellenabbau bis zum Ende des Jahrzehnts. Was nun aber gerade passiert, trägt massiv zur Verunsicherung der Belegschaft bei. Halbwahrheiten und Gerüchte gezielt über Medien zu streuen, ist leider schon immer schlechter Stil im VW-Konzern gewesen. Wer versucht, einzelne Standorte gegeneinander auszuspielen, tut das immer auf dem Rücken der Belegschaft. Daher war es wichtig, dass der Audi-Vorstand nun einige Dinge eingeordnet hat. Klar ist, dass die aktuelle Planungsrunde samt Werkbelegung noch ein Kraftakt wird für alle Beteiligten. Fakt ist aber auch, dass Audi nicht am Abgrund steht und Neckarsulm nicht vor der Schließung.

Audi muss weiter konsequent an den Kosten arbeiten. Von einer Schließung einzelner Werke kann aber derzeit keine Rede sein.
Audi muss weiter konsequent an den Kosten arbeiten. Von einer Schließung einzelner Werke kann aber derzeit keine Rede sein.  Foto: Sven Hoppe

Zur Wahrheit gehört, dass die Lage bei Audi angespannt bleibt

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Audi lange nicht über den Berg ist. Die Marke mit den vier Ringen muss weiter konsequent an den Kosten arbeiten und vor allem den viel beschworenen Vorsprung durch Technik wieder unter Beweis stellen. Entwarnung kann der Vorstand daher nicht geben, die Lage bleibt angespannt. Zumindest aber kann sich die Stammbelegschaft auf eine Beschäftigungsgarantie bis 2033 verlassen. Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Audi hat einen klaren Plan für seine beiden deutschen Standorte Ingolstadt und Neckarsulm. Am Ende muss der Konzern aber Antworten für alle 100 Standorte rund um den Globus finden. Das wird bis Ende des Jahres noch ein hartes Stück Arbeit.

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