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Dieselprozess

Ex-Audi-Manager aus Neckarsulm: „Kein Grund für Manipulationen“

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Im zweiten Audi-Dieselprozess vor dem Landgericht München II hat der ehemalige Audi-Manager Richard Bauder aus Neckarsulm ausgesagt. Der 77-Jährige bestreitet die Vorwürfe.


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Der Audi-Dieselprozess vor dem Landgericht München II wurde auch in dieser Woche fortgesetzt. Auf der Anklagebank sitzen die beiden ehemaligen Audi-Vorstandsmitglieder Stefan Knirsch und Ulrich Hackenberg, beide verantworteten einst die Technische Entwicklung. Einer der Angeklagten ist außerdem Richard Bauder, der von 1993 bis zu seinem Ruhestand 2012 die Dieselmotoren-Entwicklung bei Audi am Standort Neckarsulm verantwortete. Vierter im Bunde ist Axel Eiser, der einst die gesamte Aggregate-Entwicklung bei Audi leitete. Ihnen werden unter anderem Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen.

Audi-Dieselprozess: Bauder geht ins Detail – technisch und zeitlich

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreitet der Neckarsulmer Bauder in seiner Eröffnungserklärung „inständig und mit Nachdruck“, wie er sagt. Er habe keinerlei Kenntnis von Manipulationsstrategien besessen, erst mit Bekanntwerden des sogenannten Dieselskandals davon erfahren – und werde sich nun vollständig und im Detail zu den Vorwürfen äußern. Das erklärt Bauder zu Beginn seiner Äußerung – und meint das mit dem „Detail“ durchaus wortwörtlich. Bereits vergangene Woche startet er seine Erklärung, am Montag dieser Woche führt er sie den gesamten Verhandlungstag fort, am Dienstag geht es damit weiter.

Der Dieselprozess in München kommt nur langsam voran. Der Neckarsulm Richard Bauder hat die Vorwürfe gegen ihn in dieser Woche bestritten.
Der Dieselprozess in München kommt nur langsam voran. Der Neckarsulm Richard Bauder hat die Vorwürfe gegen ihn in dieser Woche bestritten.  Foto: Markus Schwarz

Umfassend beschreibt der inzwischen 77-Jährige, wie er bereits 2008 in Rente gehen wollte, aber sich zu einer Verlängerung bis 2010, dann nochmal bis Ende Februar 2012 hat überreden lassen. Anschließend geht er ins Detail. Technisch und zeitlich. Es ist die Rede von Applikationen, Dosierungsstrategien und SCR-Tests. Manch Prozessbeobachter sieht bereits die Notwendigkeit, Sachverständige hinzuzuziehen. Bauder präsentiert ausgefeilte Tabellen. Das alles soll beweisen, dass in der Zeit bis zu seinem Ausscheiden Manipulationen weder erkennbar noch notwendig gewesen seien. „Seit 2017 beschäftige ich mich jeden Tag damit“, unterstreicht er.

Ex-Audi-Manager: In mühevoller Detailarbeit die Ermittlungsakten gesichtet

Die Erkenntnisse, die der „Diesel-Papst“, wie er sowohl intern als auch extern oft genannt wurde, präsentiert, hat er nach eigener Aussage in mühevoller Detailarbeit aus den Ermittlungsakten zusammengestellt. Das betont Bauder in seiner Aussage mehrfach: „Ich habe das nur aus den Akten zusammengestellt. Das sogenannte „Clean-Diesel-Projekt“ habe zu seiner aktiven Zeit lediglich zwei bis drei Prozent seiner Arbeitsleistung beansprucht: „Das war ein Prio-drei-Projekt.“ Dementsprechend wenig sei er darin involviert gewesen. Am kommenden Montag wird der Prozess fortgesetzt. 

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