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Neues Management greift durch: KI-Unternehmen Aleph Alpha baut Stellen ab

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Die einstige deutsche KI-Hoffnung hat ihr Geschäftsmodell geändert und die Führungsspitze ausgetauscht. Nun straffen die Unternehmenschefs, darunter ein früherer Manager der Schwarz-Gruppe, die Personaldecke.


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Bei Aleph Alpha greift das neue Management jetzt durch: In den nächsten Wochen sollen 50 der derzeit noch 270 Beschäftigten gehen. Das geht aus einer Mitteilung der einstigen deutschen KI-Hoffnung hervor. Bei Aleph Alpha ist die Schwarz-Gruppe einer der größten Anteilseigner und Investoren.

Zieht sich Andrulis bei Aleph Alpha zurück?

Im Zuge des im zweiten Halbjahr eingeleiteten Strategieprozesses habe das neue Führungsteam eine umfassende Überprüfung der Organisation durchgeführt, heißt es in der Mitteilung. Nach dem Rückzug von Firmengründer Jonas Andrulis in den Aufsichtsrat soll Aleph Alpha eigentlich von Reto Spörri, zuvor bei Lidl zuständig für den E-Commerce, und Ilhan Scheer geleitet werden. Die neue Geschäftsführung habe den Auftrag gehabt, die Positionierung des Unternehmens zu fokussieren und die Organisation neu auszurichten, heißt es weiter. Nach Medienberichten soll aber Scheer doch nicht zum Jahreswechsel an die Unternehmensspitze gerückt sein. Im Impressum der Unternehmens-Homepage sind noch immer Andrulis und Spörri als Unternehmensleiter genannt. Andrulis wiederum soll nach Medienberichten seinen Verzicht auf den Beiratsposten erklärt haben und sich ganz zurückziehen.

Die neuen Chefs bei Aleph Alpha, Reto Spörri (rechts) und Ilhan Scheer, haben einen Stellenabbau verkündet.
Die neuen Chefs bei Aleph Alpha, Reto Spörri (rechts) und Ilhan Scheer, haben einen Stellenabbau verkündet.  Foto: Alternativer Fotograf

 

Die Entscheidung für die Entlassungen betreffe Menschen, die gute Arbeit geleistet haben. „Um sich jedoch auf die Kernkompetenzen von Aleph Alpha zu konzentrieren und die Bereiche mit dem höchsten Wachstumspotenzial zu bündeln, war ein Personalabbau leider notwendig“, schreibt das Unternehmen. Weitere Maßnahmen dieser Art seien aber nicht geplant. Die Belegschaft wurde bereits am Donnerstag informiert

KI-Anwendungen: Warum Aleph Alpha die Strategie wechselte

Aleph Alpha hatte 2019 mit der Entwicklung eines eigenen Sprachmodells auf Basis künstlicher Intelligenz begonnen und galt lange als führender europäische Anbieter in Konkurrenz zum Beispiel zu ChatGPT. Allerdings konnte das Unternehmen nicht mit den milliardenschweren US-Konzernen wie OpenAI mithalten und wurde schließlich sogar vom französischen Wettbewerber Mistral überflügelt. In der Folge änderten die Heidelberger ihr Geschäftsmodell und konzentrieren sich nun auf KI-Anwendungen etwa für den öffentlichen Sektor.

Jonas Andrulis ist nach wie vor größter Anteilseigner von Aleph Alpha. Zu den Investoren zählen neben Schwarz unter anderem SAP, die Deutsche Bank, Bosch, Hewlett Packard und Burda.

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