Diskussion um Brandmauer: Es lohnt sich nicht, mit der AfD zu sprechen
Die Wirtschaft streitet über den Umgang mit der AfD. Dabei sollte ein Blick ins Pateiprogramm genügen, meint unser Autor.
Die deutsche Wirtschaft ist bekannt dafür, dass sie sich parteipolitisch zurückhält. Kaum ein Verband und Unternehmen will es riskieren, relevante Teile der Wählerschaft und damit potenzieller Kunden oder Mitarbeiter zu verprellen, weil man sich für oder gegen eine bestimmte Partei positioniert.
Umgang mit der AfD: In der Wirtschaft tobt ein Streit zwischen zwei Seiten
Das zeigt sich auch in der aktuellen Debatte um die Frage, wie die Wirtschaft mit der AfD umgehen sollte. Losgetreten hat die Diskussion der Verband der Familienunternehmer, der sich für Gespräche mit AfD-Abgeordneten offen zeigt und diese auch zu einem Parlamentarischen Abend eingeladen hatte. Seitdem tobt ein Streit zwischen jenen, die sagen, man müsse mit jeder demokratisch gewählten Partei sprechen und jenen, für die die AfD eine rechtsextremistische, verfassungsfeindliche Partei ist. Für beide Positionen gibt es Argumente, und nicht jeder Unternehmer oder Verbandsvertreter ist gleich rechtsextrem, nur weil er mit AfD-Politikern spricht.

Ein Blick ins AfD-Programm sollte jeden Wirtschaftsvertreter abschrecken
Statt rumzueiern und darauf zu verweisen, dass man zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehe, sich aber scheut, die AfD explizit zu nennen, sollten die Wirtschaftsvertreter einfach mal ins Wahlprogramm der vermeintlichen Alternative für Deutschland schauen. Die Wirtschaftspolitik der AfD lässt sich mit wenigen Begriffen beschreiben: Nationalistisch, protektionistisch, europafeindlich, zukunftsfeindlich. Kein Unternehmer kann einen solchen Kurs, der Deutschland in den Bankrott treiben würde, ernsthaft gutheißen. Und das sollte auch öffentlich klar gesagt werden, wie es Oliver Barta von den Unternehmern Baden-Württemberg oder VDA-Chefin Hildegard Müller getan haben.
Falsche Rücksichtnahme dient nur jenen, die diese Rücksicht nicht verdienen.
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Stimme.de
Kommentare
am 29.11.2025 06:10 Uhr
Sehr geehrter Herr Paul,
wir laden Sie gerne einmal dazu ein einige Tage Einblick zu nehmen, wie die Situation sich in einem kleinen familiengeführten Unternehmen seit Corona deutlichst verschlechtert hat. Immense Energiekosten, gestiegene Einkaufspreise, null Bürokratieabbau und der tägliche Kampf mit öffentlich rechtlichen Institutionen. Und das größte Problem ist, dass es bei nahezu 3 Millionen Arbeitslosen nicht möglich ist jemanden Willigen zu finden. Wie denn auch, wenn die Lohnnebenkosten nahezu bei 50% liegen? Und es ist Realität, auch wenn Sie das nicht hören möchten, dass wir genug Mitarbeiter hätten, wenn wir bereit wären diese schwarz zu beschäftigen damit ihnen nicht die Sozialleistungen gestrichen werden. Ganz vorne mit dabei ukrainische Staatsbürger.
3 Jahre eine wirtschaftsfeindliche Ampel, seit schwarz rot nur noch Gezank und immense Schulden für nutzloses Kriegsgerät und noch mehr Soziales. Der kleine Bürger, der nicht sein Unterhalt aus staatlicher Hand erhält hat die Nase voll. Die meisten AfD Wähler würden lieber eine unserer sogenannten „demokratischen Parteien“ wählen. 27 % alles Faschisten und Verfassungsfeinde?- wohl kaum.
Gerne dürfen Sie Ihre Meinung sagen, aber reden wir auch mal über die Gründe die Menschen in die Arme der Linken und rechten Radikalen treiben. Sie dürfen das gerne unter meinem Namen veröffentlichen. Das wäre demokratisch.
Jürgen Mosthaf