VfR Heilbronn vor Abstieg – Neustart kann nur mit klarer Kader-Planung erfolgen
Die Saison ist für den VfR Heilbronn nicht mehr zu retten. Nun sollte der Verein möglichst sorgsam den Landesliga-Kader zusammenstellen, meint unser Autor.
Auch wenn der VfR Heilbronn die fünfte Partie in Folge verliert, dient der 1:2-Auftritt bei den Sportfreunden Dorfmerkingen keinerlei Spott-Tauglichkeit. Denn das abgeschlagene Schlusslicht der Fußball-Verbandsliga Württemberg zeigt ausgerechnet gegen den Tabellenvierten, dass noch ein letzter Hauch von Leben in der Mannschaft steckt. Und dabei liegt die Betonung auf „Mannschaft“, die an den Spieltagen zuvor als „Trümmertruppe“ bezeichnet worden ist. Oder als Ansammlung von Individualisten.
Mit der mannschaftlichen Geschlossenheit, die der VfR Heilbronn gegen die Sportfreunde Dorfmerkingen zeigt, wären die vier Spiele zuvor vielleicht ganz anders ausgegangen. Dann hätten die Schwarzweißen womöglich gar noch legitime Ansprüche auf den bis dato ohnehin schon aussichtslos erscheinenden Klassenerhalt. Aber „hätte, hätte, Fahrradkette“ – der Gang in die Landesliga ist spätestens jetzt unabdingbar, auch wenn immer noch rechnerisch alles möglich erscheint. Doch nur Schelme glauben daran.
Zu viele Köche haben den Kader des VfR Heilbronn zu verantworten – und verdorben
Zu viele Kaderköche haben mit ihren gewünschten Zutaten den Spielerbrei des VfR Heilbronn binnen der laufenden Verbandsliga-Saison verdorben. Und zwar ungeachtet der Tatsache, dass die Individualqualitäten eines Fußballers nicht unbedingt für ein gemeinschaftliches Gaumenmenü auf dem Platz taugen – zumal ohne Torjäger. So ist eine Mannschaft entstanden, die auf der Karte recht appetitlich wirkt, aber innerlich so zerrüttet ist, dass sie sich wie eine im „Dschungelcamp“ kredenzte Speise offenbart.

Die verlorene Partie des VfR Heilbronn in Dorfmerkingen taugt aber auch für einen kleinen Lichtblick in düsterer Zeit. Und spricht für Trainer Andreas Lechner, der keinen Anteil am Spieler-Mix im Kader trägt, dafür nun eine Bilanz erntet, die seiner nicht gerecht wird. Er coacht ein „Team“ der anderen, ein nicht-homogenes. Wenn er denn bleiben sollte, kann er in Absprache mit Alexander Thomas eigentlich nur der Planer sein. Und wenn nicht, liegt der Ball allein beim Sportdirektor selbst.
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