Wieder das „Zünglein an der Waage“ – Tiago Tomás ist der späte VfB-Held
Als es sehr nach einer Niederlage des VfB Stuttgart bei der TSG Hoffenheim aussieht, trifft Tiago Tomas in Minute 90+5 zum 3:3. Der Portugiese rettet die Schwaben. Schon wieder.
Er hat es schon wieder getan. Erst im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg, nun auch im badisch-schwäbischen Duell bei der TSG Hoffenheim. Tiago Tomás war der ganz späte Held. Beim Stuttgarter Einzug ins Berliner Endspiel traf der Portugiese in der 119. Minute der Verlängerung zum 2:1-Siegtor für den VfB. Jetzt in Sinsheim sorgte Tomás in Minute 90+5 für den 3:3-Ausgleich. Das war ein gefühlter Sieg.
„Wir haben das Ding heute mit einem Unentschieden gewonnen“, sagte Torwart Alexander Nübel. Es geht schließlich um den Einzug in die Champions League. Und der VfB ist dank des ganz späten Jubelmoments in der Tabelle knapp vor Hoffenheim geblieben, liegt nun nicht drei Punkte zurück – trotz einer phasenweise schwachen Vorstellung der Stuttgarter.
Tiago Tomas beim VfB Stuttgart das „Zünglein an der Waage“
Ermedin Demirovic, der in der 64. Minute den 2:3-Anschlusstreffer geschossen hatte, ist davon überzeugt, dass der VfB ohne Tiago Tomás die europäische Fußball-Königsklasse verpasst hätte. „Ich sage auch, dass wir ohne den Punkt wahrscheinlich - so optimistisch ich auch bin - am Ende nicht mehr reinkommen.“
Eine Pleite in Sinsheim hätte die Stuttgarter zwei Punkte hinter dem neuen Vierten Bayer Leverkusen (4:1 gegen Leipzig) zurückliegen lassen. Dank Tiago Tomás ist der VfB vor dem direkten Duell mit der Werkself am kommenden Samstag aber punktgleich. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ist froh, dass der Portugiese nach einer schwierigen Zeit zum richtigen Zeitpunkt ein Mann für die ganz besonderen Momente geworden ist. „Jetzt hat er ja zwei wichtige Tore gemacht und das hilft der Mannschaft natürlich sehr.“
Wenn man von der Ersatzbank Spieler auf den Platz bringen könne, „die sofort funktionieren“ und „sofort gefährlich werden“, dann sei das natürlich „sehr wertvoll“. Wohlgemuths zufriedene Einordnung: „Er war das Zünglein an der Waage.“ So war es jetzt zwei Mal bei Tiago Tomás. Und so könnte es nochmal kommen in den letzten Ligaspielen gegen Leverkusen und in Frankfurt sowie im Pokalfinale gegen den FC Bayern. „Ohne hellzusehen, kann das auch in den nächsten Spielen wieder so sein.“
Tor in letzter Minute – VfB-Star Tomas trifft mitten ins Hoffenheimer Herz
Das Tor zum 3:3 ließ die VfB-Fans im Sinsheimer Stadion regelrecht eskalieren, sorgte auch bei den VfB-Profis für emotionalen Überschwang. Der Treffer von Tiago Tomás habe alle im Endspurt der Saison „nochmal aufwachen lassen“, sagte Fabian Wohlgemuth. Und deutlich gemacht, wie wichtig es sei, künftig „mit einem anderen Fokus ins Spiel zu kommen“. Denn die TSG Hoffenheim hatte den VfB Stuttgart lange Zeit schlecht aussehen lassen.
Zur Helden-Wahrheit des Tiago Tomás gehört auch, dass der Portugiese eine Minute vor seinem 3:3 eine Riesenchance nicht genutzt hatte. Ganz frei war er zum Kopfball gekommen, zielte aber aus fünf Metern knapp vorbei. Nach 90 + 4 Minuten war Tomás kein Held. Aber dann. TSG-Torwart Oliver Baumann hatte den Ball bei einer Parade genau auf den Fuß von Tiago Tomás prallen lassen. Der schob die Kugel ins leere Tor, Baumann kam zu spät, um noch retten zu können.
„Ich sehe eine großartige Moral, die wir am Ende gezeigt haben“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß. Aber: „Ich sehe keine gute Leistung von uns.“ Nach dem 1:3-Rückstand sei es „eine fast aussichtslose Situation“ gewesen. VfB-Taktgeber Angelo Stiller sah allerdings „brutalen Willen“ nach der Unterzahl. „Wir haben das Spiel ab der Roten Karte gut gestaltet.“ Und Tiago Tomás wurde zum späten Helden.
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