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Nach VfB-Graffiti auf Stuttgarter Bahn – Hohe Kosten und andere Folgen

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In Stuttgart wurde wohl eine Bahn mit einem riesigen Graffiti von VfB-Ultras dekoriert. Das Zeichen der Vorfreude auf das Pokalfinale sorgt aber auch für hohe Kosten und weitere Folgen.


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Die Vorfreude auf das Finale im DFB-Pokal kennt kaum Grenzen beim VfB Stuttgart und den Fans. Am 24. Mai geht es in Berlin gegen Arminia Bielefeld um den Titel. Doch während der Ticket-Run riesig im positiven Sinne ist, sorgen manche VfB-Fans auch für negative Aktionen. So wurde eine Bahn in Stuttgart wohl mit einem "Wir holen den Pokal"-Graffiti über die komplette Länge verziert

Auf X (ehemals Twitter) reagierte die Deutsche Bahn mit dem Account "S-Bahn Stuttgart" und erklärte, dass es sich um Sachbeschädigung handelt. Heißt auch: Eine Anzeige wird wohl obligatorisch an die zuständige Polizeibehörde gehen. Doch dieses riesige Graffiti auf der Bahn in Stuttgart ist nicht die erste Aktion dieser Art. Auf Nachfrage der Heilbronner Stimme erklärt ein Bahnsprecher, welche Folgen solche Graffiti-Aktionen haben.

VfB-Graffiti auf Stuttgarter Bahn: Millionen-Schäden und Zugausfälle – die Statistik

Dass es nicht die erste dieser Aktionen war, zeigt die Statistik eines Vorjahres. Zwar handelt es sich bestimmt nicht immer um Fußballfans des VfB Stuttgart, aber der Sprecher der Deutschen Bahn erklärt gegenüber der Heilbronner Stimme: "2023 ist knapp 700 Mal ein S-Bahn-Fahrzeug ins Werk Plochingen zur Entfernung von Graffitis eingerückt." Demnach wurden rund 23.000 Quadratmeter der vermeintlichen Kunstwerke entfernt – der Bahnsprecher: "Das entspricht mehr als zwei Fußballfelder."

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Die Kosten pro entferntem Quadratmeter betragen "etwa 36 Euro". Heißt: Rund 828.000 Euro wurden investiert, um Graffiti von S-Bahnen in Stuttgart zu entfernen. Damit macht der Raum Stuttgart deutschlandweit einen großen Teil des Schadens aus, denn: "Durch Graffiti ist der DB im Jahr 2023 bundesweit ein Schaden von rund 12 Millionen Euro entstanden."

Doch damit nicht genug, denn Kosten sind nicht die einzige Folge. "Die Menschen in Deutschland wollen Bahn fahren. Täter und Täterinnen bewirken mit Graffitischmierereien aber das Gegenteil", so der Bahnsprecher nach dem Graffiti-Akt der VfB-Fans. Durch die Entfernung der Graffiti können S-Bahnen kurzfristig nicht am Betrieb teilnehmen, wodurch es "zu Komforteinbußen" kommt. Und: Das Geld für die Graffitibeseitigung könne demnach auch für "mehr Komfort und Service für unsere Fahrgäste" investiert werden.

Nach VfB-Graffiti auf S-Bahn in Stuttgart: Die weitreichenden Folgen der "Kunstwerke"

Graffiti-Sprayer bringen sich außerdem meist in Gefahr, wenn sie die "Kunstwerke", wie das riesige VfB-Graffiti, anbringen, denn die "Gefahren des Bahnbetriebs, wie durch rollende Züge oder durch Hochspannung in Oberleitungen, werden immer wieder falsch eingeschätzt und führen zu schweren Unfällen", erklärt der Sprecher der Deutschen Bahn.

Manche finden das "Wir holen den Pokal"-Graffiti der VfB-Ultras schön, manche nicht – so oder so, sind die Folgen erheblich. "Es erfordert Erfahrung und Fachwissen, um Graffitis zu entfernen. Aufwand, Umweltbelastung und Kosten sind enorm", so der Bahnsprecher. Zwei bis drei Fachkräfte brauchen demnach einen kompletten Arbeitstag für die Reinigung eines Nahverkehrs-Triebwagens. Der Lack wird zudem ebenso beschädigt und muss früher erneuert werden als geplant.

Kurzum: Kosten, Ausfallzeiten, Komforteinbußen, Gefahren – die Graffiti-Werke auf der S-Bahn in Stuttgart betreffen viele Menschen. "Die Deutsche Bahn verurteilt jeglichen Vandalismus an ihren Anlagen und Fahrzeugen", so der Bahnsprecher gegenüber der Heilbronner Stimme

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