Köpfe hängen lassen? VfB-Abwehrchef Chabot hakt 0:2-Pleite schnell ab
Statt einen Punkt mitzunehmen, gibt der VfB Stuttgart das Topspiel gegen Borussia Dortmund noch aus der Hand. Das sagen Jeff Chabot und Maximilian Mittelstädt zur Heimpleite.
Der junge Jeff Chabot, er hätte vor lauter Ärger in der Kabine am liebsten auch einen Stuhl durch die Gegend geworfen. „Es wäre ein Spiel dafür gewesen“, sagte der mittlerweile gereifte Abwehrchef des VfB Stuttgart nach dem 0:2 (0:0) gegen Borussia Dortmund mit Blick auf die zwei späten Gegentore in der Nachspielzeit durch Karim Adeyemi (90.+4) und Julian Brandt (90.+6).
Der Frust saß tief nach der Last-Minute-Niederlage, aber alles blieb heil in der Stuttgarter Kabine. „Man ist da erfahren genug“, sagte der Innenverteidiger nach der zweiten Heimniederlage der Saison, bei der Nationalstürmer Deniz Undav in der Einzelkritik schlecht abschnitt. Andere, deren Herz für den VfB schlägt, sind das offensichtlich nicht. Einige Ultras kletterten nach dem 0:2 in den Innenraum, pöbelten und geiferten. Ein Fotografen-Klappstuhl flog. Früher flog in Stuttgart ja zu dieser Jahreszeit eigentlich nur ein Stuhl, nämlich der des Trainers.
Gefühlt ist der erste BVB-Schuss gegen den VfB Stuttgart drin
Zum Glück blieb es beim Fast-Platzsturm, der eher an dunkle schwäbische Abstiegszeiten erinnerte als an ein Bundesliga-Topspiel Dritter gegen Zweiter. „Ich muss klar sagen, dass mir die Bilder gar nicht gefallen haben“, sagte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß über die Szenen danach. Das sportlich so Bittere am Stuttgarter 0:2 gegen Dortmund: „Ich weiß nicht, ob die bis zur 90. Minute überhaupt einen Schuss aufs Tor hatten“, sinnierte Maximilian Mittelstädt.
Nein, den hatte der Betonverein Borussia nicht wirklich. Sondern erst, als Finn Jeltsch die Abseitsfalle aufhob. „Jeff möchte den Ball klären, der fällt Adeyemi vor die Füße“, sagte Sebastian Hoeneß übers 0:1. „Wir waren ein bisschen unorganisiert, ich komme nicht richtig ran und dann macht er es gut“, sagte Jeff Chabot, der zuvor den Ex-Stuttgarter Serhou Guirassy komplett aus dem Spiel genommen hatte.
Der VfB dominierte mit viel Ballbesitz, schlug besonders in Durchgang eins Flanke um Flanke, die ohne Abnehmer blieb. „Es ist kein Zufall, das machen die Dortmunder schon die ganze Saison so, dass sie abgezockt sind, sehr diszipliniert verteidigen“, lobte Sebastian Hoeneß die Dortmunder Defensivstärke. Die BVB-Spielweise erinnerte an jene Zeiten, in denen die italienische Nationalmannschaft noch bei großen Turnieren mitwirken durfte und Spiele so aus dem Nichts heraus gewann wie der Bundesliga-Tabellenzweite.
Am Ende ist der VfB Stuttgart ein bisschen zu gierig gegen den BVB
Vorne mangelte es dem VfB an Ideen und Chancen. „Ein kleines Stück zum Glück hat jedes Mal gefehlt“, haderte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth mit der mangelnden Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Tor, die in engem Zusammenhang mit dem Borussia-Catenaccio stand. „Am Ende hätte man den Punkt mitnehmen müssen, dann waren wir zu gierig“, räumte Maximilian Mittelstädt ein. Wie schon beim 2:2 in Mainz verspielte der VfB Zählbares in der Nachspielzeit. Anstatt den Vorsprung auf Rang fünf weiter auszubauen, bleibt er bei drei Punkten, weil die TSG Hoffenheim gegen Mainz beim 1:2 ebenfalls patzte.
Bayer Leverkusen als Sechster ist allerdings nun auch nur noch vier Zähler zurück. „Es ist kein Thema, dass wir die Köpfe hängen lassen. Wir sind immer noch in einer guten Position, haben alles in der eigenen Hand“, sagte Jeff Chabot mit Blick auf den Saisonendspurt und das nächste Heimspiel schon am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen Aufsteiger Hamburger SV. Im Hinspiel verdaddelte man dort in der Nachspielzeit in Überzahl einen Punkt. Noch so ein VfB-Frustspiel.
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