Topspiel-Remis und Mourinho-Ausraster - FC Porto kommt mit Dämpfer zum VfB
Der VfB Stuttgart trifft am Donnerstag im Europa-League-Achtelfinale auf den FC Porto. Die Portugiesen verspielten im nationalen Spitzenspiel bei José Mourinhos Benfica Lissabon eine Führung.
Der FC Porto hat am Sonntagabend einen ganz großen Schritt zum nationalen Meistertitel verpasst. Der Tabellenführer spielte beim Dritten Benfica Lissabon 2:2 (2:0). Nach 25 von 34 Spieltagen sind es für den Europa-League-Gegner des VfB Stuttgart vier Punkte Vorsprung auf den Zweiten Sporting Lissabon und sieben Zähler Abstand zum Dritten, José Mourinhos Benfica.
Der Däne Victor Froholdt (10. Minute) und der erst 17-jährige Pole Oskar Pietuszewski (40.) hatten den FC Porto mit 2:0 in Führung gebracht, aber am Ende stand es nur 2:2. In der Nachspielzeit sah José Mourinho die Rote Karte.
Skandal-Trainer Mourinho schießt den Ball auf die Bank des FC Porto
Nach dem Ausgleich von Leandro Barreiro in der 89. Minute wurde es hitzig. Nach dem Spiel meinte der oft in Skandale verwickelte Mourinho: „Der Schiedsrichter sagte, er habe mich weggeschickt, weil ich einen Ball auf die Ersatzbank des FC Porto getreten habe. Das ist völlig falsch. Oft trete ich bei unseren Toren den Ball in Richtung der Tribüne, um einem glücklichen Fan eine Chance zu geben. Ich weiß, dass ich technisch nicht sehr gut bin, aber es war für die Tribüne gedacht. Ich wurde zu Unrecht weggeschickt. Der vierte Offizielle hat während des gesamten Spiels einen schrecklichen Job gemacht.“
Der Stuttgarter Europa-League-Achtelfinalgegner FC Porto blickt auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurück. 2004 gewann der Club die Champions League, besiegte im Finale in der Arena auf Schalke unter dem damals aufstrebenden Trainer José Mourinho die AS Monaco mit 3:0.
Mit 30 Meisterschaften und 20 Pokalerfolgen ist das im Estádio do Dragão beheimatete Team historisch betrachtet die Nummer zwei in Portugal hinter Benfica. 1987 gewann der FC Porto den Europapokal der Landesmeister im Finale mit 2:1 gegen den FC Bayern. 2011 holte Porto die Europa League, 2003 den Uefa-Cup. 1987 und 2004 wurde man Weltpokalsieger.
Portos Trainer Francesco Farioli hat einen außergewöhnlichen Weg genommen
Aktuell wird der FC Porto vom Italiener Francesco Farioli trainiert. Der 36-Jährige spielte nie auf Profiniveau und schlug früh einen anderen Weg ein. An der Universität Florenz studierte er Philosophie und Sportwissenschaften, schrieb seine Abschlussarbeit über die Philosophie und Ästhetik des Spiels und die Rolle des Torhüters.
Mit einem Blogartikel machte er seinen Landsmann Roberto De Zerbi auf sich aufmerksam, der ihn zunächst zu Benevento Calcio, später zu US Sassuolo holte und ihn dort an die Rolle des Assistenztrainers heranführte. Nach zwei Jahren in Sassuolo begann Fariolis Laufbahn als Cheftrainer. Erste Station: der türkische Erstligist Karagümrük, dann kam der Club Alanyaspor in der Türkei, danach führte sein Weg zu OGC Nizza und Ajax Amsterdam. Jetzt ist er Erfolgsmacher beim FC Porto.
In der Ligaphase der Europa League hat Porto nur in Nottingham verloren
In der Ligaphase der Europa League wurde der FC Porto Fünfter im Feld der 36 Mannschaften. Von den acht Spielen wurde nur eines verloren, mit 0:2 beim Premier-League-Team von Nottingham Forest. Porto war direkt fürs Achtelfinale qualifiziert, der VfB Stuttgart als Elfter der Ligaphase musste die Playoffs bestreiten und kam gegen Celtic Glasgow weiter. Auswärts gab es einen Stuttgarter 4:1-Sieg, zu Hause in der MHP-Arena eine 0:1-Niederlage. Nun soll aber das Heimspiel gegen den FC Porto (Donnerstag, 18:45 Uhr, live im TV und Stream) gewonnen werden.
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