Tel-Aviv-Fans gegen VfB dabei – Stuttgart kann zum Vorbild in Europa werden
Beim Europa-League-Spiel des VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv dürfen israelische Fans in die MHP-Arena. Das ist gut so, denn Stuttgart kann zum Vorbild in Europa werden.
Ein internationales Festspiel im Fußball? Nicht immer, wie die Fans des VfB Stuttgart bereits mehrfach bei Auswärtsspielen erleben mussten. Umso wichtiger ist es, dass am kommenden Donnerstag beim Heimspiel gegen Maccabi Tel Aviv die Auswärtsfans nicht ausgeschlossen werden. Trotz politischer Brisanz. Trotz Gefahrenlage. Und gerade in Deutschland und der Vorweihnachtszeit, in der das Miteinander großgeschrieben wird.
Der VfB Stuttgart präsentiert sich als „bunt“ – und grenzt nicht aus. Die Stadt Stuttgart zeigt sich als Gastgeber – ohne Notverordnungen. Nun liegt es an den rund 3000 israelischen Fans von Maccabi Tel Aviv für ein Fußballfest in der baden-württembergischen Hauptstadt zu sorgen. Eines, worauf sie selbst lange gewartet haben, denn bei Aston Villa wurden sie ausgeschlossen. In Amsterdam gejagt. Solche Szenen soll und darf es in Deutschland nicht geben.
Europa League: Kein Ausschluss der israelischen Gästefans beim VfB Stuttgart
Die Polizei Stuttgart hat eine Mammutaufgabe vor sich. Der Weihnachtsmarkt und die Innenstadt müssen ebenfalls geschützt werden, die Gefahr eines Anschlags ist hoch. Die Einsatzkräfte müssen „mit einem der größten Einsätze der letzten zehn Jahre in Stuttgart“ dafür sorgen, dass es friedlich bleibt. Diese Herausforderung darf die sonst auf Plakaten oft Polizei-kritische Fanszene (zum Beispiel: „Polizei Stuttgart: Größter Feind der Fankultur“) wohlwollend beachten, um in Zukunft ohne Beigeschmack für eine offene Fankultur werben zu können – und auch künftig Auswärtsfans begrüßen zu können. Es geht hier um mehr als nur den Fußball. Es geht um das Miteinander ohne Vorurteile und Diskriminierung im Sport.
Und es geht auch darum, dass Stadien und Fußballspiele in Deutschland sicher sind. Dass wir es besser machen als die Niederlande oder Italien. Länder, in denen organisierte Fanszenen teils pauschal ausgeschlossen werden, um Tumulte und Auseinandersetzungen zu verhindern. Der VfB Stuttgart und die Stadt Stuttgart mitsamt der Einsatzkräfte können nun europaweit zum positiven Beispiel werden. Wenn der Europa-League-Spieltag ohne Probleme über die Bühne geht.
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