Hallo Kritiker, Mund halten – VfB-Star Deniz Undav hat recht mit seinem Frust
Ein paar Torchancen vergeben, mal zwei Spiele nicht getroffen, schon stand Deniz Undav als schlechter Stürmer da. Der Torjäger des VfB Stuttgart ließ jetzt seinen Frust raus. Gut so, findet unser Autor.
Warum sitzt König Fußball fest auf dem Thron? Warum wird in den Kneipen oder bei Begegnungen auf der Straße über Wohl und Wehe der Bundesliga-Lieblingsvereine debattiert und nicht übers Bobfahren? Weil die Kickerei in Deutschland Abermillionen Menschen fasziniert - und weltweit sogar Milliarden. Im Fußball treten die ganz großen Emotionen als Massenphänomene zutage. Wenn der Ball rollt, werden Leidenschaften geweckt.
Bei den Fans. Aber auch bei den Spielern auf dem Rasen. Auch sie werden emotional mitgerissen. Held oder Depp? Triumph oder Tragödie? Das liegt oft ganz nah beisammen.
„Mund halten“ – VfB-Star Undav bringt Kritiker zum Schweigen
Keine Frage: Die Protagonisten des wirtschaftlich oft so kalt erscheinenden Fußball-Business müssen ihre Gefühle ein Stück weit rauslassen dürfen. So hat es Deniz Undav beim 3:0-Sieg des VfB Stuttgart in Mönchengladbach getan, als ihm das finale Tor gelungen war. Undav hatte sich in den Tagen zuvor ungerecht behandelt gefühlt, weil er als Torchancen-Verschluderer dargestellt wurde. Dass er zuvor immens viele Treffer für den VfB Stuttgart erzielt hatte, war den Kritikern plötzlich egal geworden.
Also platzte es aus Undav heraus: „Einfach mal den Mund halten!“ Die Zweifel an seinem Können hatten ihn offenbar mächtig geärgert, „dass man jetzt nach zwei Spielen so nervt von der Seite, von links und rechts: Schlechter Stürmer, der kann nichts und was weiß ich“, grantelte er bei DAZN.
Frust-Interview von VfB-Star Deniz Undav nach Sieg in Gladbach
Tatsächlich war es eine sehr kurze Durststrecke. Und warum? Weil Deniz Undav einfach richtig gut ist. Weil er Knipser-Instinkte hat. Nach einer Stunde Spielzeit eingewechselt, traf er in Mönchengladbach in der 74. Minute zum 3:0-Endstand.
Die Kritik an ihm? Ungerecht! „Ich habe die Dinger nicht reingemacht, ich muss die Dinger reinmachen. Aber man hat mal solche Tage und mal andere.“ Undav war angefressen. „Alle reden viel. Auch die Medien.“
Also redete er am Sonntag ebenfalls viel. Und palaverte sich den Frust von der Seele. Das ist völlig okay, auch wenn man anderen Leuten eigentlich nicht den Mund verbieten sollte. Aber der VfB-Torjäger ist halt einer, der seinen Job mit ganz viel Leidenschaft ausübt. Und wenn die Fans sich über ihn aufregen, bitte, dann darf er sich auch über die Kritiker echauffieren.
Sowas gehört zum Fußball, dieser Emotionsmaschine. Und es war ja auch interessant anzusehen, wie Deniz Undav nach seinem Tor reagierte, mit einem Jubel der besonderen Art. Klappe halten, sollte das den Motzkis signalisieren. Keine feine Geste. Aber Fußball ist halt auch nicht Bobfahren.
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