Bundesligist Sport-Union Neckarsulm ist zurück im Trainingsalltag
Die Stimmung gut, die Vorfreude groß: Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm ist mit viel Optimismus in die Vorbereitung gestartet. Neue Spielideen und Personalkonstellationen zeichnen sich bereits ab.

Keine Verletzten, keine Rückschläge, keine unverhofften Überraschungen. Im Gegenteil. Nach den ersten zweieinhalb Vorbereitungswochen ist die Stimmung bei der Sport-Union Neckarsulm bestens. Einzig bei der Wahl seiner Testspielgegner hatte der Handball-Bundesligist bisher kein Glück.
Ende vergangener Woche sagten die Drittligisten TSV Wolfschlugen und SG Schozach-Bottwartal ihre jeweils für diese Woche terminierten Duelle mit den Neckarsulmerinnen wegen Personalengpässen ab. Und auch der finanziell strauchelnde Meister HB Ludwigsburg machte für das geplante Kräftemessen am 17. August vorzeitig einen Rückzieher. „Das ist natürlich schon etwas schade“, sagt Trainer Thomas Zeitz, der über den Sommer nicht nur seine Akkus wieder auf-, sondern auch ein paar Kilos abgeladen hat.
Positives Fazit nach Trainingslager in Thüringen
Ansonsten ist die Vorfreude groß – beim 51-Jährige ebenso wie bei seinen Spielerinnen. „Ich bin sehr, sehr happy mit den ersten Wochen. Alle sind fit, haben in der trainingsfreien Zeit ihre Hausaufgaben gemacht und das Trainingslager war ein enorm gutes Event. Direkt in der dritten Woche schon auf einem so hohen Niveau einzusteigen, das ist schon gut“, resümiert Zeitz.
In der Landessportschule im thüringischen Bad Blankenburg, in der in der Vergangenheit auch schon die Ligakonkurrenten Buxtehuder SV und SV Union Halle-Neustadt Station gemacht hatten, standen in der vergangenen Woche der Handball und im Speziellen die Abwehrarbeit im Mittelpunkt, zudem überzeugten an der Porzellanstraße die Vor-Ort-Bedingungen und die kurzen Wege.
Trainer Zeitz sucht passende Spielerinnen-Blöcke
Auf die ersten Erfolge des Trainingslagers aufbauend sollen bis zum Pflichtspiel-Auftakt am 22. August (20 Uhr) im DHB-Pokal beim 1. FSV Mainz 05 Lösungen für die wichtigsten taktischen Herausforderungen gefunden werden. Trainiert wird dieser Tage viel in verschiedenen Sechs-gegen-Sechs-Konstellationen; das soll den Konkurrenzkampf fördern und funktionierende Spielerinnen-Blöcke herauskristallisieren.
Hausaufgaben und Baustellen haben der Trainer und seine Mannschaft allerdings noch zu genüge. Wie im Vorjahr wird es regelmäßig eine Rechtshänderin auf Halbrechts ziehen, weil neben Lilli Holste weiterhin nur eine Rückraum-Spielerin mit links wirft. Hier früh funktionierende Varianten zu finden, dürfte essenziell sein.

Kreativität und Flexibilität ist auf Linksaußen gefragt
Ein neues Sorgenkind ist nach dem Wechsel von Rabea Pollakowski zur SG Schozach-Bottwartal die linke Außenbahn. Hier wird eine Rückraum-Akteurin einspringen müssen, weil eine zweite Linksaußen neben Alessia Riner nicht gefunden worden ist. Dafür gebe es aber bereits Lösungen, betont Thomas Zeitz. Auch aus dem Mannschaftskreis seien Ideen eingebracht worden. Im Training waren zuletzt Lynn Holtman, die vorerst Teil des Teams bleiben soll, und Angunn Gudmestad diejenigen, die auf die Außenbahn auswichen. Die Norwegerin könnte mit ihrer Power von dort für Gefahr sorgen, auch wenn sie die Rolle nicht klassisch an der Torauslinie interpretiert.
Sollte sich die 24-Jährige dort zurechtfinden, schüfe sich Zeitz zudem elegant einen weiteren Platz im Rückraum. Denn hier hat die Variante mit vier Spielerinnen bereits in der Vorsaison immer wieder funktioniert. Daher gilt es, die Neuzugänge auf dieser Position – Alicia Soffel, Kamila Kordovská und Paulina Uscinowicz – schnell zu integrieren. „Das wird gut werden, da bin ich mir relativ sicher“, hat der Trainer keine Sorgen, eine gute Mischung zu finden.
Annefleur Bruggeman bleibt am Kreis und im Rückraum eine Option
Dass es am Ende im Neckarsulm eine klare Spielgestalterin wie im Vorjahr Sinah Hagen geben wird, ist indes nicht zu erwarten. Hier setzt Zeitz bereits früh auf Rotation und wechselnde Laufwege. Nach den ersten Eindrücken könnten gerade in Drucksituationen am ehesten Annefleur Bruggeman oder Kordovská zur Spielauslöserin werden; das Casting sei allerdings noch in vollem Gange, betont Zeitz.
Bliebe noch der Blick an den Kreis. Das Spiel mit zwei Kreisläuferinnen soll weiter verstetigt werden – auch weil die aus der zweiten französischen Liga verpflichtete Merle Albers sich zwar noch an das höhere Tempo gewöhnen muss, ansonsten neben Kim Hinkelmann und Allzweckwaffe Bruggeman aber schon früh zu gefallen weiß.
All das macht Thomas Zeitz viel Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison. „Qualität haben wir brutal viel“, sagt der Übungsleiter, doch ein gutes Niveau im Training garantiere noch keine erfolgreiche Saison.
Überarbeiteter Terminplan
Aufgrund der drei Testspiel-Absagen gegen den TSV Wolfschlugen, die SG Schozach-Bottwartal und HB Ludwigsburg hat sich der Vorbereitungsplan der Sport-Union Neckarsulm verändert. Der 5. August ist als Nachholtermin für ein Duell mit der HB Ludwigsburg (18 Uhr, Pflugfelden) weiterhin fraglich. Tags darauf lädt der Verein allerdings definitiv ab 18 Uhr zur Saisoneröffnung ins Neckarsulmer Audi-Forum.
Den 2. „SUN Handball-Cup“ richtet die Sport-Union am Wochenende des 9. und 10. August in der Sulmhalle aus. Teilnehmer sind in Gruppe B neben den Gastgeberinnen Zweitligist Füchse Berlin und ATH Strasbourg aus Frankreichs erster Liga. In Gruppe A duellieren sich mit der TuS Metzingen und der HSG Bensheim/Auerbach zwei Erstligisten mit Zweitligist HC Rödertal.
Weitere Testspiele wird es am 15., 16. und 17. August geben. Gegner sind dann die TuS Metzingen in Metzingen (20 Uhr), der 1. FSV Mainz 05 in Mainz (16 Uhr) und die Spono Eagles aus dem schweizerischen Nottwil in Benningen (17 Uhr). Am 19. August (18.30 Uhr) präsentiert sich die Mannschaft bei einer öffentlichen Trainingseinheit in der Sulmhalle den Fans.



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