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Erst feiern, dann wieder Gas geben: Sport-Union Neckarsulm im Bundesliga-Stress

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Auf den Letzten folgt der Erste: Handball-Bundesligist Sport-Union Neckarsulm erwartet am Freitagabend nach einer kurzen Vorbereitung Borussia Dortmund zum Weihnachtsspiel.

Gemeinsam jubeln möchte die Sport-Union auch am Freitagabend gegen Borussia Dortmund. Der BVB hat in dieser Saison allerdings noch nicht verloren.
Gemeinsam jubeln möchte die Sport-Union auch am Freitagabend gegen Borussia Dortmund. Der BVB hat in dieser Saison allerdings noch nicht verloren.  Foto: Larissa Eisele

Man mochte es sich am Sonntagabend gar nicht ausmalen, auf welche Tiefen das Stimmungsbarometer im Neckarsulmer Mannschaftsbus auf dem Weg von Leverkusen zurück ins Unterland gefallen wäre, wenn zuvor Lena Ivancok den letzten Wurf von Johanna Andresen und den 21:20-Erfolg mitsamt den beiden damit verbundenen Punkten nicht festgehalten hätte.

Auch so überwog eher die Erleichterung als die Freude über den letztlich beinahe erzitterten dritten Saisonsieg; das eine Tor Unterschied hatte für ein tiefes Durchatmen im Neckarsulmer Lager gesorgt. „Jeder wird jetzt erst einmal die Zeit mit der Familie genießen und dann geht’s am 26. Dezember weiter“, sagte Munia Smits noch in der Ostermann-Arena, wenige Stunden vor ihrem 25. Geburtstag.


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Erinnerung an 40 gute Pokal-Minuten in Dortmund

Dass die Neckarsulmer Spielführerin bereits über Heiligabend hinaus blickte, ist dem eng getakteten Spielplan in der Handball-Bundesliga der Frauen geschuldet. Nach dem Duell mit dem punktlosen Tabellenletzten Bayer Leverkusen ist am Freitag ab 19.30 Uhr mit Borussia Dortmund der bislang noch ungeschlagene Ligaprimus zu Gast in der Ballei, mit dem die Sport-Union in dieser Saison bereits in der zweiten DHB-Pokal-Runde Bekanntschaft gemacht hat (31:36).

„Das war damals bis auf die erste Viertelstunde nicht so schlecht“, erinnert sich Thomas Zeitz an das Auswärtsspiel Anfang Oktober. „Bei denen kommen viele aus der EM-Pause, die müssen sich auch erst einmal wieder finden.“

BVB mit Anlaufschwierigkeiten gegen die TuS Metzingen

Wie zum Beweis tat sich der BVB am Sonntag im direkten Duell der beiden nächsten Neckarsulmer Gegner gegen die in dieser Saison strauchelnde TuS Metzingen (33:29) mit ihrer neuen Trainerin Miriam Hirsch schwer, lag zur Pause mit 11:13 zurück und bekam erst nach dem Seitenwechsel echten Zugriff auf Spiel und Gegner. „Das ist schon ein Programm für uns, aber manchmal tut man sich gegen einen stärkeren Gegner ja ein bisschen leichter“, sagt Thomas Zeitz.


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Der Rahmen zur Spielvorbereitung ist für ihn und seine Mannschaft allerdings knapp bemessen. Am 26. Dezember wird abends trainiert, bevor am Spieltag noch eine morgendliche Einheit eingeschoben wird, ehe es abends beim Spiel zu einem erneuten Wiedersehen mit Nationaltorhüterin Sarah Wachter kommt.

„Wir sind gut beraten, jetzt ein schönes Weihnachten zu haben und dann wieder Gas zu geben“, sagt der Trainer, schließlich soll in den vier restlichen Partien bis Mitte Januar noch etwas für das eigene Punktekonto getan werden.

Mögliches Erfolgsrezept: Weniger Hektik, mehr Treffsicherheit

„Zwei Punkte waren das Minimum, drei wären schön und alles, was darüber hinaus geht, wäre fantastisch“, will Thomas Zeitz seine Mannschaft keinem überbordenden Druck aussetzen. Lena Ivancok formuliert das Vorhaben für die nächsten Wochen hingegen noch ein wenig selbstbewusster: „Es erwarten uns starke Gegner, aber nach den zwei Punkten aus Leverkusen sind auf jeden Fall noch einmal zwei Punkte zu holen. Unser Ziel ist es, das Jahr dann mit diesen vier Punkten zu beenden.“

„Wir wollen manchmal zu viel und machen dann zu leichte Fehler.“

Munia Smits

Dafür braucht es aber im Vergleich zum Auftritt in Leverkusen eine klare Leistungssteigerung. „Es wäre schön, wenn wir vorne die Bälle reinmachen und ab und zu die hektischen Phasen minimieren“, sagt Munia Smits und hat damit indirekt zugleich die simpel klingende Lösung für einen nicht unwesentlichen Teil der Neckarsulmer Probleme formuliert. „Aber wir wollen manchmal zu viel und machen dann zu leichte Fehler.“

Die Dortmunder Borussia, die in dieser Spielzeit einzig beim 25:25 am ersten Spieltag gegen den Buxtehuder SV einen Zähler abgab, dürfte solche Fehler humorlos ausnutzen. Kim Hinkelmann (Patellasehne) wird am Freitagabend weiterhin fehlen. Johanna Fossum, die in Leverkusen auf dem Spielberichtsbogen stand, aber an leichten Knieproblemen laboriert, könnte hingegen in den Kader zurückkehren.


Trikot-Aktion für den guten Zweck

Für ihr Weihnachtsspiel gegen Borussia Dortmund hat sich die Sport-Union eine besondere Aktion ausgedacht. Einmalig wird die Mannschaft in speziellen Weihnachtstrikots von Ausrüster Erima spielen, die in den darauffolgenden Tagen im Internet für den guten Zweck versteigert werden.

Die hellblauen Shirts mit Schneeflocken-, Rentier- und Weihnachtsbaum-Mustern sind von den in den 1980er-Jahren populär gewordenen Strickpullovern mit Weihnachtsmotiven inspiriert. Die Hälfte der bei der Auktion eingenommenen Summe wird an drei von den Spielerinnen ausgewählte gemeinnützige Organisationen fließen, mit der anderen Hälfte deckt der Verein seine Mehrkosten.

Weitere Informationen werden pünktlich zum Spieltag online unter handball.su-neckarsulm.de/weihnachtstrikot zu finden sein.

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