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Neckarsulmer Kampfgeist wird bei Borussia Dortmund nicht belohnt

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Handball-Erstligist Sport-Union Neckarsulm unterliegt am Freitagabend in seinem vorgezogenen Bundesliga-Spiel bei Tabellenführer Borussia Dortmund. Zwischen einem guten Beginn und einem guten Ende verliert die Sport-Union kurzzeitig den Faden.

Die Sport-Union und ihre treffsichere Kreisläuferin Kim Hinkelmann streckten sich gegen Borussia Dortmund nach etwas Zählbarem, belohnten sich allerdings nicht.
Die Sport-Union und ihre treffsichere Kreisläuferin Kim Hinkelmann streckten sich gegen Borussia Dortmund nach etwas Zählbarem, belohnten sich allerdings nicht.  Foto: Seidel, Ralf

Ohne handballerisch zu glänzen, aber doch mit einer starken Mentalitätsleistung hat sich die Sport-Union Neckarsulm in Dortmund in die Nationalmannschaftspause der Handball-Bundesliga verabschiedet. Bei Tabellenführer Borussia Dortmund verlor die Sport-Union am Freitagabend in einer vorgezogenen Partie des 19. Spieltages zwar verdient mit 29:32 (12:16), hatte sich dabei nach einer Leistungsdelle rund um die Halbzeitpause jedoch zurück ins Spiel gekämpft und dem BVB anschließend bis in die Schlussminuten auf Augenhöhe einen Kampf um die Punkte geliefert.

„Wir sind natürlich enttäuscht, nichts mitgenommen zu haben, aber können im Großen und Ganzen mit unserer Leistung zufrieden sein, denke ich“, sagte Antje Döll, Neckarsulms Linksaußen und mit sieben Treffern Top-Torschützin der Sport-Union. In verschiedenen Phasen hatte der Neckarsulmer Auftritt in der Sporthalle Wellinghofen vielversprechend ausgesehen.

Melinda Szikora bringt Borussia Dortmund auf ihrer Abschiedstour wieder ins Spiel

Gegen in der Anfangsviertelstunde lethargisch agierende Gastgeberinnen setzte die Sport-Union mehrfach empfindliche Nadelstiche. Immer dann, wenn sich Munia Smits oder Alicia Soffel dem Zugriff der BVB-Abwehr entziehen konnten und aus der Distanz zum Abschluss kamen, wurde es für den Tabellenführer gefährlich. Nach einem feinen Heber von Döll führte der Außenseiter sogar mit 9:5 (14. Minute) und veranlasste BVB-Trainer Henk Groener zu einer ersten Auszeit.

Die Ansprache des ehemaligen Bundestrainers kam aus Sicht der Schwarz-Gelben zur genau richtigen Zeit. Denn einerseits parierte die überragende Torhüterin Melinda Szikora (19 gehaltene Bälle; 40,4 Prozent Paradenquote), die unter der Woche ihr Karriereende im Sommer angekündigt hatte, in der Folge eine ganze Reihe halbherziger Neckarsulmer Abschlüsse, andererseits ließen sich Nationalmannschaftsrückkehrerin Dana Bleckmann und Alieke van Maurik im Dortmunder Rückraum von der nun zu passiv agierenden Neckarsulmer Abwehr nicht verteidigen.



(Ex-)Nationalspielerinnen geben dem BVB keine Sicherheit

Mit einer wenig cleveren Abwehraktion handelte sich die eingewechselte Angunn Gudmestad und ihrer Mannschaft zudem noch eine Zwei-Minuten-Strafe ein, so dass der nun revitalisierte BVB in Überzahl wenig Mühe hatte, seine Stärken auszuspielen und selbst mit vier Toren in Führung zu gehen.

Eine ab der 20. Spielminute wenig druckvoll agierende Sport-Union hatte sich zunehmend in Zeitspiel-Situationen wiedergefunden und im Rückzugsverhalten zu häufig die Ordnung verloren. Ein Vier-Tore-Rückstand zur Pause war die logische Folge.

Munia Smits steht vor A-Länderspiel-Debüt

Fünf Spielerinnen der Sport-Union Neckarsulm sind während der anstehenden Nationalmannschaftspause auf Länderspielreise. In der EM-Qualifikationsgruppe 3 sind Antje Döll (Deutschland) als auch Debütantin Munia Smits (Belgien) im Einsatz. Das DHB-Team bekommt es in Celje (4. März) und Heidelberg (8. März) mit Slowenien zu tun, die „Black Arrows“ in Hasselt (4. März) und Kumanovo (7. März) mit Nordmazedonien. Im April kommt es dann zu zwei direkten Duellen zwischen den Teamkolleginnen.

Ebenfalls in der EM-Qualifikation ist Lena Ivancok mit Österreich gefordert. Gegner Spanien reist am 4. März nach Wien und ist dann drei Tage später in Algeciras Gastgeber. Polen (Paulina Uscinowicz) und Tschechien (Kamila Kordovská) sind als Co-Gastgeber der EM qualifiziert und spielen daher Vorbereitungspartien im EHF Euro Cup. Polen ist gegen Norwegen im Einsatz (5./7. März), Tschechien in der Parallelgruppe gegen die Türkei (4./7. März). 

Nachdem sich dieser Trend zu Beginn der zweiten 30 Minuten fortgesetzt hatte und die Borussia, bei der nun die (Ex-)Nationalspielerinnen Lisa Antl und die von ihrer viermonatigen Hüftverletzung zurückgekehrte Alicia Langer auf der Platte standen, mit fünf Treffern in Führung gelegen hatte, fand sich die Sport-Union Neckarsulm rund um die 40. Minute plötzlich doch noch einmal im Spiel wieder.

Sport-Union schnuppert in der Schlussphase wieder an einem Punktgewinn

Denn immer wieder unterband die Mannschaft von Trainer Thomas Zeitz nun den Spielfluss des Champions-League-Teilnehmers und verwickelte ihn auf beiden Seiten des Feldes in kräftezehrende Zweikämpfe.

Wie von Zeitz im Vorfeld gefordert, präsentierten sich die Unterländerinnen nun giftig und unangenehm. Zahlreiche Zeitstrafen und Siebenmeter-Pfiffe waren ebenso die Folge dessen wie eine kleine Neckarsulmer Aufholjagd. Und als Munia Smits auf 21:22 (44.) und Antje Döll auf 25:26 (52.) verkürzten, war die Hoffnung bei den Gästen mit einem Mal zurück. „Jetzt ist unsere Zeit!“, motivierte Thomas Zeitz in einer späten Auszeit. Doch die größere Kaltschnäuzigkeit des BVB im Torabschluss machte in den entscheidenden Minuten dann den Unterschied.


Sport-Union Neckarsulm: Ivancok (12 Paraden); Fossum (1 Parade) – Ossenkopp (1), Smits (4), Kordovská (1), Hinkelmann (4), Soffel (5), Döll (7/2); Van der Linden (3), Albers, Gudmestad, Bruggeman (1), Holtman, Uscinowicz (3/3).

Erfolgreichste Werferinnen Borussia Dortmund: Alieke van Maurik (8), Dana Bleckmann (6), Kelly Vollebregt (6).

Schiedsrichter: Marvin Völkening/Jonas Zollitsch.

Siebenmeter: Borussia Dortmund: 4/5; Sport-Union Neckarsulm: 5/7.

Zeitstrafen: 2/4.

Zuschauer: 1321.

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