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Neue Reize in Berlin für SUN-Schwimmerin Bente Fischer

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Bente Fischer zieht es nach Berlin. Die Schwimmerin und Brustspezialistin der Sport-Union Neckarsulm trainiert in der Hauptstadt unter Lasse Frank. Ein Ziel ist die Olympia-Teilnahme.

Wohin geht der Blick? Brustschwimmerin Bente Fischer ist nach Berlin gezogen und hat sich dort der Trainingsgruppe um Lasse Frank angeschlossen.
Foto: imago-images/Eibner
Wohin geht der Blick? Brustschwimmerin Bente Fischer ist nach Berlin gezogen und hat sich dort der Trainingsgruppe um Lasse Frank angeschlossen. Foto: imago-images/Eibner  Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Tino Henschel

Schon beim Blick aus dem Fenster kommt dieses gute Gefühl auf. Blauer Himmel, Sonne pur, Palmen. "Das habe ich noch nie erlebt, dass es so prima läuft", sagt Bente Fischer und strahlt. Im Dezember und Januar aus dem Wasser zu steigen ohne zu schlottern, sich stattdessen im Badeanzug hinzulegen, um die Sonnenstrahlen zu genießen - das macht Laune. Doch: Was nach Urlaub klingt, ist ein Wintertrainingslager mit zwei Einheiten täglich. Powern, nicht faulenzen. Arbeit, keine Erholung. Die gibt es in Teguise auf Lanzarote bestenfalls für ein paar Stunden, wenn Lasse Frank seiner Gruppe einen halben Tag zum Regenerieren frei gibt.

Auch ihr Freund und Vereinskamerad Henning Mühlleitner trainiert in Berlin

Seit dem 29. Dezember ist Bente Fischer auf der spanischen Kanaren-Insel, am Freitag fliegen sie zurück. Sie, das sind nicht mehr ihre Trainingspartner im Sportbad Aquatoll, wo Dan Morse das verkleinerte Team der Sport-Union Neckarsulm als Nachfolger von Matthew Magee betreut.

Bente Fischer hat sich nach den deutschen Kurzbahnmeisterschaften Mitte November in Berlin entschieden in der Hauptstadt zu bleiben - und sich der Gruppe von Lasse Frank, seit 2019 der dortige Bundesstützpunkttrainer, anzuschließen. Jenen Weg, den nach dem Ende des Neckarsulmer Topteams schon ihr Vereinskamerad und Freund, der Olympia-Vierte von Tokio, Henning Mühlleitner, gewählt hat.

Bente Fischer startet weiterhin für die Sport-Union Neckarsulm

"Es hat nichts mit Neckarsulm als Standort zu tun", sagt Bente Fischer, die auch weiterhin für die Sport-Union startet. "Vom Schwimmkurs bis zur Qualifikation für die Europameisterschaften bin ich hier gewesen. Jetzt wollte ich raus aus der Komfortzone, mich als Kleinstadt-Kind auf die Großstadt einlassen." Neue Reize setzen, sich nochmals weiterentwickeln, obwohl Fischer die Reize der Heimat liebt.

Die 26-Jährige ist das Gefühl nicht losgeworden zu stagnieren. Bei der Universiade im Sommer 2023 im chinesischen Chengdu schwimmt die Brustspezialistin eine Zeit von 2:29 Minuten - erwartet hat sie weit mehr. Zwei Jahre zuvor bei der Europameisterschaft ergeht es ihr genauso. Diese kleinen Dämpfer trotz des harten Trainings, da kommen Selbstzweifel auf. In ihr reift die Entscheidung, es muss sich irgendetwas ändern.

Bente Fischer will wieder mehr Spaß am Schwimmen haben

An Silvester haben Bente Fischer und ihre Trainingsgruppe angestoßen. "Auf das gemeinsame Ziel Olympia." An den Spielen allein aber mag sich die Unterländerin nicht zu sehr festklammern. Die Qualifikationszeit für ihre Paradedisziplin, die 200 Meter Brust, liegt eine Sekunde unter dem deutschen Rekord. Das ist happig. "Ich möchte die Qualifikation schwimmen und schauen, ob es reicht. Wenn ich es nicht schaffe, geht für mich die Welt aber nicht unter. Ich reduziere mich nicht nur auf Paris", meint Bente Fischer. Primär gilt für die gebürtige Neckarsulmerin "wieder mehr Spaß am Schwimmen zu finden, nicht mehr alle Einheiten nur abzuarbeiten".

Kater Loki muss in Neckarsulm bleiben

Die Trainingsphilosophie in Berlin, die kurzen Wege in Hohenschönhausen und die vielen Trainingskollegen, darunter Ole Braunschweig, EM-Dritter über 50 Meter Rücken, Nele Schulze oder Ramon Klenz motivieren sie. "Ich komme mit allen super klar", sagt Bente Fischer und ist dankbar, dass Lasse Frank ihr die Möglichkeit gegeben hat, obwohl er sich bereits um knapp ein Dutzend Schwimmer kümmert. Unter seiner Führung entpuppt sich der Standort nach und nach zur Talentschmiede für Sprinter und Mittelstreckler. Ähnlich dem Langstrecken-Vorbild Magdeburg.

Die schöne Altbauwohnung in Berlin-Gesundbrunnen tut ihr Übriges, dass das Mitglied des Sporthilfe Perspektivteams angekommen ist. Wäre da nur nicht Loki, ihr Kater. Den Liebling in der Heimat zurückzulassen, ist Bente Fischer schwergefallen. "Er wäre hier aber nicht glücklich geworden und ich wollte nicht egoistisch sein, zudem sind wir oftmals auch nicht da", sagt sie. Wie zur Zeit. Ein Trost: Sie weiß den Jungspund bei ihren Eltern bestens untergebracht. Und einen neuen Spielkameraden hat Loki auch schon gefunden.

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