Vom Bett aufs Podest: Bente Fischers DM-Glück mit Silber
Die Schwimmerin der Sport-Union Neckarsulm ist in ihrer neuen Trainingsgruppe angekommen und und auch mit ihrem neuen Trainer Daniel Morse auf einer Wellenlänge.

Raus aus dem Auto, rein ins Schwimmbecken. Nach etwa sechs Stunden Autofahrt von Berlin nach Neckarsulm entscheidet sich Bente Fischer, direkt das Sportbad Aquatoll anzusteuern. Um auf drei Trainingskilometern ihre Arme und Beine bei einer lockereren Einheit auszuschütteln.
In ihrer Tasche liegt noch die Silbermedaille von den deutschen Meisterschaften, die im Rahmen der Finals in Berlin ausgetragen worden sind. Platz zwei über ihre Topstrecke, 200 Meter Brust (2:27,88 Minuten), hinter der Cannstatterin Kim Herkle (2:27,27). Fischers ärgste Konkurrentin, Anna Elendt, hat vor dem Finale wegen einer Oberschenkelzerrung zurückgezogen. "Seit 2019 bin ich immer Zweite. Manchmal träume ich schon von diesem blöden ersten Platz", sagt Bente Fischer von der Sport-Union Neckarsulm und lacht.
DM-Silber trotz schlechter Vorzeichen
Trotzdem fügt sie an: "Ich bin richtig glücklich, wie es insgesamt geklappt hat. Mir war noch nie so schlecht vor einem Rennen wie am Freitag vor den 100 Metern Brust. Ich wusste nicht, was ich zu erwarten habe." Auch, weil Bente Fischer dienstags noch mit Halsschmerzen und Husten den ganzen Tag im Bett gelegen hatte.
Es ist Platz fünf in 1:09,35 Minuten geworden - eine positive Überraschung, "weil das in Richtung meiner Bestzeit geht. Darüber war ich sehr glücklich", sagt die Lehramtsstudentin. Auf den Rängen 18 und 22 haben ihre Teamkolleginnen Nadia Tudo Cubells (1:13,50) und Soraya Ebrahimi (1:13,76) angeschlagen.
Nachwuchsschwimmer spornen Fischer an
Schließlich liegt eine Zeit der Neuordnung hinter Bente Fischer. Nach der Auflösung des Topteams der Sport-Union und dem Wechsel zu Trainer Daniel Morse ist das Ziel gewesen, sich als Dreiergespann mit Tudo Cubells und Ebrahimi zu finden. Das klappt prima. Das Mitglied des Sporthilfe Perspektivteams fühlt sich wohl, auch die Kommunikation mit dem US-Coach passt. Bis mindestens 2024 soll diese Konstellation bestehen bleiben.
Dann sind da noch die "kleinen Jungs", wie Bente Fischer mit einem Augenzwinkern die talentierten Nachwuchsschwimmer Henry Taglialatela oder Matti Gäbler nennt. "Sie fordern mich auch schon. Dann denke ich: halt, halt, hier kommt die Mutti." Konkurrenz auf andere Art.
Mühlleitner enttäuscht bei Deutschen Meisterschaften
Die Teamdynamik passt. Nadia Tudo Cubells, die international für Andorra startet, peilt nach der WM-Qualifikation die Olympischen Spiele 2024 in Paris an. Sie ist im B-Finale über 200 Meter Elfte (2:36,61) geworden, Soraya Ebrahimi (2:37,99) auf Platz 13 gelandet. "Ich wünsche mir, dass es bei ihr einen Schub gibt", sagt Bente Fischer über die talentierte Abiturientin. Das nächste Ziel von Bente Fischer ist die Universiade in Chengdu.
Unter Wert hat sich Henning Mühlleitner in Berlin verkauft. Der Olympia-Vierte von Tokio hat nach Rang zwölf über 400 Meter Lagen (4:37,15) für das B-Finale abgemeldet und ist über 800 Meter Freistil (8:22,00) nur auf Position 13 gelandet. Für die ursprünglich geplanten 200 Meter Freistil hat der Neckarsulmer, der am Samstag seinen 26. Geburtstag feiert, abgemeldet - und auf seiner Paradestrecke, den 400 Meter Freistil, hat der EM-Dritte von Rom im Vorlauf als Elfter (4:02,05) angeschlagen. In dieser Saison hat das Mitglied des Sporthilfe-Perspektivteams Paris 2024 seinen Rhythmus noch nicht gefunden.
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