SGV bald im Heilbronner Frankenstadion: Freibergs Bürgermeister äußert sich
Die Infrastruktur im Freiberger Wasenstadion ist nicht ausreichend, um den Spielbetrieb weiterzubetreiben. Bürgermeister Jan Hambach spricht über schwer realisierbare Investitionen, die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Fußballverein sowie dem Verhältnis zum SGV.

Ab der kommenden Saison wird der aktuelle Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga Südwest seine Partien im Heilbronner Frankenstadion bestreiten. Die Frage ist noch, in welcher Spielklasse: Klappt es mit dem Aufstieg des SGV Freiberg in die 3. Liga, könnte die Käthchenstadt nach Jahrzehnten wieder regelmäßiger Austragungsort von Profi-Punktspielen sein.
Jan Hambach bedauert es ein Stück weit, dass die Partien fortan 30 Autominuten weiter nördlich stattfinden. „Das ist schade, aber unausweichlich“, erklärt der Bürgermeister der 16.400-Einwohner-Stadt. „Wir können in unserem Wasenstadion die notwendige Infrastruktur nicht bieten.“ Schon für den Regionalligabetrieb sind die Gegebenheiten nicht ausreichend: Es fehlen eine entsprechende Flutlichtanlage, ein höherer Zaun, eine bauliche Trennung zwischen Zuschauer-Bereich und Spielfeld sowie eine bessere Breitbandinfrastruktur für TV-Übertragungen.
Bürgermeister: „Stadt Freiberg unterstützt Fußballer des SGV, wo es finanziell möglich ist“
Für den Spielbetrieb in der 3. Liga wären zusätzlich unter anderem noch eine Rasenheizung, weitere überdachte Sitzplätze, Tribünen, VIP-Räume und eine wesentlich bessere Verkehrsinfrastruktur, beispielsweise was die Zufahrten und Parkplätze betrifft, notwendig. Hambach erklärt: „Diese Investitionen würden im Millionenbereich liegen. In Zeiten klammer Kassen, wenn wir etwa bei der Kinderbetreuung und bei Musikschulen Geld sparen, wäre es weder realisier- noch vermittelbar, wenn die Stadtverwaltung solche Summen in den Fußball investieren würde.“

Der Rathaus-Chef betont aber auch, dass die Freiberger Stadtverwaltung den SGV stets unterstützt, sofern es finanziell möglich ist: So habe man im Wasenstadion beispielsweise auf Kosten der Stadt die Küche saniert, Umkleiden gebaut, Internet-Anbindung ermöglicht und in Stadionnähe Verkehrsschilder aufgestellt. Das Stadion sei im Besitz der Stadt.
Spiele des SGV Freiberg in Heilbronn: Räumliche Nähe spricht für Käthchenstadt
Jan Hambach nimmt aber auch die Verantwortlichen im Fußball in die Pflicht; „Beim Deutschen Fußball-Bund, beim DFB, muss man sich schon auch fragen, ob die gestellten Anforderungen zeitgemäß und von den Vereinen und Kommunen überhaupt stemmbar sind.“ Auch im Heilbronner Frankenstadion sind vor dem Start in die neue Saison im Sommer noch Bauarbeiten notwendig, um im Fall der Fälle auch drittligatauglich zu sein.
Als Austragungsort der zukünftigen Heimspiele ist neben Heilbronn auch Aalen im Ostalbkreis im Gespräch gewesen. Bürgermeister Hambach freut sich, dass die Entscheidung zugunsten Heilbronns ausgefallen ist: „Für Heilbronn spricht sicher auch die räumliche Nähe. Sowohl die Spieler als auch die Fans kommen sicher einfacher nach Heilbronn als nach Aalen.“
Spiele des SGV Freiberg in Heilbronn seien „ein guter Kompromiss“
Dass im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga der Glanz des Profifußballs aufgrund der Auswärts-Heimspiele weniger stark auf die Stadt Freiberg fällt, sei laut Hambach zu erwarten: „Dass die Spiele nicht bei uns vor Ort stattfinden, ist sicher ein Stück weit ein Imageverlust. Aber die nun beschlossene Lösung ist ein guter Kompromiss. Schließlich soll der SGV ja weiterhin seien Spiele austragen und erfolgreich sein. Der Sitz des Vereins bleibt ja bei uns in der Stadt.“
Beim Verein gebe es unterschiedliche Haltungen gegenüber den nicht realisierbaren Investitionen seitens der Stadt. „Sicher hätten viele Verantwortliche beim SGV gerne die Investitionen in die Stadion-Infrastruktur erlebt. Manche Stimmen seitens des Vereins äußern sich verständnisvoll, andere nicht“, berichtet Bürgermeister Jan Hambach.
Nach 24. Spieltagen liegt der SGV Freiberg mit zwei Punkten Vorsprung vor Sonnenhof Großaspach ganz oben in der Regionalliga Südwest. Jan Hambach: „Momentan sieht es wirklich gut aus. Ich würde mich freuen, wenn die Fußballer aus unserer Stadt weiterhin erfolgreich sind.“ Ab dem kommenden Sommer werde auch er gelegentlich bei den Partien der Fußball-Spieler aus seiner Stadt in Heilbronn vorbeischauen – egal in welcher Spielklasse.
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