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Ausgang offen? Freiberg-Projekt startet Reise durch politische Gremien in Heilbronn

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Der SGV Freiberg wird nächste Saison in Heilbronn spielen. Die Stadtverwaltung braucht einen zügigen Beschluss im Gemeinderat, um nötige Bauarbeiten im Frankenstadion zu beginnen. Wird das gelingen?


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Seit Anfang März der Umzug des SGV Freiberg nach Heilbronn durch eine Pressemitteilung der Stadt konkret geworden ist, hat noch kein politisch Handelnder oder sportlich Verantwortlicher die Rückkehr des Profifußballs ins Frankenstadion kategorisch abgelehnt. Daher wird die am Montag (16. März) im Verwaltungsausschuss beginnende Reise des Projekts durch die kommunalen Gremien aller Voraussicht nach mit einem positiven Beschluss am 26. März im Gemeinderat enden.

In der nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses wird die Stadt wohl einen ersten Antragsentwurf als Versuchsballon in den politischen Raum fliegen lassen, um die Zustimmungsgrenzen auszuloten. Bei der Sitzung des Sportausschusses am 25. März dürften dann die letzten Hürden aus dem Weg geräumt werden, damit der Antrag praktisch schon in trockene Tücher gepackt tags drauf durch den Gemeinderat flutscht.

Freiberg-Projekt nimmt Fahrt auf: Oberbürgermeister Mergel hält sich mit Äußerungen zurück 

Oberbürgermeister Harry Mergel hält sich bei dem Thema bislang äußerst bedeckt. Aus gutem Grund: Als Stadtoberhaupt will er sich nicht zu eindeutig positionieren, sondern den gesamten Annäherungsprozess moderieren. Denn es geht darum, dass der neue SGV Heilbronn-Freiberg in der Stadt angenommen wird und mit dem bisherigen fußballerischen Platzhirsch VfR Heilbronn eine enge Kooperation eingeht, die womöglich in eine Verschmelzung mündet. Von dieser Idee sind aktuell nicht alle Anhänger des VfR begeistert

Erste Aufgabe der Stadt ist es zunächst, das Frankenstadion für mögliche Drittliga-Spiele des Regionalliga-Tabellenführers Freiberg zu ertüchtigen. Neben der bereits beschlossenen Errichtung einer Flutlichtanlage wird dazu eine Rasenheizung und eine zusätzliche Sitzplatztribüne benötigt. Bis Ende Juli müssen die Arbeiten abgeschlossen und vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgenommen sein. 

Stadtverband für Sport will keine Verschiebung auf „Sankt-Nimmerleins-Tag“

Nicht umsetzbar in diesem engen Zeitplan ist die eigentlich ebenfalls bereits beschlossene Erneuerung der Laufbahn im Frankenstadion. Die Verwaltung möchte diese Arbeiten daher zurückstellen. Dagegen regte sich Widerstand seitens des Stadtverbands für Sport. „Die Instandsetzung darf nicht auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden“, heißt es dazu in einer von den Vorsitzenden Christian Troßbach (CDU) und Herbert Tabler (SPD) unterzeichneten Stellungnahme. 

Auf längere Sicht ist die Laufbahn im Hinblick auf den Profifußball jedoch ein Hindernis. In den ersten drei Ligen finden sich hierzulande fast nur noch reine Fußball-Arenen. In Kenntnis dessen fordert der Stadtverband eine „gleichwertige Alternative“ zum Frankenstadion. Die ist allerdings nicht erkennbar. Allenfalls könnte eine Laufbahn auf einem anderen Sportplatz der Stadt erneuert werden, um zumindest den Leichtathleten der TSG Heilbronn eine langfristige Trainingsstätte zu offerieren.

Politisches Gewicht der Leichtathletik ist zu gering

In Summe ist das politische Gewicht und der Rückhalt der Leichtathletik aber viel zu gering, um der Verlockung des hochklassigen Fußballs ernsthaft entgegenzustehen. Sobald sich der politische Rauch verzogen hat, wird dies auch der Heilbronner Gemeinderat mehr oder minder geschlossen so sehen.

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