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Fortsetzung der Freiberger Frustwochen: Vierte Pleite nacheinander

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Mit dem 1:2 gegen den FSV Mainz II haben sich auch die letzten Rechenspiele des SGV Freiberg in Sachen Aufstieg in die 3. Liga erledigt. Die SG Sonnenhof Großaspach ist praktisch Regionalliga-Meister.

Der SGV Freiberg um Jacob Engel wurde zum vierten Mal nacheinander in der Regionalliga Südwest unsanft ausgebremst.
Der SGV Freiberg um Jacob Engel wurde zum vierten Mal nacheinander in der Regionalliga Südwest unsanft ausgebremst.  Foto: Marc Schmerbeck

Nicht wenige im Wasenstadion waren am Samstagnachmittag erleichtert, als der Blick aufs Handy die zwei späten Tore der SG Sonnenhof Großaspach zum 2:0 bei Schlusslicht Bahlinger SC offenbarte. Sonst wäre der Ärger über das eigene 1:2 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 II wesentlich größer ausgefallen, wenn der Spitzenreiter dann doch noch einen klitzekleinen Schwächeanfall erlitten hätte. Das hat er aber nicht.

Das Fernduell um die 3. Liga ist nun endgültig keins mehr. Der Zweikampf um den Drittligaaufstieg, er war seit dem Aspacher 4:0 am Mittwochabend gegen den SGV Freiberg ja mehr als nur vorentschieden. Nun ist Großaspach auch rechnerisch kaum noch einzuholen. „Ich habe schon seit Mittwoch nicht mehr an die 3. Liga gedacht“, sagte am Samstag Emir Cerkez, der SGV-Präsident. Den Zuschauern in Freiberg ging es wohl genauso. Gerade einmal 150 Zuschauer kamen am Samstag noch.

Neun Punkte Rückstand für den SGV Freiberg sind es nun, dazu 18 Tore. Dass das Aufstiegsrennen schon nach 31 von 34 Spieltagen entschieden sein würde, das war vor zwei Wochen auch nicht abzusehen. Bis zum 28. Spieltag lag Freiberg in der Tabelle vorn. Seitdem wurde aus einem Drei-Punkte-Vorsprung ein unaufholbarer Rückstand.Aktuell geht es dem künftig in Heilbronn spielenden Viertligisten wie einem Radsportler, der als Ausreißer am letzten Anstieg einer Bergetappe bei der Tour de Regionalliga komplett einbricht. Kaum noch in die Pedale treten kann, weil einfach so gar nichts mehr geht. Kraftlos. Saftlos.

Klartext vom Trainer des SGV Freiberg 

„Vier Spiele, null Punkte hintereinander. Die Situation ist gerade beschissen, wortwörtlich“, sagte Trainer Kushtrim Lushtaku nach einem vor allem in der ersten Spielhälfte komplett schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Nur drei der ersten 27 Ligaspiele haben die Freiberger verloren, nach 31 Saisonspielen sind es nun deren sieben.

„Wenn du so auftrittst, wie wir es getan haben in der ersten Hälfte, dann brauchst du auch nichts erwarten“, sagte Lushtaku nach dem Mainz-Spiel. Sein Team wirkte, als ob es nach Saisonschluss in einem Sommerkick um nichts mehr ginge. Mainz traf dementsprechend verdient in der 16. Minute zur Führung, Tebo Gabriel aus spitzem Winkel hieß der Torschütze. Außer einer Kopfballchance von Meghon Valpoort (34.) gelang Freiberg nichts. „In der ersten Hälfte waren wir richtig schlecht“, sagte Emir Cerkez. „In der zweiten Hälfte habe ich mehr Einsatz, Wille und Einstellung bei diversen Spielern gesehen. Es war eine verdiente Niederlage.“

Trainer Lushtaku stellte um, brachte gleich drei neue Akteure. Das 2:0 erzielten aber die Gäste um den erfahrenen Yunus Malli (234 Bundesligaspiele). Jayson Videira Pereira köpfte nach einem Eckball für die Bundesliga-Reserve ein (63.). Freiberg tat sich im Offensivspiel schwer. Die spielerische Leichtigkeit ist dem Team komplett abhanden gekommen. So fiel das einzige Freiberg-Tor in der 78. Minute auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern nach einem Eckball, als der eingewechselte Gal Grobelnik richtig stand.Es war am beim 1:2 am Samstag der einzige Grund für Freiberger Heimfreude bevor ab Anfang August der Regionalliga-Ball in Heilbronn rollen wird.

Kapitän Kehl-Gomez fliegt spät vom Platz 

Mehr ging nicht am Samstag, auch weil die Gastgeber in den Schlussminuten in Unterzahl agierten. Kapitän Marco Kehl-Gomez sah in Durchgang eins für eine vermeintliche Schwalbe Gelb. Weil er in Durchgang zwei meckerte, musste er in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz. „Es ist auch für mich nicht einfach, das hier alles zu erklären, das zu verarbeiten“, sagte Kushtrim Lushtaku über die Fortsetzung der Freiberger Frustwochen. 

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