Ein guter Start ist der halbe Sieg: Frankenbach-Sieger legen Grundstein am Gatter
Noah Ludwig und Collin Wohnhas gewinnen vor 4500 Zuschauern das 50. Winter-Motocross des MCC Frankenbach. Verein sieht seine Veranstaltung im zweiten Jahr nach der Zwangspause wieder etabliert.

Ein gutes Starterfeld, reichlich Motocross-Action, bestes Wetter und mit 4500 Fans vollbesetzte (neue) Zuschauerterrassen machten es Wolfgang Blatt leicht, noch während des laufenden Rennbetriebs ein Veranstaltungsfazit zu ziehen: „Wie es ausschaut, hat sich das Event im Kalender wieder etabliert. Wir haben dieses Jahr noch einmal eine Schippe draufgelegt und ich würde einfach mal sagen, dass wir es auch im nächsten Jahr noch einmal machen.“
Seine Worte untermalte der Vereinsvorsitzende des MCC Frankenbach mit einem zufriedenen Grinsen. Das Winter-Motocross bot am Sonntag in seiner 50. Auflage und im zweiten Jahr nach dem Neustart erneut beste motorsportliche Unterhaltung.
Ludwig nimmt mit Frankenbach-Sieg Anlauf für das ADAC MX Masters
Mit je zwei souveränen Rennen krönten sich Noah Ludwig (Klasse MX1, bis 650 ccm) und Collin Wohnhas (MX2, bis 250 ccm) jeweils zum ersten Mal zu Gesamtsiegern beim Frankenbacher Winter-Motocross. „Das Team und ich wir haben ein richtig gutes Konzept für dieses Jahr aufgestellt und hatten einen guten Winter mit einer guten Vorbereitung“, sagte Ludwig, der in diesem Jahr den Titel im ADAC MX Masters gewinnen möchte, nach dem Erfolg.

Wie wichtig im Motocross eine gute Startphase ist, zeigte sich „Am Pfauenhof“ einmal mehr. Denn in beiden Wertungsläufen, deren Ergebnisse für die Endabrechnung addiert wurden, bescherten Ludwig seine guten ersten Anfangsmeter einen entscheidenden Vorteil. Der 20-Jährige hatte sich jeweils aus dem großen Getümmel in der ersten Spitzkehre heraushalten können und fuhr in Lauf zwei sogar einen Start-Ziel-Sieg ein. Im ersten Rennen hatte sein enges Duell mit Triumph-Pilot Elias Stapel für beste Unterhaltung gesorgt.
Neue Zuschauerplätze sorgen für eine imposante Kulisse
Der Start machte auch den Unterschied zum Österreicher Marcel Stauffer, der zweimal Zweiter wurde: „Ich hatte im ersten Lauf einen schlechten Start, habe mich dann aber gut vorgearbeitet. Leider konnte ich Noah aber nicht überholen“, sagte der 23-jährige MX2-Europameister, der ein wenig mit sich selbst haderte: „Mit dem Gesamtergebnis bin ich zufrieden, nicht so sehr aber mit meinem Fahren und meiner körperlichen Leistung.“
Im Fahrerlager, auf der Händlermeile und vor allem auf den neuen Zuschauerterrassen herrschte unterdessen ebenso reges Treiben wie auf der Strecke. Nachdem die Fans im Vorjahr teilweise in Fünferreihen gestanden hatten und die Sicht nicht für alle optimal gewesen war, hatte sich der MCC zu einer Terrassierung von neuen Zuschauerplätzen entschlossen. „Wir mussten den Hang ohnehin absichern und haben dann direkt die vier neuen Ebenen eingezogen“, erklärte Wolfgang Blatt. Das sorgte zwischen dem bei den Fahrern beliebten Steilhang und dem Start-Ziel-Bereich für eine imposante Kulisse.
Max Nagls Aufholjagd bleibt in der Endabrechnung nutzlos
In der Klasse MX2 war Collin Wohnhas über zwei Wertungsläufe nicht zu schlagen. Der 21-Jährige vom SixtySeven Racing Team fand lobende Worte für die Strecke, gab aber zu: „Es ist schwierig zu überholen, es gibt nicht viele Stellen, an denen man vorbeikommen kann.“

Ein Routinier bewies hingegen (notgedrungen), dass es „Am Pfauenhof“ sehr wohl von hinten nach vorne gehen kann: Max Nagl. Der dreimalige Frankenbach-Sieger und prominenteste Name im Starterfeld erwischte einen gebrauchten Tag. Im ersten MX1-Lauf war der 37-Jährige in der ersten Kurve ins Sturz-Chaos verwickelt und wurde nach einer Aufholjagd von Rang 20 Siebter. Im zweiten Lauf war für ihn nach drei Runden und einem Unfall vorzeitig Schluss, so dass es am Ende nur zu Gesamtrang 14 reichte.
Fahrer aus der Region bleiben ohne Fortune
Noch unglücklicher lief es für die Fahrer aus der Region: Leonhard Koch (Massenbachhausen) und Lukas Wittwer (Heilbronn) hatten sich als Erster und Vierter zwar über das „Last Chance“-Rennen für die Endläufe qualifiziert, kamen dort dann aber jeweils nicht ins Ziel.
„Ins ‚Last Chance‘-Race zu kommen, hat mich an sich aufgeregt, aber da ist es dann super gelaufen, ich konnte eine gute Geschwindigkeit fahren“, hatte Koch noch vor den Endläufen gesagt. In diesen fehlte dann allerdings das Glück. Yannik Strobel (Löwenstein) war im Zusatzrennen Letzter geworden.
Ergebnisse des 50. Winter-Motocross
Klasse MX1 (33 Starter)1. Noah Ludwig (Aschersleben, GER/KTM Sarholz Racing Team/KTM), 1. Platz/1. Platz, 50 Punkte.
2. Marcel Stauffer (Nußdorf, AUT/Osicka MX Team/KTM), 2. Platz/2. Platz, 44 Punkte.
3. Nico Koch (Braunschweig, GER/Becker Racing/KTM), 5. Platz/4. Platz, 34 Punkte.
Klasse MX2 (37 Starter)1. Collin Wohnhas (Lauterstein, GER/SixtySeven Racing Team/KTM), 1. Platz/2. Platz, 47 Punkte.
2. Scott Smulders (Alphen, NED/Dörr Motorsport/Triumph), 8. Platz/1. Platz, 38 Punkte.
3. Tomás Pikart (Trebíc, CZE/Luke’s Racing Team/KTM), 6. Platz/3. Platz, 35 Punkte.



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