MCC-Lokalmatador Lukas Wittwer: "Dann fahre ich lieber raus und lasse den Tag bei einem Bierle ausklingen"
Zwischen Top-Fahrern und Vollprofis hielt Lukas Wittwer am Sonntag beim 50. Winter-Motocross in der MX1-Klasse als einziger die Fahne des ausrichtenden MCC Frankenbach hoch.

Lukas Wittwer war am Sonntag beim 50. Winter-Motocross des MCC Frankenbach in einer ganz besonderen Rolle: Als einziger Starter des gastgebenden Clubs maß er sich in der MX1-Klasse mit erfahrenen WM-Teilnehmern und MX-Masters-Startern. Wie es dazu kam und was die Fahrer während der Rennen von der Atmosphäre wahrnehmen, erzählte der Husqvarna-Pilot im auffälligen pinken Jersey unserem Redakteur Nils Buchmann.
Herr Wittwer, als erste ganz einfache Frage vorneweg: Wie war's?
Lukas Wittwer: Es war ein Erlebnis. Ich habe viel gelernt, es hat Spaß gemacht und war mit den vielen Zuschauern ein gutes Event. Allerdings wäre ich gerne noch im zweiten Lauf gefahren, aber die Strecke war ziemlich "zerbombt" und wenn man das vorher nicht richtig trainiert hat, wird es schwierig.
Im "Last Chance"-Lauf lief es für Sie als Vierter noch ganz gut, im ersten Wertungslauf mussten Sie dann aber nach rund 25 Minuten aufgeben. Was war los?
Wittwer: Ich hatte Dreck unter der Brille − und auch nicht wenig. Und es wird natürlich immer mehr, wenn man den anderen hinterherfährt und die einen mit den Erdbrocken zuschießen. Dann habe ich bei all den Rillen und Kurven auf der Strecke nichts mehr gesehen. Die Profis fahren unter diesen Bedingungen jede Woche, die können damit besser umgehen. Wenn es unsicher wird und ich mich nicht mehr wohl fühle, fahre ich lieber raus und lasse den guten Tag stattdessen bei einem Bierle ausklingen.
Wie kam es überhaupt zu Ihrem Start bei den "Großen Jungs" in der MX1?
Wittwer: Ich fahre zwar schon ziemlich lange Motocross, aber das war auch für mich das erste Mal. Es ist eigentlich schade, dass sich vom MCC wenige trauen, dort mitzufahren. Aber es gibt nicht so viele bei uns im Verein, die Motorräder der 450er-Klasse fahren, da gehöre ich zu den wenigen. Und dann habe ich gesagt, bevor gar keiner vom Verein mitfährt, mache ich es.
Und wie lief die Vorbereitung?
Wittwer: Ich musste mir erst einmal einen neuen Helm kaufen, weil der alte "vermackt" war. Und dann war ich seit einer Woche sehr aufgeregt, konnte nachts kaum schlafen. Aber als es dann endlich losging, ist alles abgefallen und es hat zum Glück auch Spaß gemacht, so dass ich den Tag auch genießen konnte. Und das ist das Wichtigste: Wenn dir das Motorrad-Fahren keinen Spaß mehr macht, dann lass es bleiben.
Was oder wie viel nimmt man als Fahrer eigentlich während der Rennen von dem ganzen Drumherum wahr?
Wittwer: Ich war im Tunnel und habe ziemlich wenig wahrgenommen. Nur wenn am Streckenrand jemand richtig gegrölt oder angefeuert hat, habe ich den natürlich wahrgenommen (lacht). Ansonsten habe ich mich aber auf das Fahren konzentriert, denn die Strecke war schon sehr happig.



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