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Holzapfels Überraschung bei den Finals in Berlin

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Der Fleiner Mittelstreckenläufer wird im Olympiastadion zum ersten Mal deutscher Meister über 800 Meter. Er ist nicht der einzige Leichtathlet aus dem Unterland und dem Kraichgau, der bei der DM dabei war.

Den erhofften Sprung auf 16 Meter hat Dreispringer Felix Mairhofer zwar verpasst, doch der Eppinger, der Vollzeit arbeitet, sagt: "Eine Medaille ist schon gut."
Den erhofften Sprung auf 16 Meter hat Dreispringer Felix Mairhofer zwar verpasst, doch der Eppinger, der Vollzeit arbeitet, sagt: "Eine Medaille ist schon gut."  Foto: Soeren Stache

Sein Winken bei der Siegerehrung geht ins Leere, der Blick schweift über zigtausend unbesetzte Sitze. Im Olympiastadion sitzt zur Mittagszeit am Samstag nicht mal mehr eine Hundertschaft von Enthusiasten. "Es ist etwas ärgerlich, dass genau jetzt Pause ist", sagt Felix Mairhofer, "natürlich wünscht man sich, dass ein paar Leute mehr da sind." Der Eppinger Dreispringer im Trikot der MTG Mannheim hätte es verdient, für seine Saisonbestleistung von 15,52 Metern mehr Applaus zu erhalten.


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Bronzemedaille für Felix Mairhofer

Bronze trägt er zum Saisonhöhepunkt um den Hals. Das lässt den Kraichgauer den Moment dennoch genießen - auch wenn zu Rang zwei nur ein Zentimeter fehlt. "Eine Medaille ist schon gut", sagt Mairhofer. Weil er seit drei Jahren in Heilbronn Vollzeit arbeitet und daher bei so mancher Einheit auch "mal platter ist". Der Mann, der in zwei Wochen 28 Jahre alt wird, jammert nicht. Er registriert aber, dass er seit vier Jahren der Älteste im nationalen Starterfeld ist. "Da sieht man, dass obenraus die Basis fehlt. Viele müssen mal Geld verdienen."

Auch Tim Holzapfel hat bald eine Entscheidung zu treffen: Stürzt sich der Student für Wirtschaftsingenieurwesen nach seiner Masterarbeit voll in die berufliche Karriere? Oder versucht er sein Potenzial mit höheren Trainingsumfängen auszuschöpfen, konzentriert sich also erstmal nur auf den Leistungssport? Mit Platz eins in 1:49,25 Minuten im Finale über 800 Meter hat der 25-Jährige von der ULG/TV Flein in Berlin sein Saisonziel erreicht. "Genial", sagt Tim Holzapfel, "die Formkurve passt." Seine nächste Herausforderung: Den Unterländer Rekord knacken. Seit 40 Jahren hält diesen Klaus Veitinger mit 1:48,9 Minuten.


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Schon in seinem Halbfinale qualifiziert sich Tim Holzapfel als Zweiter locker. Am Sonntag beweist er erneut, dass sich sein Trainingsfleiß in der Gruppe von Thomas Jeggle in Pliezhausen auszahlt. Auch profitiert er - trotz Corona-Infektion - von seinem Auslandssemester in Südafrika. In Stellenbosch nutzt er die optimalen Bedingungen, nimmt Erfahrungen und neue Impulse mit.

Heinzmann und die Unwetterwarnung

Mit Widrigkeiten wie einer Unwetterwarnung umzugehen, hat Aliena Juliette Heinzmann gelernt. "Die Pause war komisch, das hatte noch kaum eine erlebt", sagt die Dreispringerin des TV Eppingen. Sie schafft es als Zehnte mit 12,45 Metern nicht ins Finale, lernt jedoch vor großer Kulisse - darunter ihre Eltern - und trotz Nervosität ihren Hop, Step und Jump zu setzen. Wie kraftvoll der 20-Jährigen das gelingen kann, zeigt sie im zweiten Versuch. Diesen übertritt sie, Heinzmann zieht trotzdem das Gute daraus: "Ich habe das Potenzial gesehen, das bereitet mir Freude." Ihr Fokus liegt nun auf den nationalen Titelkämpfen der U 23.

Starke Schmerzen in der Achillessehne und enorme Anlaufprobleme als Folge davon, sind der Grund für das frühe Aus von Jara Ellinger. Schon bei ihrer Einstiegshöhe von 1,70 Meter passt die Schrittfolge einzig im dritten Versuch. Der Hochspringerin von der TSG Heilbronn fehlt das Vertrauen in die Belastbarkeit des Fußes. "Es war immer eine Barriere im Kopf", sagt die 21-Jährige. Zu stark sind die Einschränkungen, daher ist mit der Steigerung auf 1,75 Meter Schluss. Es bleiben ein geteilter achter Rang und der Wunsch nach medizinischer Klarheit, weil selbst Schmerzmittel keine Linderung gebracht haben. Im Vorjahr hat Ellinger, die einen Trainerwechsel hinter sich hat, noch Bronze gewonnen.

Für ihren Clubkameraden Dustin Uhlig sind die Medaillen außer Reichweite gewesen. Über 5000 Meter läuft er in 14:28,68 Minuten als 17. ins Ziel und meint: "Ich habe gegeben, was drin war. Zwar hatte ich gehofft, ich könnte noch schneller laufen, weil es ein gutes Feld war." Doch die Unklarheit, wann wegen der Unterbrechung gestartet wird, und die Schwüle haben keine idealen Bedingungen geboten.

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