Bei Meisterfeier in Heilbronn: Eishockey-Spieler der Eisbären bestohlen
Die Heilbronner Eisbären sind Meister in der Regionalliga Südwest. Statt Jubel, Trubel und Heiterkeit ärgert sich Eishockeyspieler Yosuke Jumonji aber über einen dreisten Diebstahl.

Die Heilbronner Eisbären sind am Gründonnerstag (28. März) zum sechsten Mal in Folge Meister in der Eishockey-Regionalliga Südwest geworden, nachdem sie die Zweibrücken Hornets in einem spannenden Spiel mit 5:2 (0:1, 2:0, 3:1) besiegt haben. Die Freude über den Meistertitel ist jedoch von einem Diebstahl überschattet worden: Publikumsliebling Yosuke Jumonji wird während der Feierlichkeiten nicht nur sein Trikot, sondern auch noch die Medaille gestohlen. Ein Dieb aus dem Publikum hat wohl einen Moment der Unachtsamkeit des feiernden Angreifers ausgenutzt.
"Er ist ein großartiger Mensch, den die Fans einfach lieben", sagt Trainer Kai Sellers, der bereits fünf Meisterschaften mit den Eisbären gefeiert hat. "Er wollte die Medaille und das Trikot mit zu seiner Familie nach Japan nehmen, was den Verlust für ihn besonders schmerzhaft macht", ergänzt der Trainer.
Spieler Yosuke Jumonji beraubt – so lief der Eishockey-Diebstahl ab
"Nachdem die Medaillen und der Pokal überreicht wurden, hatten wir Zeit, Fotos mit unseren Teamkollegen, Familien und Fans zu machen“, erzählt Yosuke Jumonji auf Nachfrage der Heilbronner Stimme. „Viele der Spieler, einschließlich mir, zogen unsere Trikots aus, um unsere Meisterschafts-T-Shirts zu tragen. Wir ließen unsere Sachen dann auf der Bank liegen. Ich habe damals auch versehentlich meine Medaille dort gelassen", ergänzt der Japaner.
Das ist verhängnisvoll gewesen. In diesem kurzen Moment hat vermutlich jemand aus dem Publikum die Gelegenheit genutzt, die wertvollen Gegenstände zu entwenden. Der zuständige Zeugwart hat Jumonjis Wertsachen später nicht mehr gefunden. "Ein paar Tage danach informierte mich der Zeugwart, dass meine Sachen fehlen. Zusätzlich erfuhren wir, dass auch die Trikots von insgesamt sieben Spielern unseres Teams verschwunden waren", berichtet der Stürmer der Eisbären Heilbronn. Darüber hinaus haben auch einige der Meisterschafts-T-Shirts gefehlt.
Eisbären-Spieler Jumonji wird nach Raub auf Instagram deutlich: "Ich hasse diese Leute"
"Yosuke war und ist sehr betroffen. Wir haben ihm klarzumachen versucht, dass dieser Diebstahl nicht persönlich gegen ihn gerichtet war", erklärt Kai Sellers, der den niedergeschlagenen Spieler zu trösten versucht hat. Trotzdem ist Jumonji auch zwei Wochen nach dem Vorfall noch immer sichtlich getroffen, wie ein Beitrag in seiner Instagram-Story zeigt.

"Natürlich bin ich sehr traurig", erklärt Jumonji dort. "Diese Saison war für mich nicht einfach irgendeine Saison. Sie war eine, die ich niemals vergessen werde. Eine Saison, in der ich Japan verlassen habe, um meine Eishockey-Fähigkeiten zu verbessern, ich gekommen bin, mit großartigen Teamkollegen gekämpft und letztlich die Meisterschaft gewonnen habe." Die Gebrauchsspuren auf seiner Ausrüstung haben für Yosuke Jumonji ebenfalls eine besondere symbolische Bedeutung. "Sie waren der Beweis dafür, dass ich hart gekämpft habe", sagt der 24-jährige Asiate.
Da die Trikots Eigentum des Vereins sind, liegt es in dessen Aufgabe, sich an die Polizei zu wenden - Dies geschehen ist nicht geschehen. Dennoch gibt Jumonji sein Hab und Gut noch nicht ganz auf. Der Instagram-Post soll dem Täter ein schlechtes Gewissen machen. Dass der Post erst zwei Wochen später an die Öffentlichkeit gekommen ist, liegt daran, dass das Team rund um den Zeugwart die vermissten Gegenstände überall gesucht haben.
Rückkehr nach Japan: Erinnerungen an Heilbronn trotz Raub zu 99,9% positiv
Ob mit oder ohne Erinnerungsstücke: Yosuke Jumonji kehrt demnächst in seine Heimat Japan zurück. "Er machte eine sogenannte Kulturreise und überlegt nun, wo es zukünftig mit dem Eishockeyspielen hingeht", sagt sein Trainer Kai Sellers. Er habe sich in Heilbronn super eingelebt, könne gutes Deutsch und sei bei den Fans mehr als beliebt.
"99,99 % meiner Erinnerungen an Heilbronn sind gut", sagt der Japaner. "Alle meine Teamkollegen und die Betreuer waren super freundlich. Das gilt auch für die Fans. Sie haben uns immer ihre begeisterte Unterstützung gegeben." Doch etwas Schatten gibt es für Yosuke Jumonji ebenfalls: "Wenn ich ein paar schlechte Erinnerungen nennen müsste, dann wäre es der Trikot- und Medaillenraub, auch mein Fahrradlicht wurde gestohlen. Abgesehen davon war es perfekt."
Etwas weniger schmerzhaft wird das Erlebnis aber nun trotzdem sein: Der Japaner hat bereits eine Ersatzmedaille bekommen. Marco Hass von den Heilbronner Eisbären ist übrigens zu den Heilbronner Falken aufgestiegen.
Kommentare öffnen


Stimme.de
Kommentare