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Olympiasieger Mutaz Essa Barshim gewinnt Hochsprung-Meeting

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Das Hochsprung-Meeting in Heilbronn sorgt für mehrere Rekorde. Mutaz Essa Barshim springt bei Hochsprung Heilbronn vor 1100 Zuschauern 2,31 Meter und beendet das Event als Sieger.

Die Gewinner des Hochsprung-Meetings in Heilbronn.
Die Gewinner des Hochsprung-Meetings in Heilbronn.  Foto: Mario Berger

Es sind nicht allein seine außergewöhnlichen sportlichen Leistungen, die Mutaz Essa Barshim auszeichnen. Trotz seiner Vielzahl an Triumphen ist er höflich und bescheiden geblieben. Wie viel Stil und menschliche Größe der Olympiasieger besitzt, hat er mit einer ganz großen Geste am Sonntag auf dem Marktplatz bewiesen. In Socken läuft er nach seinem letzten Sprung auf das hölzerne Podest zu, das hinter der Matte aufgebaut ist. Dort sitzt Peter Schramm, der vier Jahrzehnte lang das Meeting in Eberstadt aufgezogen hat. Hochsprung Heilbronn erlebt er nun als großer Fan.

Mutaz Essa Barshim, der mit 2,41 Meter den Meeting-Rekord unter dem Eberfürst hält, geht auf ihn zu, gibt ihm die Hand und umarmt den 81-Jährigen herzlich. Eine Szene, die zu Herzen geht und Athletenmanager Günter Eisinger zu Tränen rührt. Für den Katarer ist es ein Dankeschön und Ausdruck seines Respekts vor der Lebensleistung Schramms, der mit gesundheitlichen Problemen kämpft und sagt: „Das war der absolute Hammer. Jetzt geht es mir sehr, sehr viel besser als noch vor zwei Tagen.“


Hochsprung-Meeting in Heilbronn: Mutaz Essa Barshim ist weiter der größte seiner Branche

Federleicht Zuvor beweist Mutaz Essa Barshim, warum er auch mit 33 Jahren noch der Größte seiner Branche ist. Mit drei Sprüngen fliegt er federleicht über 2,31 Meter und schnappt Tobias Potye den Arena-Rekord weg, den der Münchner für wenige Minuten nach seinem Traumsprung über 2,29 Meter inne hat. Weil der Vizeeuropameister von München sich aber bei seinem ersten Versuch über die 2,31 Meter verletzt und Zweiter wird, ist der Marktplatz Barshims alleinige Bühne.

Er nutzt sie. Konzentriert. Und fokussiert. Nach zwei technisch guten, aber gerissenen Anläufen über 2,35 Meter wagt er sich noch an die Weltjahresbestleistung von 2,38 Meter. Dass das eine realistische Höhe für den Stilisten aus Doha ist, sehen alle 1100 Hochsprungfreunde, die damit für einen Zuschauerrekord sorgen.

 

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Mutaz Essa Barshim schaut in Heilbronn schon auf Olympia

„Diese Marke wollte ich mit Blick auf die Olympischen Spiele schon einmal anvisieren“, sagt Mutaz Essa Barshim mit einem Lächeln. Soll heißen: Wartet nur ab, in Paris dürft ihr wieder Großes von mir erwarten. Der Katarer hat mit seinen Sprüngen in Heilbronn gespürt, dass er gerüstet ist – für das Diamond-League-Meeting in London am Freitag, besonders aber für den Super-Sonntag in Paris.

Wie kraftvoll das Leichtgewicht ist, haben noch ganz andere Athleten zu spüren bekommen: Am Samstag sorgt Mutaz Essa Barshim bereits für Aufmerksamkeit. Im Kraftraum der TSG Heilbronn im Pfühl packt er so viele Scheiben auf die Langhantel, dass es dort gar mächtig rumpelt – zum Leidwesen der Snookerspieler, die sich über den Lärmpegel nebenan wundern. Nicht nur sie wissen jetzt, welch knallharte Arbeit hinter der Leichtfüßigkeit des Fliegers steckt.

Siegerehrung in Heilbronn: Die Gewinner des Hochsprung-Meetings in Heilbronn

Nur Sektduschen sind nicht das Ding des Mutaz Essa Barshim. Diesen Job übernimmt bei der Siegerehrung ein Anderer: Donald Thomas. Der Ex-Weltmeister von den Bahamas schüttelt die Flasche dreimal kräftig und sorgt für einen letzten Knalleffekt. Schon zuvor ist der 40-Jährige der Mann für die Showmomente bei Hochsprung Heilbronn. In seine Begrüßung per Handschlag schließt der Charmebolzen einige Zuschauer mit ein. Zwischen seinen Sprüngen sucht er den Kontakt, pusht sich – um nur knapp am Weltrekord von 2,29 Meter in seiner Altersklasse zu scheitern. Eine Energieleistung über die Thomas sagt: „Vor so einer Kulisse fühle ich mich stark genug, um Großes zu vollbringen.“ Bei den Athleten genießt das Meeting nach seiner zweiten Auflage den Status „immer wieder gerne“. Mehr Kompliment geht nicht.

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