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Oliver Rieths gelungener Spagat zwischen TSV Weinsberg und Sport-Union Neckarsulm

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Torwart-Trainer Oliver Rieth hat nach seiner Rückkehr zum TSV Weinsberg wieder bei Null angefangen. Seinem Ex-Club Sport-Union Neckarsulm ist der 58-Jährige aber dennoch treu geblieben.

Beim TSV Weinsberg arbeitet Oliver Rieth (Zweiter von links) unter anderem mit Trainer Edin Hadzimuhamedovic (stehend) und Torhüter Nicolas Koch.
Beim TSV Weinsberg arbeitet Oliver Rieth (Zweiter von links) unter anderem mit Trainer Edin Hadzimuhamedovic (stehend) und Torhüter Nicolas Koch.  Foto: Christiana Kunz

Eigentlich hatte Oliver Rieth ja kürzertreten wollen. Zweieinhalb Monate Saisonvorbereitung, danach acht bis neun Trainingseinheiten in der Woche und dazu der reguläre Pflichtspielbetrieb, nicht selten verbunden mit teils mehrtägigen Auswärtsreisen quer durch die Republik. Das war dem 58-Jährigen nach sieben Jahren als Torhüterinnen-Trainer von Bundesligist Sport-Union Neckarsulm im Laufe der vergangenen Saison zu viel geworden.

Doch so ganz ohne Handball geht es natürlich auch nicht. Das wusste im Frühjahr auch der TSV Weinsberg, der daher nicht in die tiefsten Tiefen seiner Trickkiste greifen musste, um Rieth von einem neuerlichen Engagement bei seinem Heimatverein zu überzeugen. „Es macht mir wirklich viel Spaß, mit den Jungs zusammenzuarbeiten“, sagt Rieth nun ein gutes halbes Jahr später und spricht dabei von einer „bemerkenswerten und unfassbar schnellen Entwicklung“, die die junge Weinsberger Mannschaft in ihren ersten Regionalliga-Monaten bereits hinter sich gebracht habe.


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Der Applaus dürfte Oliver Rieth sicher sein, wenn er am 25. Mai in der Ballei nach dem letzten Saisonspiel der Sport-Union verabschiedet werden wird.
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Das Ende eines Traums: Oliver Rieth macht Schluss


TSV Weinsberg hat noch alle Chancen auf den Klassenerhalt

Durch die beiden jüngsten Auswärtssiege beim VfL Waiblingen (31:27) und in Hirschberg-Großsachsen hat die Mannschaft von Trainer Edin Hadzimuhamedovic inzwischen eine gute Ausgangsposition, um in den zwölf verbleibenden Spielen die nötigen Punkte für den anvisierten Klassenerhalt zu sammeln. Der nächste Schritt dahin soll am Samstag getan werden, wenn der TSV Weinsberg ab 20 Uhr in der Weibertreuhalle den TV Plochingen um Ex-Trainer Michael Stettner und den ehemaligen TSV-Schlussmann Marc Krammer empfängt, der als Tabellenzehnter mit einem Spiel weniger nur zwei Punkte vor dem TSV steht.

„Die Qualität der Mannschaft war immer unbestritten“, sagt Oliver Rieth. Doch inzwischen hätten die Spieler auch die Gewissheit, dass mit Wille, Herz, Leidenschaft „und wenn sie ans absolute Limit gehen“ fast alle Mannschaften in der Liga schlagbar seien. „Aber: Wenn all das nicht da ist, können wir auch gegen jede Mannschaft verlieren.“

Torwart-Routinier Koppmeier hilft der Mannschaft und dem Trainer

Die beiden jüngsten Weinsberger Auswärtserfolge waren nicht zuletzt Torhüter Stefan Koppmeier zu verdanken, den Trainer Edin Hadzimuhamedovic nach dem 38:28 bei Saase3 Leutershausen II als „Fels in der Brandung“ lobte. Im Torhüter-Team mit Nicolas Koch (19) sowie Felix Brodmann aus der zweiten Mannschaft bringt der 30-jährige „Team-Senior“ die Ruhe ins Weinsberger Spiel. „Ich bin sehr dankbar, dass wir so eng zusammenarbeiten. Stefan bringt so viel Erfahrung mit und kennt vor allem die Liga. Das war gerade am Anfang eine sehr große Hilfe“, sagt Oliver Rieth.

Hinweise für jünger und etwas älter: Julia Huber (Mitte, 17) und Celia Schneider (38) von der Sport-Union-Zweiten bekommen im Februar 2024 hilfreiche Tipps.
Hinweise für jünger und etwas älter: Julia Huber (Mitte, 17) und Celia Schneider (38) von der Sport-Union-Zweiten bekommen im Februar 2024 hilfreiche Tipps.  Foto: Christiana Kunz

Kein Wunder, in der Frauen-Bundesliga kannte der Torwart-Trainer nach sieben Sport-Union-Jahren beinahe jede gegnerische Torfrau auswendig. Bewegungsabläufe, Reaktionen, Wurfbilder – Rieths Datenbank gab Antworten auf beinahe alle Eventualitäten und offenen Fragen. In der Männer-Regionalliga sah das anders aus. „Ich musste mir meine Datenbank erst wieder bei Null aufbauen und bin noch immer dabei, das zu tun.“


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Weniger Zeit bei gleichbleibenden Aufwand: Rieth muss sich neu organisieren

Erkenntnisse aus den Hallen und aus dem Video-Studium mussten erst wieder aufgesogen und geordnet werden. Auch da war Routinier Koppmeier eine große Hilfe, hatte der 30-Jährige viele solcher Informationen doch bereits in den vergangenen Jahren gesammelt. „Da wäre ich ja blöd, wenn ich auf diese Erfahrung nicht zurückgreifen würde“, sagt Oliver Rieth. „Auch, um unsere jungen Spieler dadurch noch besser zu machen.“

In Neckarsulm arbeitete Rieth 2023/2024 mit drei Nationaltorhüterinnen zusammen: Valentyna Salamakha, Lena Ivancok und Anita Polacková (von links).
In Neckarsulm arbeitete Rieth 2023/2024 mit drei Nationaltorhüterinnen zusammen: Valentyna Salamakha, Lena Ivancok und Anita Polacková (von links).  Foto: Christiana Kunz

Die beiden größten Umstellungen hatten für den Torwart-Trainer mit dem Wechsel vom Profi- ins Amateurlager und dem Umstieg vom Frauen- in den Männersport zu tun. Bei Ersterem ist vor allem der Zeitaspekt ein Thema: „Vom Aufwand und der Vorbereitung her, hat sich gar nicht so viel verändert, aber bei nur noch drei statt acht Trainingseinheiten musst du alles etwas kompakter machen und die Schwerpunkte besser setzen.“ Zudem sei vor allem angesichts der deutlich höheren Wurfgeschwindigkeit im Männer-Handball eine Umstellung nötig gewesen.

Verbindung zur Sport-Union Neckarsulm ist nicht abgerissen

Rieth weiß, wovon er spricht, ist er doch neben seinem Engagement in Weinsberg auch der Sport-Union Neckarsulm treu geblieben und leitet dort weiterhin das wöchentliche Torhüterinnen-Training für die weibliche C- bis A-Jugend. Auch bei den Verbandsliga-Männern und der zweiten Frauen-Mannschaft ist er regelmäßig im Training involviert.

Nachwuchs und Aktive, Männer und Frauen, TSV und Sport-Union – Rieth gelingt der Spagat. „Es war immer ein Highlight, vor 1200 Zuschauern zu spielen“, erinnert er sich gerne an viele „geile Momente“ in der Bundesliga. Aber da waren eben auch die weit entfernten Auswärtsspiele, nach denen der Neckarsulmer Tross nicht selten erst in den frühen Morgenstunden des Folgetages wieder zu Hause war. Die vermisst Oliver Rieth weniger.


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