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Nachwuchsabteilung der Sport-Union Neckarsulm macht Fortschritte – Bislang jedoch nur jenseits der Tabelle

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Die lange geplante Umstrukturierung im weiblichen Nachwuchsbereich der Sport-Union Neckarsulm ist inzwischen angestoßen. Sportliche Ergebnisse lassen noch auf sich warten, doch die Ziele für die nächste Saison sind ambitioniert.

Munia Smits (rechts) wird weiterhin die B-Juniorinnen der Sport-Union Neckarsulm trainieren. Gernot Drossel (links) übernimmt neben der C- künftig auch die A-Jugend.
Munia Smits (rechts) wird weiterhin die B-Juniorinnen der Sport-Union Neckarsulm trainieren. Gernot Drossel (links) übernimmt neben der C- künftig auch die A-Jugend.  Foto: Seidel, Ralf

Die Wellen, die Gernot Drossel und die Sport-Union Neckarsulm vor rund einem Jahr im Handball der Region ausgelöst haben, waren hoch. Die aufgekündigte Jugend-Spielgemeinschaft mit dem TSV Degmarn und der SpVgg Oedheim sowie vor allem das neue Konzept für den weiblichen Nachwuchs, in dem der Bundesliga-Verein als Leuchtturm und Anziehungspunkt für die besten Nachwuchsspielerinnen der Region fungieren möchte, polarisierte.

Zwölf Monate später zieht Drossel, der in seiner Rolle als Handball-Koordinator in Neckarsulm für die gesamte Organisation des Leistungssports im Nachwuchs verantwortlich ist, eine mit Abstrichen positive Bilanz des Neuanfangs. „Im Bereich von der weiblichen C- bis zur A-Jugend können wir zur neuen Saison von Leistungsmannschaften sprechen“, sagt der 54-Jährige, der in den vergangenen Monaten diverse Umstrukturierungsmaßnahmen angestoßen und umgesetzt hat.


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Einheitliches Handball-Konzept soll Durchlässigkeit fördern

Bei den drei größten Herausforderungen habe man entscheidende Fortschritte gemacht, stellt Drossel fest. Eine übergeordnete, abteilungs- und mannschaftsübergreifende Handball-Idee ist inzwischen von ihm und Bundesliga-Spielerin und B-Lizenz-Inhaberin Munia Smits erarbeitet worden. Von der D-Jugend bis zur Regionalliga-Zweiten bei den Aktiven soll mit identischen Auslösehandlungen und gleichen Abwehrideen (5:1-Deckung mit hohen Außen) gespielt werden, so dass den Spielerinnen der Wechsel zwischen den Mannschaften und der Übergang zwischen Altersklassen leichter fällt.

Rabea Loehnig verstärkt Regionalliga-Mannschaft

Sehr zufrieden ist man in Neckarsulm mit der Entwicklung der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Daher bleibt das Trainerduo Nicolai Spiegl/Krunoslav Jelinic ebenso an Bord wie diverse Spielerinnen um die erfahrene Trixi Hanak. Unterstützung gibt es künftig außerdem wieder von Oliver Rieth als Torhüterinnen-Trainer. Zu den externen Neuzugängen zählen Torhüterin Hanna Krause (SG Schozach-Bottwartal) und die zuletzt vereinslose Rabea Loehnig, die zusammen mit Gernot Drossel auch die C1-Juniorinnen trainieren wird.

Die Gewährleistung von Durchlässigkeit ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts – „sonst unterbinde ich Leistung und nehme Spielzeit“, betont Drossel. Die Erhöhung von Trainingsqualität und -quantität und mit ihr verbunden die verstärkte Betreuung der Mannschaften durch lizenzierte Trainer sei inzwischen ebenfalls erreicht. „Im Vergleich zu meinem Start haben wir bei der Qualität der Trainer eine hundertprozentige Verbesserung“, sagt Gernot Drossel selbstbewusst.

Selbst wenn man den A-Lizenz-Inhaber herausrechne, seien vier lizenzierte Trainer im Nachwuchsbereich neu hinzugekommen. E- und D-Juniorinnen trainieren inzwischen dreimal wöchentlich, C-, B- und A-Juniorinnen sind viermal pro Woche im Trainingsbetrieb. „Von Eltern bekomme ich auch die Rückmeldung, dass es in der C-Jugend ein solch intensives Trainingsangebot woanders nicht gibt.“

Jette Zimprich zählt zu jenen Akteurinnen, die bereits in dieser Saison zwischen Neckarsulmer A-Jugend und zweiter Mannschaft hin und her pendeln.
Jette Zimprich zählt zu jenen Akteurinnen, die bereits in dieser Saison zwischen Neckarsulmer A-Jugend und zweiter Mannschaft hin und her pendeln.  Foto: Kunz, Christiana

Ambitionierte Ziele für die Spielzeit 2026/2027

Gut zwei Dutzend Neuzugänge hat Gernot Drossel in den vergangenen Monaten für die diversen Nachwuchsmannschaften des Vereins an Land gezogen. „Sie sorgen nicht nur für eine breitere Breite, sondern haben auch die Qualität, die für einen größeren Konkurrenzkampf sorgt, der die Mannschaften wiederum besser macht“, ist der Koordinator überzeugt.

Das Ziel für die Saison 2026/2027 ist daher bereits klar umrissen: Die Teams des Leistungsbereichs (C- bis A-Jugend) sollen allesamt überregional, mindestens in der Oberliga Baden-Württemberg, spielen und in ihren Staffeln möglichst auch unter die besten Vier kommen, um im Folgejahr die Chance zu bekommen, sich für die Regionalliga qualifizieren zu können.


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Jüngere Jahrgänge machen (auch schmerzhafte) Erfahrungen

Dass sich die bisherigen Mühen noch nicht in sportlichen Erfolgen niederschlagen, sei dabei nur bedingt wichtig. „Es ging erst einmal darum, die Jahrgänge an ein Leistungsniveau heranzuführen“, sagt Gernot Drossel und verweist darauf, in den vier ältesten Nachwuchsbereichen außerdem jeweils zu mindestens 50 Prozent auf Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs zu setzen. „Es gab gerade am Anfang Ergebnisse, die wehgetan haben, und etwa für die B-Jugend war es ein reines Ausbildungsjahr. Aber bei der Entwicklung der Spielerinnen sind wir mehr als gut unterwegs.“ A- und C-Juniorinnen sind in ihren Oberliga-Staffeln derzeit jeweils Vorletzter, die B-Jugend ist Dritter, die D-Jugend Sechster in ihren jeweils acht Mannschaften umfassenden Bezirksoberliga-Staffeln.

Während in Benjamin Bernauer ein jugenderfahrener Übungsleiter gefunden worden ist, der im Nachwuchs künftig zweimal wöchentlich spezifisches Torwarttraining anbietet, hakt es noch bei den geplanten Arbeitsgemeinschaften an Schulen und speziellem Athletiktraining.


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Neckarsulmer Leuchtturm wirkt noch nicht als anziehender Magnet

Bei den anderen Vereinen im Bezirk ist nicht alles, was in den vergangenen Monaten in Neckarsulm aufgegleist worden ist, auf Gegenliebe gestoßen. Die Skepsis ist noch immer groß, die Zahl der talentierten Spielerinnen, die von Trainern und Vereinen aus dem Umland zur besseren Förderung an den Pichterich geschickt worden sind, lässt sich noch an einer Hand abzählen.

„Wir werden den Weg aber so weitergehen müssen, wenn wir in der Region etwas aufbauen wollen“, sagt Gernot Drossel. Das gehe aber nicht mit der Brechstange, sondern nur durch aufgebautes Vertrauen – zu Spielerinnen ebenso wie zu anderen Vereinen.

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