Heilbronner Falken im Abschlusspech: Eronen sieht noch keinen Grund zur Besorgnis
Niko Eronen, Trainer der Heilbronner Falken, vergleicht das Toreschießen mit der Sucht nach Schokolade: Man müsse sich auch mal zurücknehmen, ist seine Forderung.
Insolvenz oder keine Insolvenz – das scheint bei den Heilbronner Falken immer noch die Frage. „Die Lage ist ganz schwierig“, heißt es aus Insider-Kreisen, die von zwei bis drei Tagen sprechen, bis die Entscheidung endgültig gefallen ist.
Von all diesen Dingen, die sich abseits des Eises abspielen, will Niko Eronen nichts wissen. Der Trainer des Eishockey-Oberligisten hat allerdings auch ganz andere Baustellen. Das 1:3 gegen die Tölzer Löwen am Sonntag war bereits die vierte Niederlage in Folge.

Trotz eines stark haltenden Goalies Berger verlieren Falken gegen Tölzer Löwen
Leon Fern egalisierte in Überzahl (21. Minute) zwar den frühen Rückstand der Falken durch Toms Prokopovics (4.). Doch dann gerieten die Heilbronner durch Christoph Fischhaber erneut in Rückstand (52.). Und Michael Keränen machte 54 Sekunden vor dem Ende mit einem Empty-Net-Treffer, als Falken-Goalie Patrick Berger, der überragend hielt, das Eis für einen sechsten Feldspieler verlassen hatte, alles klar.
Insgesamt erzielten die Sturmreihen der Unterländer in diesen vier Niederlagen nur sieben eigene Treffer – in der vergangenen Saison waren sie fast in der selben personellen Besetzung noch für rund fünf pro Partie gut. Eine reine Kopfsache für Eronen. „Es ist ein mentales Problem. Ich kann jetzt nicht wiederholen, was ich den Jungs direkt nach dem Spiel in der Kabine gesagt habe. Ich versuche es, etwas freundlicher und jugendfreier zu umschreiben: Wenn man süchtig nach Schokolade ist, muss man sich auch mal zurückhalten und sich in Geduld üben“, erklärt der Falken-Coach auf der Pressekonferenz nach der Niederlage gegen die Tölzer Löwen. „Es fehlt das Selbstvertrauen. Wir müssen einfach weiter aufs Tor schießen, dann werden die Treffer auch wieder fallen.“
Mentale Blockade im Abschluss lässt sich nach Eronens Meinung im Training beheben
Das Gute: Das Problem lässt sich schon alleine durch gute Trainingseinheiten wieder lösen. Dort könne man sich das Selbstvertrauen wieder zurückholen. Psychologische Hilfe sei nicht unbedingt notwendig. „Selbstvertrauen kommt von alleine zurück, wenn man eine gute Struktur auf dem Eis behält und einfach immer wieder Bewegungsmuster wiederholt“, erzählt Eronen.
Bange ist dem Falken-Trainer deshalb nicht. „Wir können ja scoren – das haben wir schon des Öfteren in dieser Saison bewiesen. Wir haben uns zuletzt nur schwer getan, unsere Möglichkeiten zu verwandeln, hatten einige schlechte Spiele“, erklärt der Eronen. „Ich wäre erst besorgt, wenn wir uns keine Chancen herausarbeiten würden. Aber auch gegen Bad Tölz hatten wir mehr als 30 Schüsse aufs Tor der Löwen.“
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