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Playoff-Viertelfinale: Heilbronner Falken gewinnen auch Spiel drei gegen Memmingen

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Der Eishockey-Oberligist Heilbronner Falken gewinnt gegen Memmingen auch das dritte Spiel der Viertelfinal-Serie mit 4:1. Am Freitag können die Falken ins Halbfinale einziehen.

Vor den Toren wurde aufgeräumt: Hier hat Pontus Wernerson Libäck (links) den Memminger Matej Pekr im Schwitzkasten. Corey Mapes (Dritter von rechts) schiebt noch ein bisschen von der anderen Seite.
Foto: Mario Berger
Vor den Toren wurde aufgeräumt: Hier hat Pontus Wernerson Libäck (links) den Memminger Matej Pekr im Schwitzkasten. Corey Mapes (Dritter von rechts) schiebt noch ein bisschen von der anderen Seite. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

"Und am Freitag schmeißen wir euch raus", skandierten die Heilbronner Fans am Dienstagabend nach Spielende. Tatsächlich haben die Falken am Freitag in Memmingen Matchpuck. Nach hartem Kampf gewannen sie Spiel drei der Viertelfinalserie gegen Memmingen mit 4:1 (0:1, 2:0, 2:0). Damit führt Heilbronn in der Best-of-Seven-Serie mit 3:0 und braucht nur noch einen Sieg zum Einzug ins Halbfinale der Oberliga. "Ich danke meinen Eltern für das Herz aus Stein", sagte Falken-Trainer Frank Petrozza angesichts der nervenaufreibenden Schlussphase.

Gute Tradition in dieser Serie hat ja bereits der schlechte Start der Falken. Da machte Spiel drei keine Ausnahme. Zwar gewannen die Heilbronner gegen Memmingen das erste Spiel deutlich, doch im zweiten Spiel war es eine knappe Angelegenheit. Auch am Dienstag kamen die Gastgeber zu Beginn gar nicht in Fahrt. Memmingen wirkte in den Zweikämpfen bissiger, in den Offensiv-Aktionen zielstrebiger. Es dauerte fast fünf Minuten, ehe Oula Uski erstmals einen Schuss Richtung Memminger abfeuerte.

Heilbronner Falken in Spiel drei gegen Memmingen: Es ging um die Kleinigkeiten

Im siebten Aufeinandertreffen zwischen beiden Teams in dieser Saison hatte keine Seite mehr Überraschungen in petto. Es ging um die viel bemühten Kleinigkeiten, in jeder Aktion hellwach zu sein, jeden Zweikampf zu führen, als wäre es der alles entscheidende.


Nach einer Viertelstunde erarbeiteten sich die Falken erstmals ein Übergewicht, nachdem sie eine erste Strafe gegen Tim Detig unbeschadet überstanden hatten. Gerade als es nach dem 1:0 roch, fiel das 0:1. Die Heilbronner ließen eine aussichtsreiche Gelegenheit liegen, waren zu behäbig in der Rückwärtsbewegung - die entscheidende Kleinigkeit - und Robert Peleikis kam am zweiten Pfosten völlig frei zum Abschluss (18.).

Heilbronner Falken gewinnen, aber: Klarere Aktionen der Gäste im dritten Spiel

Die Falken kamen erkennbar bemüht aus der Kabine, es war gleich mehr Tempo in den Aktionen. Nach vorne blieb das Spiel aber zu umständlich, Memmingen war in seinen Aktionen deutlich klarer. Die Entschlossenheit der Gäste demonstrierte Marco Eisenhut in der 27. Minute. Der Goalie eilte in höchster Not aus seinem Kasten und stoppte an der blauen Linie einen langen Pass auf Geburtstagskind Sam Verelst.

Nach der Hälfte des Spiels war klar: Die Falken brauchen einen Hallo-Wach-Moment, um endlich richtig im Spiel anzukommen. Den lieferten die Referees, indem sie Sofiene Bräuner für ein minimales Haken auf die Strafbank schickten (32.). 49 Sekunden später fiel in der ersten Überzahl für die Heilbronner der Ausgleich. Eisenhut reagierte auf den Abschluss von Pontus Wernerson Libäck, geriet aus der Position und Linus Wernerson Libäck knallte ihm die Scheibe aus spitzem Winkel an den Rücken, von wo sie über die Linie prallte (33.).

Ausgleich als Brustlöser für die Heilbronner Falken in Spiel drei der Viertelfinal-Serie

Das 1:1 war erkennbar ein Brustlöser für die Gastgeber. Sie demonstrierten jetzt endlich auch über die Körpersprache Siegeswillen. Die blaue Linie wurde besser gehalten. Genau hierdurch gelang die Führung. Die schwedischen Zwillinge stoppten dort den Memminger Aufbau. Drei Spieler des Gegners waren schon auf dem langen Weg zum Wechsel. Die entstandene Zwei-auf-Eins-Situation ließen sich die Brüder 58 Sekunden vor der Pausensirene nicht nehmen. Wieder war Linus der Torschütze.

Eine optimale Ausgangsposition für das Schlussdrittel, das ja oft der stärkste Spielabschnitt der Falken ist. Zudem wirkten die Gäste schon gegen Ende des Mittelabschnitts etwas müde. Dieser Eindruck verstärkte sich zu Beginn der letzten 20 Minuten. Die Gastgeber drückten auf den dritten Treffer. In der 45. Minute scheiterte Niklas Jentsch mit einem Solo am stark parierenden Eisenhut. Rund zehn Minuten vor dem Ende sah es so aus, als ob die Falken einen Mann mehr auf dem Eis hätten.

Wie im Powerplay spielten sie sich die Scheibe zu. In der 49. Minute bekamen die Heilbronner dann tatsächlich das zweite Powerplay zugesprochen. Marcus Marsall musste auf die Strafbank. "Überzahlmonster Heilbronn", sangen die Fans. Das Geschehen auf dem Eis war allerdings, abgesehen von einem Solo von Freddy Cabana, wenig monstermäßig.

Heilbronner Falken gegen Memmingen: Zwei Treffer in den Schlusssekunden

Immerhin gab es gleich die nächste Gelegenheit. Christopher Kasten bekam zwei Minuten wegen Hakens, regte sich fürchterlich darüber auf und kriegte gleich noch 120 Sekunden extra für unsportliches Verhalten. Jetzt wurde es hektisch. Statt die vier Minuten cool auszuspielen, ließ sich Oula Uski zu einem Stockschlag verleiten. Dann musste Doppel-Torschütze Linus Wernerson Libäck vom Eis. Memmingen zog den Goalie, ging All-In, spielte mit Sechs gegen Vier.

Um bei einer Befreiung der Falken das dritte Gegentor zu verhindern, schlug Linus Svedlund Zwilling Pontus um und bekam dafür völlig zu Recht eine große Strafe. Oula Uski machte 38 Sekunden vor Schluss mit dem 3:1 ins leere Tor den Deckel drauf. Verelst setzte vier Sekunden vor dem Ende den Schlusspunkt.

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