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Heilbronner Falken finden wieder einen Weg zu gewinnen

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Offensiv effizient, defensiv leidensfähig und ein überragende Patrick Berger im Tor: Heilbronn gewinnt gegen offensiv dominante Indians auch in Memmingen 2:1 und führt die Best-of-Seven-Serie nun mit 2:0 an. Am Dienstag aber müssen die Falken auf Robin Just verzichten.

Memmingen und Heilbronn schenkten sich nichts, kämpften hart: Am Ende haben aber wieder die Falken um Sam Verelst (rechts) das bessere Ende für sich.
Foto: Mario Berger
Memmingen und Heilbronn schenkten sich nichts, kämpften hart: Am Ende haben aber wieder die Falken um Sam Verelst (rechts) das bessere Ende für sich. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Es ist wohl die größte Stärke der Heilbronner Falken von Trainer Frank Petrozza. Die Mannschaft findet fast immer einen Weg, Spiele zu gewinnen. Dabei müssen die Unterländer nicht einmal das bessere Team sein − so wie am Sonntag in Memmingen. Dank eines überragenden Patrick Berger im Tor und einer starken Defensive gewannen die Falken auch die zweite Partie der Viertelfinal-Serie gegen Memmingen.

Nach dürftigem ersten Abschnitt noch mit 0:1 zurück, drehten die Falken die Partie vor 3026 Zuschauern per Doppelschlag, setzten sich auch auf dem Hühnerberg 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) durch − und führen nun in der Best-of-seven-Serie nun mit 2:0. "Unsere Unterzahl hat heute das Spiel gewonnen", sagte Petrozza.

Im ersten Drittel finden die Falken offensiv nicht statt

Spiel eins am Freitag hatten die Falken im Eilverfahren entscheiden: Nach dem 6:0 in der 27. Minute war das Duell durch, die Unterländer konnten guten Gewissens einen Gang runterschalten. Wohlwissend, dass die Partie einen für sie günstigen Verlauf genommen hatte. Memmingen hatte zu Beginn die klar besseren Chancen. Und: Trainer Daniel Huhn nahm mit dem gewonnen letzten Drittel etwas Positives mit nach Hause. Mit mehr als 3000 Zuschauern im Rücken, wollten die Indians auf dem heimischen Hühnerberg natürlich den Serienausgleich.

Genauso traten die Unterallgäuer auf. Ihnen gehörte nicht nur die Anfangsphase wie schon am Freitag, sondern diesmal gleich das komplette erste Drittel. Die Falken kämpften zwar um jeden Zentimeter, setzten aber wenig Offensiv-Akzente. Ein Powerplay brachte jedenfalls nichts Zählbares ein und danach spielten nur noch die Memminger, erarbeiteten sich mehrere hochkarätige Chancen.

Patrick Berger ist wieder bester Mann der Falken

Bester Heilbronner war wie am Freitag schon Patrick Berger: Der Falken-Keeper hielt, was es zu halten gab. Und es brannte oft vor seinem Tor. Vor allem in den beiden Überzahlsituationen waren die Gastgeber schwer am Drücker. Jaroslav Hafenrichter zielte in der 14. Minute zu genau, er traf nur den Pfosten. Doch ob mit einem Mann mehr oder bei fünf gegen fünf: Memmingen war besser, verdiente sich die Führung, die noch kurz vor der Pause glückte. Allerdings war es ein krummes Ding: Der Schuss von Maximilian Menner wäre am Kasten vorbeigegangen. Aber Robert Peleikis fälschte die Scheibe mit dem Rücken zum Tor geschickt zum 1:0 ab (18.).

Die Falken hatten Glück, dass es beim knappen 0:1-Rückstand blieb − bei 2:16 Schüssen in den ersten 20 Minuten. Das war viel zu wenig. Wussten auch die Falken und legten mit Wiederbeginn einen Zacken zu. Zog Jan Pavlu einen satten Schuss knapp am Tor vorbei (22.), war die Partie kurze Zeit später gedreht. Effektive Falken schlugen eiskalt zu.

Per Bauerntrick zum Ausgleich

Das 1:1 war dem Willen sowie der Kaltschnäuzigkeit von Vincent Jiranek zuzuschreiben. Der Flügelstürmer der dritten Reihe sorgte mit langen Schritten dafür, dass die Unparteiischen ein drohendes Icing auswinken mussten. Dann eroberte der Falke sich die Scheibe, fuhr um das Tor herum und traf per Bauerntrick zum Ausgleich (23.). Nur 80 Sekunden später hatte Corey Mapes bei einem Konter auf links viel Platz − und schoss das Spielgerät knallhart zum 2:1 ins Eck (25.). Zack − und schon führten die Unterländer.

Zwei Wirkungstreffer, Memmingen brauchte eine Weile, um sich ins Spiel zurück zu arbeiten. Auch, weil die Falken zu viele Strafen kassierten. Das Unterzahlspiel erinnerte jedoch wieder an die Hauptrunde, in der die Unterländer Meister des Penaltykillings waren. Dazu gehörte auch Berger, der mehrfach großartig parierte. Daher nahmen die Falken die Führung verdient mit ins letzte Drittel.

Robin Just fängt sich unnötige Spieldauerstrafe ein

Und sie übertrugen auch ihre defensive Leidensfähigkeit in den letzten Abschnitt. Was die Memminger auch taten: Die Falken standen stabil, verteidigten leidenschaftlich, blockten Schüsse. Hatten auch Dusel − und einen überragenden Berger. Ärgerlich: Robin Just kassierte noch eine Spieldauerstrafe und fehlt am Dienstag in Spiel drei.

Tor: Berger, Kapteinat. Abwehr: Mapes - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Kuschel, Zernikel. Angriff: L. Wernerson-Libäck - Uski, P. Wernerson Libäck, Jentsch - Cabana - Just, Verelst - Detig - V. Jiranek, Dell - Hecht.

Tore: 1:0 (18.) Peleikis, 1:1 (23.) V. Jiranek, 1:2 (25.) Mapes. Strafminuten: 8/41. Schiedsrichter: Andreas Gawlik, Zsombor Palkövi. Zuschauer: 3026.

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