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Start ins Playoff-Viertelfinale: Perfekter Auftakt der Heilbronner Falken

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Der Eishockey-Oberligist Heilbronner Falken erwischt einen Traumstart in die Viertelfinal-Playoff-Serie gegen die Memmingen Indians. Freddy Cabana trifft gegen seinen Lieblingsgegner.

Marco Eisenhut im Tor der Memminger ahnt es schon: Die Scheibe fällt gleich in sein Gehäuse. Corey Mapes traf zum Ende eines furiosen Auftaktdrittels 37 Sekunden vor der Pause zum 4:0 für Heilbronn.
Foto: Mario Berger
Marco Eisenhut im Tor der Memminger ahnt es schon: Die Scheibe fällt gleich in sein Gehäuse. Corey Mapes traf zum Ende eines furiosen Auftaktdrittels 37 Sekunden vor der Pause zum 4:0 für Heilbronn. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Was auch immer sich Eishockeyspieler vor dem Start in eine Playoff-Serie alles ausmalen: Das Spiel der Heilbronner Falken gegen den ECDC Memmingen dürfte dem perfekten Traum ziemlich nahegekommen sein. Nach weniger als einer halben Stunde war Spiel eins der Viertelfinalserie gegen die Unterallgäuer entscheiden, letztlich gewannen die Unterländer am Ende eines stimmungsvollen Abends vor knapp 2500 Zuschauern klar und ungefährdet mit 6:1 (4:0, 2:0, 0:1) und führen in der Serie mit 1:0.

Am Sonntag (19 Uhr) geht es in Memmingen weiter. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren bereit", sagt Falken-Trainer Frank Petrozza hinterher. "Aber wir wissen, dass es nur ein Spiel, nur ein Sieg war."

Personell hatte sich im Vergleich zur Serie gegen Erfurt bei den Heilbronnern zwar nicht viel getan: Aber mit Tim Detig war ein durchaus wichtiger Spieler rechtzeitig fit geworden. Er gab gleich den Center in der dritten Reihe, die damit unheimlich aufgewertet wurde. "Er hat einen guten Job gemacht, Timmy ist ein guter Teamplayer und wir freuen uns alle, dass er zurück ist", sagte Petrozza. Eine vierte Sturmreihe brachte er zwar nicht zusammen, weil weder Marco Haas noch die Förderlizenzspieler aus Mannheim da waren. Ein Problem aber war das nicht. Selbst die Gäste hatten nicht mehr Spieler zur Verfügung. Und abgesehen davon: "In der Offensivzone sehe ich niemanden, der besser als wir ist", hatte der Falken-Trainer diese Woche klar gemacht.

Heilbronner Falken gegen Memmingen in den Playoffs: Gäste mit den besseren Anfangsminuten

Genau den Beweis traten die Falken noch im ersten Abschnitt an, wenn auch mit ein paar Minuten Anlauf. Heilbronn machte gleich zu Beginn Druck, gab ein paar gute Schüsse ab - die besseren Chancen hatten indes zunächst die Memminger. Matej Pekr lief über rechts alleine auf Patrick Berger zu, fand jedoch im Falken-Torhüter seinen Meister (3. Minute). Auch in den Folgeminuten stand Berger im Fokus, ließ sich aber nicht bezwingen. Die Gäste hatten den Falken den Schneid abgekauft.

Mitten in diesen Sturmlauf hinein schlugen aber die Falken zu: Pontus Wernerson Libäck steckte auf Oula Uski durch. Allein vor Marco Eisenhut kannte der Finne keine Gnade, traf zum 1:0 (8.). Kurz darauf hatten die Indians noch zwei, drei gute Gelegenheiten, direkt auszugleichen, allerdings scheiterten Pekr (8.) sowie zwei Mal Jaroslav Hafenrichter (11.) am starken Berger. "Das sind alles Situationen, in denen ein Spiel auf die andere Seite kippen kann", meinte Petrozza.

Playoff-Viertelfinale gegen Memmingen: Falken-Explosion nach Cabanas 2:0

Mit dem ersten und einzigen Powerplay explodierten die Falken dann: Freddy Cabana - der immer gegen Memmingen trifft - düpierte mit einem spontan eingelegten Solo zwei Verteidiger und Eisenhut. 2:0 (15.). Nur drei Minuten später drosch der freie Linus Wernerson Libäck die Scheibe zum 3:0 in die Maschen. Und die Falken waren noch nicht fertig: Corey Mapes erzielte 37 Sekunden vor der Pausensirene noch das 4:0 - dabei sah Eisenhut nicht gut aus. Der Memminger Keeper hatte direkt danach Feierabend. Für ihn kam Leon Meder. Ein furioses erstes Drittel vor prächtiger Kulisse, die vor Beginn an für Gänsehaut-Stimmung gesorgt hatte.

Nach Wiederbeginn mühten sich die Indians, noch ein Momentum zu finden, starteten wütende Angriffe, um irgendwie in das Spiel zurückzukommen. Ohne Erfolg. Den Angriffen fehlte die Überzeugung, der Glaube. Und die Falken waren gnadenlos, Uski mit seinem zweiten Tor des Abends traf nach einer schönen Kombination per Nachschuss zum 5:0 (24.). Robin Just mit einem Alleingang (25.) und Niklas Jentsch im Nachsetzen vergaben direkt danach das mögliche 6:0. Und trotzdem war das nur aufgeschoben.

Falken-Treffer zum 6:0 in Unterzahl im Playoff-Viertelfinale gegen Memmingen

Die erst zweite Überzahl der Partie nutzten die Falken - nur, dass die Hausherren in Unterzahl waren. Die schwedischen Zwillinge gingen einer geklärten Scheibe nach, Linus luchste dem Keeper den Puck hinter dem Tor ab, legte auf seinen Bruder zurück, der zum 6:0 ins leere Tor traf. Das halbe Dutzend war in der 27. Minute voll. Und Memmingen bedient, der Widerstand der Gäste war endgültig gebrochen, und auch die Falken konnten einen Gang zurückschalten. Ein Tor in Überzahl, eins in Unterzahl - das ist nach dem Geschmack von Petrozza, der vor der Partie als Trainer des Jahres in der Oberliga geehrt wurde.

Der Rest war Schaulaufen zu den Gesängen der Fans. Ärgerlich: Heilbronn vergab mehrfach das 7:0 und kassierte nach einer unnötigen Strafe das 1:6. Ein Schönheitsfehler. Die Memminger freute es umso mehr: "Wir haben das letzte Drittel gewonnen", sagte Trainer Daniel Huhn. Das wolle man mit ins Heimspiel nehmen. "Wir wissen, dass es in Memmingen anders aussehen wird als heute Abend", sagte Frank Petrozza.

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