Sieg nach Rückstand – Heilbronner Falken stehen im Halbfinale
Die Heilbronner Falken lassen sich von einem 0:1-Rückstand gegen Memmingen nicht aus der Bahn werfen und drehen das Spiel. Die Halbfinalserie gegen die Hannover Scorpions beginnt am Samstag.

Die Fans feierten Kapitän Freddy Cabana und Goalie Patrick Berger. Die beiden waren die Garanten für den Halbfinaleinzug der Heilbronner Falken dank eines hart erkämpften 4:1 (0:1, 2:0, 2:0)-Siegs im fünften Spiel gegen die Memmingen Indians. Mehr als den einen glücklichen 3:2-Erfolg am Freitag gelang den Allgäuern gegen die Unterländer nicht. "Wir sind verdient weiter, auch wenn die Serie enger war als das 4:1 aussagt", sagte Trainer Frank Petrozza.
Die Falken spielten ihr stärkstes erstes Drittel der gesamten Viertelfinalserie. Allerdings belohnten sie sich nicht für den großen Einsatz. Die Heilbronner bestimmten das Spiel, die Indians ließen aber kaum klare Chancen zu. In der elften Minute hätten sie um ein Haar von einem Fauxpas von Kai Zernikel profitiert. Der Falken-Verteidiger verlor neben dem eigenen Tor die Scheibe, doch Goalie Patrick Berger rettete in höchster Not.
Heilbronner Falken geraten in Rückstand: Memmingen nutzt erstes Powerplay zur Führung
Zernikel war es auch, der in der 14. Minute die erste Strafe kassierte - mit Folgen. Obwohl die Memminger bisher mit gerade einmal zehnprozentiger Erfolgsquote nicht gerade Überzahlmonster waren, nutzten sie dieses erste Powerplay konsequent. Matej Pekr traf mit einer Direktabnahme zur Führung, Berger war chancenlos (15.).
Noch in derselben Spielminute musste mit Milan Pfalzer auch der erste Gästespieler auf die Strafbank. Oula Uski hätte in Überzahl ausgleichen müssen, doch der Finne zögerte am zweiten Pfosten stehend einen Augenblick zu lange mit seinem Schuss, so dass Eisenhut noch parieren konnte (16.).
Druck der Heilbronner Falken nimmt von Minute zu Minute zu
Mit mächtig viel Dampf kamen die Falken nach der ersten Pause zurück aufs Eis. Petrozza hatte die Reihen umgestellt, Freddy Cabana in die erste Reihe zwischen die schwedischen Zwillinge gestellt. Tim Detig rückte dafür als Center in die zweite Reihe. Die Umstellungen wirkten, der Druck der Falken nahm von Minute zu Minute zu. Eisenhut stand mächtig unter Beschuss, parierte aber gegen Thomas Supis (26.), Cabana (28.) und Linus Wernerson Libäck (28.). Ein weiterer Schuss von Cabana strich knapp am Tor vorbei (30.).
Vier Minuten später war es dann aber soweit. Von Uski eingeleitet, schloss Robin Just mit viel Auge zum 1:1 ab (34.). Damit war der Joghurt aus dem Becher. Exakt 60 Sekunden später legte Corey Mapes aus dem Getümmel das 2:1 nach (35.). "Eishockey-Gott", hallte es entsprechend für den Falken-Rekordspieler durch die Halle.
Heilbronner Falken: Jan Pavlu trifft den Pfosten – Entscheidung fällt später
Die Gäste bekamen selbst bei zwei Überzahlgelegenheiten kaum noch Konstruktives zustande. Also entschied sich Torschütze Pekr dafür, den überragenden Cabana mit einem Bandencheck aus dem Spiel zu foulen (40.). Mit einer großen Strafe war der 36-jährige Tscheche gut bedient. Cabana hielt sich das Handgelenk, konnte aber selbstständig vom Eis fahren. Mit 4:34 Minuten Rest-Überzahl, aber ohne ihre Nummer 37 gingen die Heilbronner ins Schlussdrittel. Jan Pavlu hatte das 3:1 auf dem Schläger, traf aber nur den Pfosten (46.).
Heilbronn setzte fortan auf Spielkontrolle, gefordert waren jetzt schließlich die Gäste. Stabil verteidigen, sicher wechseln, Strafen vermeiden und auf den einen entscheidenden Konter warten, lautete die Devise. Natürlich mobilisierten die Indians die allerletzten Reserven. Ein ums andere Mal wurde es durchaus brenzlig vor Berger. Der blieb aber Herr des Geschehens und parierte einen Fernschuss sogar per Kopf ins Fangnetz (55.). Irgendwann war dann auch Cabana, der seinen Vertrag kürzlich verlängerte, wieder auf dem Eis zu sehen. "Er ist unser Motor", lobte Petrozza. Ein Kapitän lässt sein Team in der entscheidenden Phase eben nicht im Stich - Schmerzen hin oder her.
Die Zeit lief für die Falken. Zweieinhalb Minuten vor dem Ende nahmen die Gäste eine Auszeit, wenig später den Goalie vom Eis. Es half ihnen nicht mehr. Just entschied die Partie mit dem 3:1 ins leere Tor (59.). Mit einem weiteren Empty-Net-Goal setzte Pontus Wernerson Libäck den Schlusspunkt zum 4:1 (60.).
Heilbronner Falken ärgern sich über fragwürdige Sperre
Vor dem Spiel war der Ärger bei den Heilbronner Falken groß. Niklas Jentsch war vom DEB nachträglich für ein Foul in Spiel vier an Maxim Mastic für drei Spiele gesperrt worden. Die Referees hatten für den Check lediglich eine Fünf-Minuten-Strafe verhängt. Die Memminger legten im Nachgang Einspruch gegen die Entscheidung ein und begründeten dies mit einer Verletzung ihres Verteidigers, der aber sowohl am Freitag aufs Eis zurückkehrte als auch am Sonntag in der Startaufstellung stand. Die Falken haben gegen die Sperre Einspruch eingelegt.
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