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Falken verlieren Spiel vier auf der Strafbank

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Memmingen Indians verkürzen durch einen 3:2-Sieg gegen die Heilbronner Falken in der Playoff-Viertelfinal-Serie der Oberliga auf 1:3. Am Sonntag findet das fünfte Spiel in Heilbronn statt.

Zwei Tore des Kapitän Freddy Cabana (links) genügten den Falken am Freitag nicht, um ins Halbfinale einzuziehen.
Zwei Tore des Kapitän Freddy Cabana (links) genügten den Falken am Freitag nicht, um ins Halbfinale einzuziehen.  Foto: Berger, Mario

Acht Mal Unterzahl war am Ende einmal zuviel. Die Falken verlieren in den Oberliga-Playoffs dieser Saison erstmals eine Partie und müssen am Sonntag (18.30 Uhr) in Heilbronn ein fünftes Spiel gegen die Memmingen Indians absolvieren. Die Allgäuer gewannen am Freitagabend verdient mit 3:2 (0:1, 2:0, 1:1) und verkürzen in der Best-of-Seven-Serie auf 1:3. "Wir müssen von der Strafbank wegbleiben. Es ist aber nur ein Spiel. Am Sonntag wollen wir möglichst mit Fünf gegen Fünf auf dem Eis den vierten Sieg einfahren", sagte Falken-Trainer Frank Petrozza nach dem Spiel. 

Pfostentreffer der Memminger 

"Von Anfang an bereit sein", hatte Petrozza seinem Team auf den Weg ins vierte Spiel mitgegeben. Tatsächlich waren die Falken wacher und besonders defensiv stabil. Memmingen suchte natürlich die Chance zur frühen Führung, kam aber kaum zu klaren Gelegenheiten. Die beste hatte Milan Pfalzer in der fünften Minute. Doch der Schuss des 27-Jährigen prallte an den Pfosten. In dieser Szene hatten die Gäste zweifellos Dusel.

Eine erste Unterzahl überstanden sie kurz darauf souverän und waren bei ihrer ersten Topchance eiskalt. Der nach seiner Sperre zurückgekehrte Robin Just bediente Freddy Cabana perfekt. Der Heilbronner Kapitän umkurvte Memmingens Goalie Marco Eisenhut und vollendete zum 1:0 (11. Minute). Ein bisschen Glück war bei der Führung allerdings auch im Spiel, denn möglicherweise ging dem Treffer eine Abseitsstellung voraus.

In jedem Fall verfehlte das Tor nicht seine Wirkung. Der Schwung der Indians war dahin. Zwar brachten die Falken in ihrem ersten Powerplay wenig zuwege. Den Memmingern unterliefen in ihrer zweiten Überzahl aber gar zwei Icings. Die Falken überstanden diese zwei Minuten mit einem Mann weniger auf dem Eis problemlos.

In doppelter Unterzahl kassieren die Falken den Ausgleich

Eine zweite Vorgabe Petrozzas lautete: "Die Emotionen im Griff behalten". Das gelang seinen Schützlingen im zweiten Spielabschnitt nicht wirklich. Zunächst handelte sich Sam Verelst eine Strafe ein. Schon bei einem Bully zuvor hatte sich der 33-Jährige mit Memmingens Matej Pekr beharkt. Sekunden später musste der Falken-Stürmer wegen übertriebener Härte vom Eis. Etwas unglücklich gesellte sich keine Minute später Benedikt Jiranek zu ihm auf die Strafbank. Bei einem Klärungsversuch hatte der Verteidiger die Scheibe versehentlich über die Plexiglasscheibe bugsiert. In doppelter Unterzahl bekamen es die Falken nicht mehr verteidigt. Edgar Homjakovs nutzte einen Abpraller zum 1:1-Ausgleich (25.).

Nach einer halben Stunde gerieten Pontus Wernerson Libäck und Robert Peleikis aneinander. Aufgrund der höheren Gewichtsklasse erwies sich der Memminger Verteidiger als der stärkere Boxer. Nutzte dem 30-Jährigen allerdings auch nichts. Beide bekamen eine Fünf-Minuten-Strafe.

Die wäre aus Sicht der Gäste verschmerzbar gewesen, wenn nicht Niklas Jentsch 30 Sekunden später für einen unnötigen Bandencheck gegen Maxim Mastic ebenfalls eine große Strafe erhalten hätte. Der Memminger musste benommen vom Eis geführt werden. Jentsch hatte noch Glück, dass die Unparteiischen nicht gleich eine Spieldauer verhängten.

Glücklicher Führungstreffer für die Indians 

Die fünfminütige Unterzahl verteidigten die Falken stark. Die Indians hatte praktisch keine klare Torchance. Als die Heilbronner wieder vollzählig waren und sich endlich mal wieder aufs Eishockeyspielen besannen, hatte Cabana zwei Mal die Gelegenheit zur erneuten Führung (37./39.). Doch dieses Mal war das Glück auf der anderen Seite. Einen Verlegenheitspass von Jaroslav Hafenrichter drückte Matej Pekr zum 2:1 über die Linie (39.).

Cabana trifft zum zweiten Mal - aber es reicht nicht

Mit Schwung kamen die Falken nach der zweiten Pause zurück aufs Eis. Es galt schließlich, den dritten und entscheidenden Petrozza-Plan umzusetzen: kein Spiel fünf am Sonntag in Heilbronn. Tatsächlich gelang Cabana nach Zuspiel von Linus Wernerson Libäck mit einem platzierten Abschluss ins lange Eck der 2:2-Ausgleich (52.).

Doch nicht enden wollende Flut an Strafen kostete die Falken am Ende den möglichen Sieg oder zumindest die Rettung in die Verlängerung. Nach einer zugegebenermaßen fragwürdigen Strafe gegen Oula Uski traf Hafenrichter 81 Sekunden vor dem Ende zum entscheidenden 3:2 (59.).

Tor: Berger, Kapteinat; Abwehr: Mapes - B. Jiranek, Pavlu - Supis, Krenzlin - Kuschel, Zernikel; Angriff: L. Wernerson Libäck - Uski - P. Wernerson Libäck, Jentsch - Cabana - Just, Verelst - Detig - V. Jiranek, Dell, Hecht.

Tore: 0:1 (11.) Cabana, 1:1 (25.) Homjakovs, 2:1 (39.) Pekr, 2:2 (52.) Cabana, 3:2 (59.) Hafenrichter

Schiedsrichter: Alexander Singer, Thomas Kalnik.

Strafminuten: 13/28.

Zuschauer: 2959.

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