Heilbronn soll Profi-Standort im Eishockey bleiben: Welche Rolle die Eisbären spielen
Die Heilbronner Falken kämpfen wegen finanzieller Not ums Überleben. Im Hintergrund werden Zukunftspläne geschmiedet. Eine wichtige Rolle könnten HEC und die Eisbären einnehmen.
Die Verunsicherung im Heilbronner Profi-Eishockey hält an. Immer noch stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Stand Donnerstagnachmittag ist beim Amtsgericht noch kein Insolvenzantrag der Heilbronner Falken eingegangen.
Ob der Aufruf an die Sponsoren zur Rettung des Spielbetriebs und des Standorts am vergangenen Freitag Erfolg hatte, ist ebenso unklar. Man werde sich proaktiv melden, wenn es Neuigkeiten gibt, gab der geschäftsführende Gesellschafter Franz Böllinger bekannt. Mehr aber auch nicht. Das Rätselraten geht also munter weiter.
Zukunft der Heilbronner Falken unklar – zwei Oberliga-Spiele am Wochenende
So geht es für die Mannschaft darum, die Spannung aufrecht zu halten, bis Klarheit herrscht – unter erschwerten Bedingungen. Wie gut das gelingt, zeigt sich am Freitag und Sonntag. Zuerst geht es am Freitag (Spielbeginn 19.30 Uhr) zum EV Füssen. Am Sonntag (18.30 Uhr) steht das Heimspiel gegen die Tölzer Löwen an.
Die Heilbronner Falken versuchen derzeit, so viel Normalität wie möglich im sportlichen Bereich zu haben. Und auch spezielle Events gibt es weiter. So kündigen sie auf ihrer Homepage eine doppelte Ladies Night an. Der erste Teil findet am Samstag in der Galeria Heilbronn statt. Von 19 bis 22 Uhr stehen unter anderem Spieler für Fotos und Autogramme zur Verfügung. Am Sonntag beim Spiel gegen Bad Tölz profitieren weibliche Fans von rabattierten Ticketpreisen, das Team läuft in rosa Trikots auf.
Nach zuletzt zwei Niederlagen sind die Falken in der Oberliga-Tabelle auf Platz fünf abgerutscht. Nach dem schwachen Auftritt zu Hause gegen Peiting folgte trotz des 2:8 am Dienstag eine deutliche Leistungssteigerung gegen den Tabellenführer Deggendorf. Zwar forderte Trainer Niko Eronen, dass die aktuelle Situation das Team nicht belasten dürfe, doch komplett kann es nicht ausgeblendet werden.
Pläne um Heilbronn als Profi-Standort im Eishockey zu erhalten
Und während derzeit viel Unsicherheit bei den Heilbronner Falken herrscht, laufen im Hintergrund Pläne, damit es nächste Saison weiter Oberliga- und damit Profi-Eishockey in Heilbronn geben wird. Und zwar auch unabhängig davon, wie es mit der Heilbronner Falken GmbH weitergeht, ob sie für nächste Saison eine Oberliga-Lizenz erhält oder nicht.
Eine wichtige Rolle könnten dabei der Stammverein Heilbronner EC und sein Baden-Württembergliga-Team Eisbären spielen. Diese versuchen sich derzeit in Position zu bringen.
Eisbären Heilbronn peilen Titel in der Baden-Württembergliga an
Ein Problem dabei: „Wir haben keine Lizenz für die Oberliga beantragt“, sagt Eisbären-Trainer und HEC-Vorsitzender Kai Sellers. „Weil wir nicht aufsteigen wollen.“ Nun aber soll für Heilbronn ein Platz in der Oberliga gesichert werden. Denn es hat sich laut Sellers auch keine Mannschaft aus Bayern in Position gebracht.
„Das Credo ist, es muss mit professionellem Eishockey in Heilbronn weitergehen“, sagt Sellers. „Es gehört einfach ein Profiteam nach Heilbronn. Es soll dabei auch kein Gegeneinander sein. Ich freue mich überhaupt nicht über diese Situation. Aber man muss jetzt reagieren und einen Neuanfang forcieren. Wie dieser dann aussieht, das muss man gestalten.“
Sicher ist, die Eisbären sollen nicht übergestülpt werden. Diese bleiben wie bisher eine Amateurmannschaft. Daneben soll ein Profiteam aufgebaut werden – unter welchem Namen auch immer.
Eisbären-Vorsitzender betont: es darf kein Gegeneinander geben
Damit dies funktioniert, muss auch der Deutsche Eishockey Bund (DEB) mitspielen. „Je früher Klarheit herrscht, desto schneller können wir in die Gespräche gehen“, sagt Sellers. „Der DEB möchte doch, dass die Ligen eine gewisse Anzahl an Mannschaften haben.“ Gerade um in den Verhandlungen in der bestmöglichen Position zu sein, wollen die Eisbären Meister werden.Noch geben sich die Macher im Hintergrund aber weitgehend bedeckt. „Bei allem, was wir jetzt tun würden, würde es so aussehen, als ob wir gegen die Falken agieren würden. Dem ist aber nicht so“, sagt Sellers.Mehr denn je braucht es schnellstens Klarheit, denn nur diese kann dann auch ein Mindestmaß an Sicherheit geben.
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