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Insolvenz der Heilbronner Falken: Bestürzung bei den nächsten Oberliga-Gegnern 

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Die Stuttgart Rebels und der EC Peiting drücken den Heilbronner Falken aus der Ferne die Daumen. So sehen die zwei möglichen Insolvenz-Szenarien für den zahlungsunfähigen Eishockey-Oberligisten aus.


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Es tut mir in der Seele weh zu sehen, was in Heilbronn passiert“, erklärt Peter Gast, der Geschäftsführer des EC Peiting, zu dem die Heilbronner Falken am Sonntag reisen sollen. „Ich mache den Job schon seit 25 Jahren“, sagt Gast. „Ich habe viele kommen und gehen sehen. Und es tut mir um jeden leid.“

Auch in der Landeshauptstadt ist die Bestürzung groß. „Wir bedauern es sehr, dass unsere Kollegen in Heilbronn Insolvenz angemeldet haben“, sagt Roland Schmid, der Geschäftsführer der Stuttgart Rebels, die an diesem Freitag am Europaplatz zu Gast sein sollen.

Falken-Insolvenz: Keine Informationen des DEB, ob die nächsten Spiele stattfinden

Am Mittwoch hat die Heilbronner Falken GmbH & Co. KG, vertreten durch die HF-Verwaltungs-GmbH, am Amtsgericht in Heilbronn Insolvenzantrag gestellt. Das Gericht hat diesen um 17 Uhr veröffentlicht. Ob die Oberliga-Spiele stattfinden, dazu gibt es noch keine Informationen vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB). Es sind zwei Szenarien möglich.

„Wir bedauern es sehr, dass unsere Kollegen in Heilbronn Insolvenz angemeldet haben.“

Roland Schmid

Einigt sich der Eishockey-Drittligist aus dem Unterland mit der Mehrheit seiner Gläubiger auf Regelungen, die ihre Ansprüche befriedigen, kann eine Planinsolvenz eingeleitet werden. Diese ist ein gerichtliches Sanierungsinstrument, das eine individuell ausgehandelte Einigung zwischen Schuldner und Gläubigern ermöglicht. In diesem Fall können sich die Falken auch wieder um eine Lizenz für die Oberliga-Saison 2026/27 bewerben.

Heilbronner Falken zahlungsunfähig: Die Regelinsolvenz ist der schlechtere Fall

Gelingt diese Übereinkunft allerdings nicht, müssten die Heilbronner Falken in die Regelinsolvenz. Diese ist das Standardverfahren, wenn ein Schuldner zahlungsunfähig ist. Nach der Verfahrenseröffnung wird das Vermögen des Schuldners verwertet und unter den Gläubigern aufgeteilt. Anschließend beginnt die sogenannte Wohlverhaltensphase, die in der Regel drei Jahre dauert.

Die Fans der Heilbronner Falken haben schon vor Längerem mit der Geschäftsführung des Eishockey-Oberligisten gebrochen und eine neue Gesellschaftsstruktur gefordert.
Die Fans der Heilbronner Falken haben schon vor Längerem mit der Geschäftsführung des Eishockey-Oberligisten gebrochen und eine neue Gesellschaftsstruktur gefordert.  Foto: Berger, Mario

Im Fall einer Planinsolvenz können die Heilbronner Falken die Hauptrunde zu Ende spielen. Das letzte Hauptrundenspiel ist auf Freitag, 27. Februar, um 20 Uhr bei den Memmingen Indians angesetzt. Eine Teilnahme an den Playoffs ist bei einem laufenden oder abgeschlossenen Insolvenzverfahren in der aktuellen Saison laut DEB-Statuten ausgeschlossen. Müssen die Heilbronner in eine Regelinsolvenz, werden sie sofort aus dem Spielbetrieb genommen und stehen vorzeitig als Absteiger fest.

Nach Falken-Insolvenz: Sorgen um den Eishockey-Standort Heilbronn

Die Daumen sind an den anderen Standorten gedrückt, dass es mit Profi-Eishockey im Unterland weitergeht. „Es wäre um einen Standort Heilbronn schade – genauso, wie es um jeden anderen schade wäre“, erklärt Peitings Peter Gast. Und Stuttgarts Roland Schmid ergänzt: „Wir drücken alle Daumen, dass die Falken da gut durchkommen. Denn der Standort Heilbronn ist wichtig und gut. Es wäre schade, wenn er von der Eishockey-Landkarte verschwinden würde.“

„Denn der Standort Heilbronn ist wichtig und gut.“

Peter Gast

Dass dies nicht geschieht, daran wird schon im Hintergrund gearbeitet –  und zwar unabhängig davon, wie es mit der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG weitergeht. Eine wichtige Rolle könnte dabei der Stammverein Heilbronner EC spielen. Zwar will der HEC mit seinem Amateurteam Eisbären nicht aus der Baden-Württemberg-Liga in die Oberliga aufsteigen. Aber: „Das Credo ist, es muss mit professionellem Eishockey in Heilbronn weitergehen“, sagt Kai Sellers, der HEC-Vorsitzende und Eisbären-Trainer. „Es gehört einfach ein Profiteam nach Heilbronn.“

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