Verlängerung in Spiel eins – Pavlu-Hammer erlöst die Heilbronner Falken
Spiel eins der Playoff-Viertelfinalserie zwischen den Heilbronner Falken und den Memmingen Indians hat es ins sich. Die Führung wechselt hin und her, die Entscheidung fällt in der Overtime.
Zum ersten Viertelfinalspiel in den Playoffs der Eishockey-Oberliga empfingen die Heilbronner Falken die ECDC Memmingen Indians. Während sich die Unterländer im Achtelfinale glatt mit einem Sweep in drei Partien gegen die Füchse Duisburg durchgesetzt haben, mussten die Allgäuer über die komplette Distanz von fünf Spielen gehen und sicherten sich als letztes Team erst am Dienstag die Teilnahme in der Runde der letzten Acht. Die spannende Frage: Wie haben die Gäste diese Kraftanstrengung überstanden? Oder ist es gar ein Vorteil, im Spielrhythmus zu bleiben, während die Heilbronner Falken ja eine Woche Pause hatten?
Frank Petrozza, Trainer der Heilbronner Falken, will sich vorab nicht festlegen. „Wir schauen nur nach uns, wie wir das die ganze Saison bereits gemacht haben, konzentrieren uns auf jede Partie gleich.“ Und erneut fordert er: „Wir müssen hellwach sein, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Vor Spielbeginn gibt es noch eine Ehrung. Nolan Ritchie, der von einer Jury zum Spieler der Saison gekürt wurde, wird ebenso wie Calder Anderson, der ins All-Star-Team berufen wurde und Frank Petrozza – er holte den Titel Trainer des Jahres – ausgezeichnet.
Die Heilbronner Falken geraten gegen die Memmingen Indians früh in Rückstand
Die Partie startet mit kontrollierter Offensive von beiden Seiten. Die Heilbronner Falken versuchen, die Gäste aus der gefährlichen Zone zu verbannen, die Allgäuer mit rustikalem Körpereinsatz den Spielfluss der Gastgeber zu unterbrechen. Die Indians überbrücken immer wieder mit ihrem schnellen Pass-Spiel die neutrale Zone. Schnell wird klar, dass Fehler entscheiden könnten. Der erst unterläuft den Heilbronner Falken. Alec Zawatsky schießt am langen Pfosten vorbei, der Puck geht in die Rundung und genau in den Lauf von Pascal Dopatka. Beide Heilbronner Defender konzentrieren sich auf ihn, der dann im richtigen Moment auf Fabian Paul passt, der Patrick Berger im Falken-Tor durch die Schoner düpiert.
Die Heilbronner Falken benötigen etwas Zeit, um sich von dem Treffer zu erholen. Dann bekommen sie von den Allgäuern Schützenhilfe. Sie ziehen ein Foul, Powerplay für die Falken. Ritchie bekommt die Scheibe, fährt zur Mitte und trifft mit einem Schuss durch Freund und Feind zum 1:1. Dieses Tor gibt Selbstvertrauen, aber noch ist die Fehlerquote zu hoch. Immer wieder kommt eine Pass zu ungenau oder die Laufwege sind nicht aufeinander abgestimmt. Ein weiteres Überzahl nutzen die Falken nicht, dafür geraten sie selbst kurz vor der Pause in Unterzahl.
Heilbronner Falken schlagen zurück und dominieren das zweite Drittel
Diese Powerplay nutzen die Gäste nach 29 Sekunden im zweiten Abschnitt zur erneuten Führung. Und die Heilbronner Falken? Die sind gar nicht geschockt, bekommen kurz danach selbst Überzahl, Gunnars Skvorcovs vollendet am langen Pfosten zum erneuten Ausgleich. Jetzt kommen die Heilbronner Falken ins Rollen. Die Gäste sind vornehmlich mit der Defensive beschäftigt. Allerdings vergeben die Hausherren einige gute Einschussmöglichkeiten.
Die Allgäuer werden jetzt förmlich in die Defensive gedrängt, die Heilbronner Falken eindeutig tonangebend. Sie erspielen sich eine Vielzahl an erstklassigen Chancen, Thomas Supis scheitere am Lattenkreuz, Anderson trifft den Puck nicht richtig. Dafür jubelt ein anderer Falke. Alec Zawatsky, dessen Vater im Achtelfinale auf der Tribüne saß, zieht aus der Drehung ab, der Puck springt von der Stockhand des Keepers zur erstmaligen Falken-Führung ins Tor. Es ist die Playoff-Tor-Premiere für den schnellen Flügelflitzer. Pause.
Heilbronner Falken verlieren nach dem Ausgleich den Faden und gehen in die Overtime
Im letzten Abschnitt agieren beide Teams wieder auf Augenhöhe. Eine Konfusion in der Hintermannschaft der Heilbronner Falken nutzen die Gäste zum Ausgleich. Richtig brenzlig wird es dann nochmals bei einem Powerplay der Gäste, doch die Falken hielten sich schadlos. Die Große Chance, um die Partie zu entscheiden, hatten die Falken dann drei Minuten vor dem Ende, als sie Powerplay bekommen, doch das ist dieses Mal nicht griffig. Es geht in die Verlängerung.
Dort haben die Gäste die erste Chance. Sie tauchen allein vor Berger auf, doch der Pfosten rettet für den Goalie. Aber direkt im Anschluss übernehmen die Heilbronner Falken das Kommando. Angriff auf Angriff rollt auf das Memminger Tor. Gäste-Coach Daniel Huhn nimmt eine Auszeit. Ohne Erfolg. Ein Puck kommt zu Jan Pavlu, der direkt aus vollem Lauf abzieht. Die Scheibe schlägt im langen Eck ein. Der Rest ist nur noch grenzenloser Jubel.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare