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Heilbronner Falken in Finanznot: Diese Szenarien stehen jetzt im Raum 

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Die Heilbronner Falken brauchen dringend Geld, die Zukunft des  Profi-Eishockeys im Unterland steht auf dem Spiel. Für den Fall der Fälle sehen die Statuten klare Regelungen vor. Welche Rolle die HEC Eisbären in den Szenarien spielen. 


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Geschäftsführer Franz Böllinger setzt mit seinen Gesellschafterkollegen Rainer Maurer und Tom Bucher gerade viel daran, eine Insolvenz der Heilbronner Falken zu vermeiden. Sollte es doch so kommen, ist eine Frage entscheidend: Erzielt der Eishockey-Drittligist mit seinen Gläubigern eine gütliche Einigung?

Schaffen es die Heilbronner Falken, mit der Mehrheit ihrer Gläubiger Regelungen zu finden, die ihre Ansprüche befriedigen, kann eine Planinsolvenz eingeleitet werden. Diese ist ein gerichtliches Sanierungsinstrument, das eine individuell ausgehandelte Einigung zwischen Schuldner und Gläubigern ermöglicht.

Können die Falken im Fall der Fälle in eine Planinsolvenz gehen oder müssen sie in die Regelinsolvenz?

Gelingt diese Übereinkunft allerdings nicht, müssten die Heilbronner Falken in die Regelinsolvenz. Diese ist das Standardverfahren, wenn ein Schuldner zahlungsunfähig ist. Nach der Verfahrenseröffnung wird das Vermögen des Schuldners verwertet und unter den Gläubigern aufgeteilt. Anschließend beginnt die sogenannte Wohlverhaltensphase, die in der Regel drei Jahre dauert.

„Auf geht‘s Falken“ – den Slogan auf dem Schal, den ein junger Fan im Eisstadion am Europaplatz hochhält, möchte man aktuell allen Verantwortlichen, Partnern und Sponsoren des Heilbronner Oberligisten zurufen.
„Auf geht‘s Falken“ – den Slogan auf dem Schal, den ein junger Fan im Eisstadion am Europaplatz hochhält, möchte man aktuell allen Verantwortlichen, Partnern und Sponsoren des Heilbronner Oberligisten zurufen.  Foto: Seidel, Ralf

Die Art des Insolvenzverfahrens hätte maßgeblichen Einfluss auf die Zukunft des Profi-Eishockeys in Heilbronn. Gehen die Falken in die Planinsolvenz, besteht die Hoffnung, dass es mit der Puck-Jagd auf dem Eis unter Profibedingungen im Unterland unter dem Dach der Heilbronner Falken weitergehen kann.

In dem einen Fall kann der Spielbetrieb weitergehen, im anderen ist Heilbronn vorzeitig abgestiegen

Denn in den Durchführungsbestimmungen der Oberliga heißt es: „Clubs, die während der laufenden Saison eine geplante Insolvenz (Planinsolvenz) beantragen und im Rahmen dieses Antrages einen Vorschlag für ein Insolvenzplanverfahren (Insolvenzplan) vorlegen, können weiterhin am Spielbetreib teilnehmen.“ Lediglich an den Aufstiegs-Playoffs können sie nicht teilnehmen. „Entsprechende Clubs können sich aber in der Folgesaison wieder für die Teilnahme an der Oberliga bewerben, sofern sie die sportliche Qualifikation für diese erbracht haben“, heißt es in den Statuten weiter.

Im Falle der Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens werden die Heilbronner Falken mit sofortiger Wirkung aus dem Spielbetrieb der Oberliga genommen – und stehen als erster Absteiger fest. Maßgebend dafür ist der Tag des Amtsgerichtsbeschlusses. In den Durchführungsbestimmungen lautet der entsprechende Passus: „Clubs, über deren Vermögen während der laufenden Saison oder vor Beginn der kommenden Saison das Insolvenzverfahren (Regelinsolvenz) eröffnet wird, scheiden mit Eröffnung dieses Insolvenzverfahrens aus dem laufenden Spielbetrieb aus und können sich für die kommende Saison nur für einen Spielbetrieb des LEV/EHV, dem sie zugehörig sind, bewerben.“ Damit sind die jeweiligen Landesverbände gemeint.

Die HEC Eisbären müssen Titel holen und Bayrischen Meister schlagen, um aufzusteigen

Müssten die Falken den Gang in die Baden-Württemberg-Liga antreten, hinge das Profi-Eishockey in Heilbronn an die HEC Eisbären. Diese müssten aufsteigen, will das Unterland nicht – zumindest vorerst – in der Bedeutungslosigkeit des Amateursports verschwinden. Für den möglichen Sprung in die Oberliga Süd muss das Team von Trainer Kai Sellers aber noch zwei Schritte gehen. Die Eisbären müssen zunächst Meister in der Baden-Württemberg-Liga werden. Aktuell gingen sie von der besten Ausgangsposition in die Playoffs, sie führen das Klassement in der Hauptrunde an. Anschließend müssten sie noch den Bayrischen Meister schlagen.

Um die Chance auf den Titel zu erhöhen, haben die HEC-Verantwortlichen Marco Haas vom Ligakonkurrenten aus Hügelsheim zurückgeholt. Der mit 99 Punkten (44 Tore/55 Vorlagen) zweitbeste Scorer der Eisbären in der vergangenen Saison hat die Baden Rhinos, für die er in 16 Partien 37 Punkte erzielte, auf eigenen Wunsch verlassen. 

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