Neustart nach Falken-Insolvenz: Gesellschafter über Eishockey-Zukunft in Heilbronn
Kai Sellers und Jan Hey sind die Macher der neuen Heilbronner EC Falken. Im Interview sprechen sie über ihre Motivation, ihre Helfer und ihre Zeitnot.
Mit Kai Sellers und Jan Hey haben sich zwei Vorstandsmitglieder des Heilbronner EC dazu verschrieben, mit einer neu gegründeten Interessengesellschaft die Zukunft des Profi-Eishockeys in Heilbronn nach der Insolvenz der Heilbronner Falken GmbH & Co. KG zu gestalten. In dieser sind der HEC-Vorsitzende Sellers und der Nachwuchsvorstand Hey gleichberechtigte Gesellschafter. Über ihre Motivation und den Asset Deal mit Falken-Insolvenzverwalter Peter Roeger von Pluta-Rechtsanwälte sprechen die beiden im Interview.
Motivation der Falken-Verantwortlichen: Warum Sellers und Hey weitermachen
Was waren Ihre Beweggründe zu sagen, dass es weitergehen muss mit dem Profi-Eishockey in Heilbronn?
Kai Sellers: Meine Intention war eigentlich nie, geschäftsführender Gesellschafter im Heilbronner Profi-Eishockey zu sein. Aber manchmal muss man im Sinne der Sache Dinge tun. Deshalb bin ich das jetzt – und ich versuche, das Beste daraus zu machen. Dazu brauche ich aber enorme Unterstützung von allen Seiten.
Jan Hey: Mir ging es ähnlich. Ich hatte nie das Ziel, Gesellschafter zu werden. Aber wenn es um den Sport geht, dann ist es auch eine gewisse Pflicht. Und dieser Pflicht wollen wir nachkommen. Ganz wichtig ist: Wir werden unser Bestes geben – aber es wird nur mit der Unterstützung aller gehen.

Tradition bleibt: Warum der Name „Falken“ erhalten wird
Der neue Club in der Oberliga wird weiterhin den Namen „Falken“ tragen. Warum war es Ihnen wichtig, dass dieser erhalten bleibt?
Sellers: Der Name ist Tradition und Marke zugleich. Eine neue Marke aufzubauen und zu etablieren hätte Zeit und Ressourcen gekostet, die wir nicht haben. Außerdem war es Rainer Maurer, einer der Gesellschafter der insolventen Heilbronner Falken GmbH & Co. KG und Unterstützer unseres Neuanfangs, wichtig, dass der Profi-Club in Heilbronn auch zukünftig „Falken“ heißt.
Sie haben mir dem Insolvenzverwalter der Heilbronner Falken GmbH, Peter Roeger von Pluta-Rechtsanwälte, einen Asset Deal abgeschlossen. Wäre es auch eine Option gewesen, einfach eine neue GmbH zu gründen, ohne immaterielle Vermögenswerte aus der insolventen Spielbetriebs-Gesellschaft herauszukaufen?
Sellers: Dies hätte noch mehr Zeit in Anspruch genommen. Und wenn wir eins nicht haben, dann ist das Zeit. Denn wir müssen Spieler und einen Trainer verpflichten. Da sind wir jetzt Mitte/Ende März eigentlich schon sehr spät dran. Mit dem Deal können wir aber endlich loslegen. Deshalb war es gut, den Asset Deal einzugehen.
Zusammenarbeit im Verein: Rolle von Michael Rumrich und dem HEC
Sie sind jetzt die neuen Macher des Profi-Eishockeys in Heilbronn, haben aber darauf hingewiesen, dass ohne Hilfe ein Neuanfang nicht möglich ist. Wer steht Ihnen bereits zur Seite?
Sellers: Klar, wir sind die neuen Männer. Aber wir arbeiten ganz eng mit Michael Rumrich, dem Geschäftsführer des Heilbronner EC, zusammen. Er ist zum jetzigen Zeitpunkt in alle Prozesse eingebunden – egal, um welchen Bereich es geht: ob es um Spieler geht, mit denen wir reden, Verträge, die wir machen, oder Sponsoren, mit denen wir reden. Wir teilen uns die Arbeit. Außerdem ist auch Rainer Scholl, das dritte Mitglied des HEC-Vorstands, eingebunden. Er übernimmt zwar keine aktiven Aufgaben, ist aber über alles informiert.
Hey: Es geht ja immer um das Beste für das Heilbronner Eishockey. Da können wir auf die Expertise von Michael Rumrich mit seiner Karriere und seinem Namen nicht verzichten. Deshalb ist er voll eingebunden, damit wir das Beste fürs Heilbronner Eishockey finden.
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