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Warum Uwe Rapolder von Welttrainer Jürgen Klopp als Legende bezeichnet wird

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Der neue Berater von Türkspor Neckarsulm hat eine bewegte Trainerkarriere hinter sich. Ein Blick zurück auf die Höhe- und Tiefpunkte in der Karriere von Uwe Rapolder. 


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Am Montagabend präsentierte Oberligist Türkspor Neckarsulm Uwe Rapolder als neuen Berater in sportlichen und strukturellen Dingen. Seine Trainerkarriere im Profifußball ist seit über einem Jahrzehnt beendet, deshalb lohnt sich ein Blick zurück auf den  Werdegang des Mannes, der im Zabergäu aufwuchs und seit vielen Jahren in Heilbronn lebt.   

Uwe Rapolder gilt als einer der ersten Konzepttrainer, mit dem Fokus auf einer klaren, umsetzbaren, mutigen Spielidee mit schnellen, vertikalen Pässen. Diesen Fußball ließ der 67-Jährige nach seiner aktiven Karriere (unter anderem eine Saison mit Joachim Löw beim SC Freiburg) zunächst erfolgreich in der Schweiz (unter anderem FC St. Gallen) spielen, danach auch in Deutschland.  

Uwe Rapolder schaute Mitte November 2025 beim Türkspor-Heimspiel gegen den KSC II genau hin.
Uwe Rapolder schaute Mitte November 2025 beim Türkspor-Heimspiel gegen den KSC II genau hin.  Foto: Seidel, Ralf

Uwe Rapolder wird Berater bei Türkspor Neckarsulm: In Bielefeld wird Rapolder noch heute verehrt

Nach dem Zweitliga-Aufstieg mit Waldhof Mannheim führte Rapolder den Verein im Jahr 2001 beinahe in die erste Bundesliga. Das gelang ihm dann 2004 mit Arminia Bielefeld, weshalb Rapolder dort auch noch heute als Trainerikone gilt. Die Zeit in Bielefeld endete im Mai 2005 allerdings abrupt, weil er am Tag zuvor seinen Wechsel zum 1. FC Köln bekanntgegeben hatte.  Auch Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart waren damals an der heißesten Traineraktie auf dem Bundesligamarkt interessiert.

Vor rund 20 Jahren zählte Rapolder zur Avantgarde der deutschen Trainerriege. Viele Kollegen orientierten sich an seiner Spielidee. „Die machen ja heute noch Trainingsübungen von mir beim Deutschen Fußball-Bund (DFB)“, erinnerte sich Rapolder einst.  Andere Trainer von damals wie Ralf Rangnick (WM-Teilnehmer mit Österreich) oder Jürgen Klopp (Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool) legten eine Weltkarriere mit Champions-League-Fußball und Titeln hin. Rapolder hingegen scheiterte schnell beim 1. FC Köln.  

Erfolge bei TuS Koblenz trotz Punktabzügen – Klassenerhalt drei Jahre in Folge

Darauf angesprochen sagte Rapolder 2019 in einem Stimme-Interview: „Für einen Flüchtlingsjungen aus Hausen habe ich es weit gebracht. Aber wenn man das so sieht, dann versetzt das einem schon einen Stich, ganz klar. Ich war halt nie einfach. Ich war unbequem. Als ich Jürgen Klopp das letzte Mal getroffen habe, da hat er von weitem gerufen: „Hey, Legende!“ Das ist doch auch etwas wert.“

Besser lief es danach dann wieder als Zweitligatrainer bei der TuS Koblenz, die er zwischen 2007 und 2009 drei Mal zum Klassenerhalt führte, trotz zwei Spielzeiten in denen Koblenz Punkte abgezogen wurden.


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Kurioses KSC-Gastspiel endet mit einer Mittelfinger-Geste

Kurios verlief das letzte Zweitliga-Gastspiel Ende 2010, Anfang 2011. Nach 99 Tagen und 13 Punkten in elf Partien war schnell Schluss beim KSC.  Bei einer blamablen 1:4-Heimniederlage gegen Ingolstadt ließ er sich von einigen Fans auf der Haupttribüne provozieren ­ und zeigte diesen den Mittelfinger. „Ich kann nicht sagen, was für eine Geste es war. Sollte es der Mittelfinger gewesen sein, dann tut es mir leid und ich entschuldige mich“, sagte Rapolder damals am Tag seiner Entlassung gegenüber der Heilbronner Stimme.

 „Im Verhältnis zwischen Trainer und Fans hatte sich zu viel hochgeschaukelt“, sagte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther. Rapolder widersprach: „Das Verhältnis war nicht zerrüttet. Es gab nur ein paar wenige Krakeeler. Ich habe mehr KSC im Herzen als diese Leute.“ Immerhin gestand auch Rapolder: „Als Schwabe hatte ich es in Baden von Anfang an nicht wirklich leicht.“

Kurzzeit-Job in Großaspach beendet die Trainerkarriere endgültig

Die letzte und finale höherklassige Trainerstation führte ihn dann noch nach Schwaben. Bei Drittligist Sonnenhof Großaspach sollte Rapolder Rüdiger Rehm ersetzen, während dieser seine Trainerausbildung machte. Es blieb ein schnell beendetes Intermezzo.  

Danach war Uwe Rapolder im Scouting unterwegs und gilt als Entdecker von Naby Keita beim französischen Zweitligisten Istres. Keita landete später für 60 Millionen Euro beim FC Liverpool. 

Der richtige Riecher bei Nick Woltemade 

In beratender Funktion war Rapolder dann 2024 maßgeblich am Relegations-Triumph des VfR Heilbronn beteiligt, als es rauf in die Verbandsliga ging. Viel Fußball-Sachverstand hat Rapolder danach auch als Experte und Prophet bewiesen.

Vorm DFB-Pokal-Finale 2025 bezeichnete Rapolder Stuttgarts Stürmer Nick Woltemade als „80 Millionen-Euro-Spieler“. Drei Monate später legte Newcastle United annähernd genau diese Summe für den 23-Jährigen auf den Tisch. 

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