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Erstes Spiel nach Trainerwechsel: FSV Hollenbach ist in Nöttingen völlig von der Rolle

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Fußball-Oberligist FSV Hollenbach geht beim ersten Spiel nach dem überraschenden Trainerwechsel unter und verliert beim FC Nöttingen mit 0:6. Wie hat der neue Coach Dirk Prediger das Spiel gesehen?

Der Hollenbacher Sebastian Schiek rettet auf der Linie für seinen geschlagenen Torhüter Thomas Bromma gegen Nöttingens Ernesto De Santis.
Der Hollenbacher Sebastian Schiek rettet auf der Linie für seinen geschlagenen Torhüter Thomas Bromma gegen Nöttingens Ernesto De Santis.  Foto: Herbert Schmerbeck

Seine Rückkehr auf die Trainerbank des FSV Hollenbach hatte sich Dirk Prediger anders vorgestellt. Auf jeden Fall hatte er mehr erwartet als eine 0:6-Niederlage am Freitagabend beim FC Nöttingen. "Es gab sehr viele Turbulenzen diese Woche. Das lässt eine Mannschaft nicht kalt", sagte er auch im Rückblick auf den überraschenden Trainerwechsel beim Hohenloher Fußball-Oberligisten. Am Dienstag leitete Prediger erstmals das Training, weil sich der Verein wegen einiger Differenzen von Martin Lanig getrennt hatte.

"Als Coach in so eine Situation reingeworfen zu werden, ist nicht einfach. Auch wenn ich im Prinzip nur drei Telefonnummern neu einspeichern musste", sagte Prediger. Der gebürtige Heilbronner kennt die Mannschaft, führte sie in der Rückrunde der vergangenen Saison noch zum Klassenerhalt - zusammen mit Martin Lanig, der bis zum Wochenbeginn noch Cheftrainer der Hollenbacher war und trotz der sportlichen Erfolge vorzeitig gehen musste.

Prediger kennt auch das andere Gesicht der Mannschaft

Doch Prediger kennt ein anderes Gesicht des Teams, ein aggressiveres, zweikampfstärkeres und kompakteres als er es am Freitag gesehen hat. Den Hollenbachern fehlte die Griffigkeit, die Geschwindigkeit, die Abstimmung. Nöttingen dominierte von Beginn an und war auch über 90 Minuten gesehen das deutlich bessere Team. "Es kam sehr viel zusammen", sagte Marius Uhl und meinte nicht nur den Trainerwechsel. Unter anderem er selbst, sein Innenverteidigerkollege Arne Schülke und Hannes Scherer standen erkältet auf dem Feld. Schülke blieb in der Halbzeit gar in der Kabine - er hatte die komplette Woche nicht trainiert.

"Wir haben viele Leichtsinnsfehler gemacht", sagte Marius Uhl, der den Verein nach der Saison verlassen will. "Nöttingen hatte aber auch ein brutales Bewegungsspiel. Die haben viel rotiert, damit sind wir nicht klargekommen. Das Traurige ist, dass wir 0:6 verloren haben, die Nöttinger aber noch viel mehr Chancen hatten." Und er fügte hinzu: "Dass so eine Woche nicht spurlos vorbeigeht, ist klar."

Nöttingen ist derzeit sehr formstark

Andererseits stellte der FC Nöttingen seine derzeit starke Form unter Beweis. Zusammen mit dem 1. CfR Pforzheim ist der FCN die beste Rückrundenmannschaft bisher - beide holten 20 Punkte in neun Spielen. In der Hinrunde noch beinahe in den Abstiegskampf verwickelt, zogen die Nöttinger am Freitag wegen des besseren Torverhältnisses am FSV Hollenbach auf den fünften Platz vorbei. Auch das noch.

"Wir haben die Anfangsphase verschlafen", meinte Dirk Prediger. Zu Beginn rannten die Hohenloher nur hinterher, kamen nicht in die Zweikämpfe, schafften es nicht, die Räume eng zu machen und hatten ungewöhnlich große Schwierigkeiten in der Defensive. Nach einem Angriff über rechts schloss Ken Hauser in der elften Minute zur 1:0-Führung ab. Kurz danach rettete Sebastian Schiek gegen Ernesto De Santis auf der Linie. In der 21. Minute hatten die Hollenbacher ihre vielleicht beste Möglichkeit in der ersten Halbzeit. Lorenz Minder, Sebastian Schiek und Hannes Scherer bereiteten über rechts vor, der Abschluss von Jonas Limbach landete knapp neben dem Pfosten.

Ansonsten verteidigte Nöttingen gut, ließ kaum etwas zu, hatte es aber auch einfach, da den Hollenbachern die Überzeugung fehlte. Die Nöttinger spielten dann zwei, drei Konter nicht sauber aus, doch dann ging"s in der 39. Minute ganz schnell. Zu schnell für den FSV - Lucas Torres erhöhte auf 2:0. Da ein Schuss von Nikolaos Dobros gegen die Latte klatschte, blieb es bei 2:0 zur Pause.

Hollenbach nach der Pause besser im Spiel, dann folgt der nächste Rückschlag

Nach dem Seitenwechsel hatte der FSV mehr Mut nach vorne. Doch mehr als ein paar abgeblockte Schüsse sprang nicht heraus, bevor Enes Tubluk in der 53. Minute das 3:0 erzielte. Als Jimmy Marton (56.) das 4:0 nachlegte, war die Partie im Prinzip gelaufen. Ernesto De Santis (65.) und Torben Hohloch (84.) legten noch das 5:0 und 6:0 nach. "Das war schon eine bittere Niederlage", meinte Manager Karlheinz Sprügel. "Nicht alle Leistungsträger konnten an ihre zuletzt starke Form anknüpfen. Wir müssen akzeptieren, dass Nöttingen die bessere Mannschaft war."

Keine Basis mehr für Zusammenarbeit

Der FSV Hollenbach spielt bisher eine starke Oberliga-Runde und hat bereits 41 Punkte auf dem Konto - nach immerhin 26 Spielen. Wegen der sportlichen Situation verwunderte der Trainerwechsel auch. Zumal das Team am Karsamstag erst den Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach mit 2:1 geschlagen hatte.In der Woche danach musste Ex-Profi Martin Lanig gehen. Wegen unterschiedlicher Auffassungen und daraus folgenden Differenzen sahen die Verantwortlichen keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit.

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