FSV Hollenbach trennt sich von Trainer Martin Lanig – das ist der Grund
Sportlich lief es beim Hohenloher Oberligisten FSV Hollenbach rund, doch das Verhältnis zwischen Trainer und Verantwortlichen wurde immer schlechter. Jetzt folgte der endgültige Bruch.

Die Nachricht kam überraschend. Nur drei Tage nach dem 2:1-Sieg gegen den Oberliga-Tabellenführer SG Sonnenhof Großaspach leitete statt dem bisherigen Chefcoach Martin Lanig dessen Vorgänger Dirk Prediger am Dienstagabend das Training beim FSV Hollenbach.
Lanig zeigte sich am Mittwoch auf Nachfrage gefasst, aber auch etwas verwundert über die Trennung. Zu den Vorgängen äußern wollte er sich aber nicht. "Ich muss das jetzt erst alles sacken lassen", meinte der frühere Bundesligaprofi, der unter anderem für den VfB Stuttgart, den 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt spielte, auf Stimme-Nachfrage.
Manager Sprügel: "Lanig ist kein Top-Trainer"
"Es ging nicht mehr. Wir denken, es ist jetzt das Beste für alle Beteiligten", meinte Manager Karlheinz Sprügel. "Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Mir persönlich tut das alles sehr, sehr weh." Er und Martin Lanig hatten noch zu Beginn der Saison ein sehr gutes, ja sogar "überragendes Verhältnis", wie Sprügel sagt, aber hinzufügt: "Bis Weihnachten." Das Verhältnis wurde danach mit der Zeit immer schlechter. Auf die genauen Gründe gehen beide Seiten aber nicht ein. "Wir wollen keine Schuldzuweisungen machen, keine schmutzige Wäsche waschen", sagt Sprügel. "Das hat keiner verdient. Martin ist für mich nach wie vor ein guter Trainer, aber um ein Top-Trainer zu werden, muss er noch dazulernen."
Basis für weitere Zusammenarbeit fehlt
Ursprünglich war eine längerfristige Zusammenarbeit zwischen dem Ex-Profi und dem FSV Hollenbach angedacht - mit Lanig als Trainer der ersten Mannschaft, Jugendkoordinator und Sportlichem Leiter. Doch wegen unterschiedlicher Auffassungen konnte sich Lanig das bereits im Laufe der Hinrunde nicht mehr auf Dauer vorstellen und teilte dies dem Verein mit. Auch wegen unterschiedlicher Vorstellungen, was die sportliche Ausrichtung anbelangt.
Obwohl sich beide Seiten in der Winterpause darauf geeinigt hatten, die Saison gemeinsam zu Ende zu bringen, gab der Verein nun die Trennung bekannt. "Ja", bestätigt Sprügel, "wir wollten die Runde mit ihm zu Ende zu spielen. Aber es gab jetzt keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit."
Sportlich läuft es gut beim Oberligisten
Im sportlichen Bereich lagen die Gründe nicht. Denn auf Rang fünf hat der FSV Hollenbach nur acht Punkte weniger als Spitzenreiter Sonnenhof Großaspach. Zwar zeigte die Mannschaft zuletzt schwankende Leistungen, was aber nicht am Verhältnis zum Trainer lag. Dieses war zumindest von Seiten der Führungsspieler intakt. Geschockt und überrascht war deshalb auch Kapitän Marius Uhl, der den FSV Hollenbach im Sommer verlässt, von der Nachricht. "Das kam unvorhersehbar für alle. Wir spielen ja eine Top-Saison", sagte Uhl. "Wir hatten als Mannschaft Erfolg mit dem Trainerteam, haben gerne mit ihnen gearbeitet."
Mit 41 Punkte ist seit dem vergangenen Wochenende das Minimalziel Klassenerhalt schon fast erreicht. Nun ist also wieder Dirk Prediger zurück auf der Trainerbank. Dieser hatte schon in der vergangenen Rückrunde diese Rolle inne und schaffte mit Martin Lanig als Co-Trainer den Klassenerhalt.
Premiere für Prediger bereits am Freitagabend in Nöttingen
"Dirk kann nichts dafür. Wir haben in der Mannschaft noch Ziele und wollen diese auch erreichen. Wir geben uns mit 41 Punkten nicht zufrieden. Gut ist, dass wir mit Dirk Prediger nun bis zum Saisonende einen Trainer haben, den wir kennen", sagt Marius Uhl. Die Eingewöhnung fällt leicht. Für den Kapitän und die Mannschaft steht schon am Freitagabend um 19 Uhr beim FC Nöttingen die nächste Aufgabe an.
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