Hollenbachs Kapitän Uhl geht im Sommer: "Ich will das Maximale aus mir rausholen"
Innenverteidiger Marius Uhl hat seinen Vertrag beim FSV Hollenbach nicht verlängert und will stattdessen den nächsten Schritt gehen. Der 23-Jährige hofft auf den Sprung in die Regionalliga.

Der Kapitän geht. Marius Uhl hat beschlossen, den Fußball-Oberligisten FSV Hollenbach nach dieser Saison zu verlassen. Der Innenverteidiger will seine eigenen Grenzen ausloten, sehen, wie hoch er spielen kann. So würde er nächste Saison gerne den Schritt in die Regionalliga wagen. Einen neuen Verein hat der 23-Jährige aktuell noch nicht, Gespräche geführt indes schon.
Was hat Sie dazu bewogen, im Sommer einen neuen Weg einzuschlagen?
Marius Uhl: Generell ich selbst. Weil ich für mich erkannt habe, dass ich ganz gute Leistungen bringe und noch Potenzial habe. Ich würde gerne sehen, wo die Grenze bei mir selbst liegt, will das Maximale aus mir rausholen. Wenn man dann andere Bedingungen sieht, die es bei anderen Vereinen gibt, habe ich dort die Chance, mich weiterzuentwickeln. Noch dazu hat sich meine private Situation geändert. Ich bin unabhängig und kann frei entscheiden, was ich will. Und ich möchte meinen Fokus auf den Fußball legen.
War es dann eine spontane Entscheidung?
Uhl: Nein, es hat sich schon im Laufe der Vorrunde ergeben und dann auch mit jedem Spiel, mit jedem Sieg verfestigt. Doch jetzt glaube ich, dass das Timing stimmt, jetzt den nächsten Schritt zu gehen. Mich interessiert es schon, in das Leben eines Profis reinzuschnuppern. Außerdem möchte ich persönlich auch mal rauskommen, neue Erfahrungen sammeln. Gerne auch in einer größeren Stadt.
Hatten Sie da schon Angebote vorliegen?
Uhl: Nein, aber ich hatte Kontakte, die ich nutzen konnte, um bei dem einen oder anderen Verein ins Gespräch zu kommen. Aber es wurden dann auch Vereine auf mich aufmerksam und haben mich kontaktiert. Deshalb bin ich mit dem aktuellen Stand zufrieden. Es ist im Moment auch interessant, zu sehen, welche verschiedenen Konzepte die Vereine haben, welche Bedingungen. Da merkt man dann, dass viel mehr möglich ist als in Hollenbach. Auch wenn ich die Bedingungen dort nicht schmälern will, weil sie top sind. Aber ich möchte jetzt schon in den semiprofessionellen Bereich, eventuell auch mit sechs, sieben Mal Training pro Woche.
Lässt sich das auch mit dem Beruf vereinbaren?
Uhl: Ich habe schon mal mit meinem Vorgesetzten geredet und gefragt, was möglich ist. Ich denke, es wird eine Lösung geben.
Noch stecken Sie aber mit dem FSV Hollenbach mitten in der Rückrunde. Welche Ziele gibt es da noch?
Uhl: Mein persönliches Ziel ist natürlich, noch die maximalen Punkte zu holen. Wir haben schon den Anspruch, jedes Spiel gewinnen zu wollen und die Saison bestmöglich abzuschließen. Da sind wir aktuell auf einem guten Weg. Dazu will ich auch das Maximale aus mir selbst herauszuholen. Wir haben da alle mit Martin Lanig als Coach die Möglichkeit, viel zu lernen.
Was zum Beispiel?
Uhl: Er hat uns taktisch und fußballerisch im ersten halben Jahr unter ihm schon viel mitgegeben. Es ist einfach seine Erfahrung. Seine Art und Weise. In der vergangenen Saison habe ich ihn noch als Co-Trainer ruhig und mehr als Analyst kennengelernt. Er hat es mit wenigen Worten immer auf den Punkt gebracht. Dabei ging es weniger um einzeltaktische Dinge, sondern um die Mannschaft. Und wir können da in den weiteren Spielen noch viel mitnehmen. Gerade auch, was die Laufwege anbelangt, die er uns an die Hand gibt. Und bei ihm als Ex-Profi geht es ganz klar nach Leistung. Er belohnt es aber auch, wenn jemand viel arbeitet.
Wie gehen Sie nun die letzten Monate in Hollenbach an?
Uhl: Ich möchte die Chance nutzen, von Martin Lanig noch viel mitzunehmen und die letzten Spiele zu genießen. In Hollenbach haben sich viele Freundschaften entwickelt. Ich bin ja seit acht Jahren in dem Verein. Und deshalb steht der Spaß zusammen mit dem Erfolg ganz oben. Schon Martin Kleinschrodt hat uns gut entwickelt. Man muss auch sehen, dass der Großteil des Teams aus Spielern besteht, die schon seit der Jugend im Verein sind. Auch wenn mal Spieler wie Sebastian Schiek oder Hannes Scherer von außen dazu gekommen sind: Alle haben ein sehr großes Potenzial. Wir sind sicher noch nicht am Ende.
Zur Person
Marius Uhl kommt aus Rot am See. 2015 wechselte er in den Jugendbereich des FSV Hollenbach. Davor spielte er bei seinem Heimatverein Rot am See, dann bei der Spvgg Satteldorf und der TSG Hoffenheim.
Seit der Saison 2019/2020 gehört der Wirtschaftsingenieur zum Kader der ersten Mannschaft des FSV. In dieser Saison trägt der Innenverteidiger die Kapitänsbinde.
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