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Hoffenheims Dietmar Hopp und sein Anspruch auf die Top sechs

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Wie die TSG Hoffenheim mit Geld des SAP-Milliardärs, brasilianischen Talenten und einem portugiesischen Club im nationalen Wettbewerb bestehen will. Internationale Talente sollen dauerhaft für Europapokal-Einnahmen sorgen.

So soll das neue Stadion des Barra FC in Brasilien bald aussehen. Das Geld dazu kommt von Dietmar Hopp.
Foto: Hobra
So soll das neue Stadion des Barra FC in Brasilien bald aussehen. Das Geld dazu kommt von Dietmar Hopp. Foto: Hobra  Foto: Barra

Das Zeugnis gab es schon vor der Prüfung. "Mit einem Sieg heute Nachmittag in Stuttgart können wir sagen, wir haben die Erwartungen, die wir hatten, erfüllt", sprach Dietmar Hopp am Samstagvormittag bei der Mitgliederversammlung der TSG Hoffenheim. Wenige Stunden später, nach dem 1:3 beim VfB Stuttgart, war klar: Anspruch und Wirklichkeit sind aktuell nicht deckungsgleich beim Kraichgauclub. Mit acht Punkten aus sieben Spielen geht es in die nächste Spielpause. "Damit bin ich nicht zufrieden", schüttelte TSG-Trainer Sebastian Hoeneß nach dem 1:3 in Stuttgart energisch den Kopf. "Mit drei Punkten mehr sähe die Welt anders aus."

Hopp investiert privat Geld in internationale Nachwuchsförderung

Sebastian Hoeneß muss damit leben, dass er an hohen Zielen gemessen wird. Kurzfristig und auf lange Sicht. Die hat Dietmar Hopp vor den nicht einmal 200 Anwesenden in der Sinsheimer Arena am Samstagvormittag deutlich formuliert: "Da ich den Anspruch vertrete, dass die TSG dauerhaft auf einem der sechs Plätze an der Spitze stehen sollte, um international mitzuspielen, habe ich privat eine größere Investition begonnen, um talentierte Nachwuchsspieler nach Hoffenheim zu bringen", sagte Hopp und betonte, dass sich die TSG seit 2010 selbst trage.

Mariano Maroto Lopez, Geschäftsführer der neugegründeten Hobra GmbH, erläuterte sogleich, wie die Fusion von brasilianischen Talenten und TSG-Knowhow aussieht. Die Hobra (Hoffenheimer Akademie/Brasilien) hat beim Barra FC aus Balneario Camboriu im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina das Sagen, dort entsteht eine Nachwuchsakademie wie in Hoffenheim. Mit Trainingseinrichtungen, Internat, Kantine und einem Stadion für 5000 Zuschauer, angelegt wie das Dietmar-Hopp-Stadion in Hoffenheim. Die U 17 des Barra FC spielt schon in der höchsten Liga. Die Simulationen auf Hochglanz-Fotos machen viel her, die Videos auch. "Es soll aber kein Luxus-Objekt werden", sagt Geschäftsführer Mariano Maroto Lopez.


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Die Vorbilder heißen Firmino, Eduardo oder Joelinton

Auf Präsentations-Fotos wird an die erfolgreichen Brasilianer in TSG-Diensten erinnert: Carlos Eduardo, Luiz Gustavo, Roberto Firmino, Joelinton. Eher kein Zufall: Allesamt wurden oder werden sie von Roger Wittmann und dessen Agentur Rogon beraten. Rogon und Wittmann spielten bei der Vorstellung der Zukunftspläne keine Rolle. Die Männerfreundschaft Hopp-Wittmann ist seit Jahren ein Thema. Vereinsintern, aber auch bei Fans, wird Wittmann durchaus kritisch gesehen. Dass man beim Brasilien-Abenteuer auf das in der Vergangenheit bereits erfolgreiche Rogon-Netzwerk setzt, scheint klar. "Kicker"-Recherchen legen das auch nahe. Dirk Mack, der ehemalige Leiter des TSG-Nachwuchsleistungszentrums, soll offenbar in Südamerika eine zentrale Rolle spielen.

Zweitligist in Portugal als Sprungbrett

Um den brasilianischen Talenten die Akklimatisierung in Europa zu erleichtern, hat die Hobra GmbH mit Hopps Millionen auch noch die Mehrheit an einem portugiesischen Zweitligisten erworben. Académico de Viseu FC heißt der im Landesinneren beheimatete Verein. Hier sollen die besten brasilianischen Talente Spielpraxis erhalten - und sich für den Sprung nach Hoffenheim empfehlen. "Es kann auch eine Chance sein für TSG-Talente", sagte Maroto Lopez und verwies auf die Hoffenheimer Talente Domen Gril und Abdulkerim Cakar, die aktuell dort Spielpraxis sammeln. Man könne nur im Zusammenspiel der Nachwuchsakademien erfolgreich sein, sagte Dietmar Hopp.


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