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Fußballbezirk Hohenlohe plant Bezirksliga-Aufstockung statt verschärftem Abstieg

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Hohenloher Vertreter haben ein neues Modell für den Spielbetrieb in der Bezirksliga erarbeitet. Dadurch soll der Übergang hin zur WFV-Reform besser klappen. Allgemeine Zufriedenheit sieht aber anders aus.

Pflichtspiele zwischen dem SSV Gaisbach mit Michael Schukraft (rechts) und dem VfL Mainhardt sind nach derTeilung des Bezirks Geschichte.
Pflichtspiele zwischen dem SSV Gaisbach mit Michael Schukraft (rechts) und dem VfL Mainhardt sind nach derTeilung des Bezirks Geschichte.  Foto: Schmerbeck, Marc

Es bleibt kompliziert in Sachen Strukturreform. Nach dem Hohenloher Staffeltag schienen die wichtigsten Dinge, was den Spielbetrieb in den nächsten zwei Jahren im Fußball-Bezirk angeht, geklärt zu sein. Doch weit gefehlt. "Von Zufriedenheit war da aber noch keine Rede", sagt der kommissarische Bezirksvorsitzende Niko Schwarz.

Die Hohenloher Vereine waren nicht einverstanden mit dem verstärkten Abstieg und der Tatsache, dass die jeweils sechs Bezirksliga-Plätze in Rems-Murr und Unterland nach der Zusammenlegung keineswegs garantiert sind. Nur wenn auf den ersten zwölf Plätzen der Bezirksliga sechs Teams, die zukünftig in Richtung Rems-Murr spielen und sechs dem Unterland zugeteilten Vereine stehen würden, wäre dies garantiert der Fall gewesen.


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Vereine üben weiter Kritik an der WFV-Strukturreform


Modell soll auf einem außerordentlichen Staffeltag in Hohenlohe präsentiert werden

Also setzten sich der neue Vorstand und auch einige Vereinsvertreter noch mal zusammen. Zwar wollte der kommissarische Vorsitzende Niko Schwarz noch keine klaren Aussagen zum neuen Modell machen, bevor es nicht auf einem außerordentlichen Staffeltag oder Info-Abend präsentiert wurde. Denn: "Es kann noch etwas verrutschen. Und wir wollen es auch den anderen beiden Bezirken vorlegen und deren Zustimmung."

Doch der Plan steht in seiner grundsätzlichen Ausrichtung. "Es gibt aber noch viele Feinheiten, an denen wir arbeiten müssen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Daniel Limbacher. Vom Württembergischen Fußballverband (WFV) heißt es zu den Plänen: "So wird es auf Drängen der Vereine in Hohenlohe durchgesetzt." Ein Problem war, dass es vom Verband vor der Abstimmung über die Reform auf dem Verbandstag keine klaren Vorgaben und Vorschläge gab, wie die beiden Übergangssaisons vonstattengehen sollen. Dies wurde erst jetzt vorgestellt - nicht zur Zufriedenheit der Hohenloher, die Angst um ihre Startplätze haben.

Aufstockung von 17 auf 22 Mannschaften

In erster Linie geht es nun um die Bezirksliga. Dort wird es nun voraussichtlich keinen verschärften Abstieg und Verkleinerung geben, sondern eine Aufstockung. Nach dieser Saison soll sie von 17 Mannschaften auf 22 aufgestockt werden. Einen Absteiger wird es auf jeden Fall geben, da dies in den Statuten festgelegt ist. Aber voraussichtlich nicht mehr. Die 22 Teams sollen dann nächste Saison nach regionalen Gesichtspunkten in zwei Staffeln geteilt werden. Diese müssen nicht zwingend gleich groß sein - es geht eher um die regionale Einteilung. Und so könnte es beispielsweise eine Zehner- und eine Zwölfer-Staffel geben. Aber genau dies ist eine der Feinheiten, die noch erarbeitet werden müssen.


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Vielleicht kein Aufschrei, aber doch zumindest ein von Kopfschütteln begleitendes Raunen ging durch die Reihen der Hohenloher Vereinsvertreter beim Staffeltag, als es um die Auswirkungen der Strukturreform ging.
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Hohenloher wollen als geteilter Bezirk vereint bleiben


2023/24 voraussichtlich zehn Bezirksliga-Absteiger in Hohenlohe

Die ersten sechs Teams bekommen dann die jeweils sechs Plätze in den beiden neuen Bezirken Rems-Murr/Hohenlohe und Unterland/Hohenlohe. Im Umkehrschluss heißt dies aber auch, dass es in der Saison 2023/24 dann voraussichtlich zehn Absteiger geben wird - höchstens Rems/Murr und das Unterland würden sich mit weniger als den zwölf zustehenden Plätzen zufriedengeben und es gibt zusätzliche Aufsteiger aus Hohenlohe. Einen verstärkten Abstieg - so wie beschlossen - wird es diese Saison in den A-Ligen geben - je nachdem allerdings, wie viele zum Auffüllen der Bezirksliga aufsteigen dürfen.

Bis September sollen zwei Modelle ausgearbeitet werden

Eine Video-Konferenz mit Verbandsvertretern gab es bereits. Im Spielsystem ist auch schon die Normalzahl an Bezirksligisten mit 22 hinterlegt. "Das mussten wir tun, weil die Spielsystem-Spinne fertig sein musste", erläutert Schwarz. Und dort tauchten dann die 22 Bezirksligisten und eben nur ein Absteiger in dieser Saison auf. "Wir wollten dann etwas auf Zeit spielen und schauen, was rauskommt." Und so gibt es im Moment auch noch keine offizielle Kommunikation des Plans. "Wir wollten bis September zwei Modelle ausarbeiten", sagt Schwarz, "und dann nach den Sommerferien einen Info-Abend mit den Vereinen veranstalten. "Wir wollen die Zustimmung der Vereine", sagt Schwarz. "Wir haben zwei sehr gute Vorschläge und der Verband ist nicht abgeneigt. Noch ist nichts verloren. Wir müssen kleine Schritte machen, dann können wir etwas erreichen."

Im Bezirk Rems-Murr gibt es keinen Reservespielbetrieb, aber in Hohenlohe

Das Ziel des Bezirksvorstands ist es, das Beste für die Vereine rauszuholen. "Wir wollen für die Vereine da sein, sie mitnehmen und den Übergang so nahtlos wie möglich hinbekommen. Deshalb müssen wir schauen, dass es läuft."

Ein Streitpunkt ist auch der Reservespielbetrieb - und zwar vor allem für die Vereine, die in der Bezirk Rems-Murr wechseln müssen. Denn dort gibt es keinen Reservespielbetrieb. "Es hieß aber, dass wir weiter mit Reserven spielen dürfen", sagt Schwarz. Es bleibt aber abzuwarten, wie dies dann aussieht. Es bleibt jedenfalls noch mindestens zwei Jahre kompliziert.


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Hohenloher Vereine weiter gegen die Reform des Württembergischen Fußballverbands

Die Hohenloher hadern immer noch mit der Strukturreform des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) und der Zerschlagung ihres Bezirks. Der kommissarische Bezirksvorsitzende Niko Schwarz weist auch auf einen Fehler in der Darstellung der Mannschaftszahlen vor der Reform hin: "Die Reservemannschaften wurden nie miteinbezogen. Ansonsten wären wir über der Sollzahl gewesen." Nun sei die Reform aber beschlossene Sache und man müsse das beste daraus machen.

"Eine Reform der Reform ist ja leider unrealistisch", sagt Schwarz. "Wir wollen nun aber für alle drei Bezirke das Optimum herausholen. Wir würden in Hohenlohe ja gerne mit dem Unterland zusammenspielen. Man kennt sich. Auch durch die Jugend." Dort spielen das Unterland und Hohenlohe durch das 1-3-9-System zusammen. Außerdem ist die Autobahn ein verbindendes Element und sorgt trotz weiter Wege für annehmbare Fahrtzeiten. Doch zum Bezirk Rems-Murr fehlt jeglicher Bezug. "Damit können wir uns in Hohenlohe nicht identifizieren", sagt Schwarz. "Das ist die Krux. Man hat beim Verband vergessen, dass so auch Beziehungen und Freundschaften kaputt gehen." Nun muss aber das beste aus der Zweckgemeinschaft gemacht werden. Denn auch die Vereine haben sich in die Pflicht genommen und einige Vertreter - nicht nur aus Hohenlohe - bestätigten, sich im Vorfeld nicht genügend mit den Reformplänen auseinandergesetzt zu haben.

Widerstand auch in den Bezirken Neckar/Filz und Böblingen/Calw

"Im Unterland haben sie uns bereits signalisiert, dass sie unsere Hilfe brauchen und wollen", sagt Schwarz. "Eigentlich hätte man Rems-Murr auch geographisch mit Stuttgart zusammenlegen müssen, uns mit dem Unterland und dann hätte man auch Böblingen/Calw lassen können." Auch in anderen Bezirken regt sich Unmut und Widerstand gegen die Reform. Im Bezirk Neckar/Filz beispielsweise und auch in Böblingen/Calw, der ebenfalls aufgeteilt wird. Hier wollen einige Vereine in den Schwarzwald wechseln anstatt sich dem Bezirk Stuttgart anzuschließen.

 
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