Kompaktheit aufbrechen: FSV Hollenbach zu Gast beim abstiegsbedrohten FSV Bissingen
Der Fußball-Oberligist FSV Hollenbach reist zum FSV Bissingen. Dort geht es erneut gegen ein abstiegsgefährdetes Oberliga-Team. Der kompakte Gegner ist dabei nicht das einzige Problem.

Nach dem Wohlfühlerlebnis auf eigenem Rasen geht es für den FSV Hollenbach nun auf einen ungeliebten Kunstrasenplatz in der Fremde. Der Oberligist gastiert am Samstag um 15 Uhr beim FSV 08 Bissingen. Dort wurde der Rasenplatz neu gerichtet, weil sich die Stadt als möglichen Trainings-Standort für einen der EM-Teilnehmer bewarb. Die interessierten Belgier entschieden sich letztlich aber für den Nachbarort Freiberg als Trainingsstätte und beziehen ein Hotel in Ludwigsburg.
Da die Rasenpflege noch nicht abgeschlossen ist, muss im Bruchwald weiterhin auf dem Kunstrasen gespielt werden. Ärgerlich aber nicht vermeidbar. "Das kommt uns nicht unbedingt entgegen", sagt Trainer Martin Lanig. "Wir fühlen uns auf Kunstrasen nicht so wohl. Das ist aber auch immer eine Sache der Einstellung. Doch ich kann es verstehen. Ich habe auch nicht gerne auf Kunstrasen gespielt." Das musste er in seiner Zeit als Profi dann auch nicht mehr so oft. Lanig sagt aber auch: "Das soll auch kein Alibi sein. Es ist unser Ziel, das Spiel zu gewinnen."
Fußball-Oberliga: Hollenbacher Gegner Bissingen steckt im Abstiegskampf
Das 7:1 gegen den FC Denzlingen - der höchste Oberligasieg der Hollenbacher - am vergangenen Samstag gab dem Team nach durchwachsenem Start ins Jahr Selbstvertrauen. "Wir müssen jetzt wieder zu einer konstanten Form finden", sagt Torjäger Hannes Scherer. Gegen Mannheim war die zweite Halbzeit auch schon gut. Es geht in die richtige Richtung. Wir versuchen immer das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Jetzt geht es mit Bissingen erneut gegen eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt. Die werden auf Fehler warten." Ähnlich sieht es Kapitän Marius Uhl. "Das 7:1 war wichtig. Wir müssen jetzt einen guten Rhythmus zu finden. Aber es wird nicht einfach gegen Bissingen. Die stehen deutlich schlechter da, als sie sich selbst eingeschätzt hätten. Wir werden sie nicht unterschätzen und haben selbst das Ziel, unseren fünften Platz zu verteidigen und vielleicht sogar noch klettern zu können." Mit 38 Punkten und Platz fünf können die Hohenloher mit dem bisherigen Saisonverlauf auch zufrieden sein.
Im Gegensatz zu den Gastgebern, die mit 22 Zählern auf Rang 16 mitten im Abstiegskampf stecken und die vergangenen fünf Pflichtspiele nicht mehr gewinnen konnten. Daran änderte auch ein Trainerwechsel in der Winterpause nichts. Simon Wörner, in der Hinrunde noch Co-Trainer von Markus Lang, wurde zum Cheftrainer befördert. Noch ist er in der Chefrolle ohne Sieg. Zuletzt verspielte Nullacht beim ATSV Mutschelbach eine 3:1-Führung. Am Ende stand ein 3:3.
Fußball-Oberligist Hollenbach zu Gast in Bissingen: Das Videostudium des Trainers
"Irgendwann gewinnen die auch wieder", sagt Lanig. "Es muss aber nicht gegen uns sein." Er weiß um die Schwere der Aufgabe. Gegen Mutschelbach traten die Bissinger kompakt auf, hatten selbst aber auch noch einige Möglichkeiten, das 4:1 zu erzielen, bevor Mutschelbach noch die beiden Treffer erzielte. Das Hinspiel gewann Hollenbach 2:1. Durch Videostudium verschaffte er sich zusätzlich Informationen über den Gegner. "Man bekommt so schon einen Eindruck vom Gegner. Aber ich bleibe dabei, es liegt an uns, daran, wie wir auftreten und unser Spiel durchbringen. Davon ist es abhängig, ob wir erfolgreich sind", sagt Lanig.
Und ihm ist klar: "Es geht oft darum, die Kompaktheit des Gegners aufzubrechen. Und dafür gibt es unterschiedliche Lösungen, sich die Räume zu verschaffen."
Er mahnt seine Mannschaft dabei zur Ruhe, zu Geduld: "Wir wollen uns oft die Räume erzwingen. Wir müssen uns mehr Zeit dabei lassen, den Gegner aufzureißen." Und wenn die Räume dann geschaffen sind, geht es um präzise Bälle und die richtigen Positionen einzunehmen.
Gelingt dies, könnte es auch auf einem ungeliebten Kunstrasenplatz ein Wohlfühlerlebnis geben. Aber, in den Pflichtspielen seit 2015 gelang den Hollenbachern kein Sieg am Bruchwald. Und den einzigen Punktgewinn (0:0 in der vergangenen Saison) holten sich die Hollenbacher auf dem künstlichen Grün, während auf Rasen drei Mal verloren wurde.
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